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Schitourentage Tuxer Alpen, 11. - 13.3.2011 (Schitourentage Tuxer Alpen, 11. - 13.3.2011)

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Schitourentage Tuxer Alpen, 11. - 13.3.2011

Bericht von Verena Göbl


Schitouren-Erfahrungen einer "blutigen Anfängerin"
Begonnen hat alles im Gasthaus Hanneburger bei Wattens. 26 mir bis dato unbekannte, fröhliche Gesichter unter dem sonnenbeschienenen Glasdach des Wintergartens: voilà ‒ die Schitourengruppe des OeAV Tulln.

Mit offenen Armen
Meine erste Sorge ‒ nämlich: Werde ich in dieser eingeschworenen Mannschaft Aufnahme finden? ‒ war binnen Minuten entkräftet. Wie erleichtert ich war! Mit einer derartigen Offenherzigkeit und Hilfsbereitschaft hatte ich nicht gerechnet. Sie haben mir während der gesamten Tour enorm geholfen und mich auch an so manchem Tiefpunkt wieder Hoffnung schöpfen lassen.

Grüppchenbildung
Wer zu wem? Die Gruppen haben sich rasch gefunden. Die Vorsehung hat mich in die Gruppe des geduldigsten und umsichtigsten aller Bergführer Mitteleuropas geschubst ‒ Pauli stand uns jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Aufgrund des Schneemangels entschieden sich unsere Tourenführer Michi, Pauli, Norbert und Ronny für eine alternative, etwas längere Aufstiegsroute, und zwar ausgehend vom Lager Walchen über die Mölser Scharte zur Lizumer Hütte. Nachdem das schwere Gepäck im Taxi verstaut war, machten wir uns auf die Socken.

Aufstieg mit Hindernissen
Bereits an unserem ersten Halt, den Almen des Möls-Hochlegers, war mir klar, dass mich das Tempo der Gruppe vor einige Herausforderungen stellen würde. Und weil völlig unbedarft, was die richtige Technik des Tourengehens anbelangt, schmolzen meine Kräfte innerhalb kürzester Zeit dem Nullpunkt entgegen wie der Schnee in der Märzsonne. Außerdem: die Schuhe! Sie saßen leider nicht, wie sie sollten, und bescherten mir einen Haufen Blasen. Besser hätte der Terminus der "blutigen Anfängerin" auf mich nicht passen können! Pauli sei Dank kamen meine Füße umgehend in den Genuss professioneller Blasenpflaster und mit diesen und den aufmunternden Worten meiner Gruppenkollegen klappte der restliche Aufstieg (zumeist) ganz gut.

Das Thema ist: Schnee ‒ aber nicht von gestern
Endlich war die Lizumer Hütte erreicht. Maßlos erschöpft ‒ und doch glücklich. Der Hüttenwirt Sepp und sein Team kredenzten uns ein fulminantes, mehrgängiges Abendessen (inklusive 5-Sterne-Salatbuffet), die Lebensgeister kehrten langsam zurück. Zu späterer Stunde referierte Michi über die Beschaffenheit von Schneedecken und mögliche Gefahren, die so unter der weißen Oberfläche lauern können. Dass einige von uns vehement gegen bleischwere Augenlider kämpften, lag eindeutig nicht an seinem Vortrag! Ich war so müde, dass ich gegen 21 Uhr ins Bett kippte ‒ und ich war nicht die Einzige!

Wir tigern auf den Geier ...
Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein ‒ und einer steifen Brise. Von der Tour auf den Geier (2.857 m) sind mir diverse Bilder in Erinnerung: herrliche, verschneite Weiten vor mir und imposante Gipfel, weiß wie die T-Shirts aus der Waschmittelwerbung vor dem blauen Himmel. Eine Kolonne Tourengeher, die sich den Berg hinaufschraubt wie eine Ameisenstraße. Ein steiler Hang, der nur durch eine Vielzahl von Spitzkehren zu bezwingen ist ‒ doch wie, zum Kuckuck, kriegt man diese vertrackten Spitzkehren hin? Nach gut zwanzig Versuchen ist mir die eine oder andere schließlich sogar ganz passabel gelungen. Ein scharfer Windstoß, ein Rucksack, der plötzlich Übergewicht bekommt ‒ und schon lag ich auf dem Rücken wie ein hilflos zappelnder Käfer. Gabi und Ernst befreiten mich fürsorglich aus meiner Zwangslage und Pauli war sogar so nett, mir für die letzten Höhenmeter den Rucksack abzunehmen. Na ja: Man muss alles einmal probiert haben.

... und wieder hinunter
Auf dem Gipfel trafen für kurze Zeit alle vier Gruppen zusammen. Während wir das traumhafte Panorama genossen und die Berge ringsum erklärt bekamen, fuhren Ronnys und Norberts Gruppen bereits wieder ab. Dass die Schneeverhältnisse schwierig waren, konnten wir schon am Vortag feststellen (Bruchharsch), und auch heute war "sicheres Abfahren" die Devise. Bogen für Bogen, um bloß keine Verletzung zu riskieren. Dennoch überraschten uns ein oder zwei Hänge mit unerwartet gutem Schnee.

Bei uns piept's ja!
Eine tolle Erfahrung war das "Pieps-Suchen". Da die Lizumer Hütte über ein eigenes LVS-Trainingscamp verfügt, konnten wir vor Ort den richtigen Gebrauch des Lawinenverschüttetensuchgeräts üben. Ich war erstaunt, wie schnell und vergleichsweise problemlos der vermeintliche Verschüttete mit den Geräten der neuesten Generation lokalisiert werden konnte. Das gibt Hoffnung für den Ernstfall ‒ möge er niemals eintreten.

Fürstenfeld
Der Samstagabend stand unter dem Motto "geselliges Beisammensein". Nach einem kurzen Exkurs ins Reich der Airbag-Rucksäcke (Stichwort: Bernhard, geflügelt) holte Sissi ihre Gitarre hervor, verteilte Textbüchlein auf den Tischen ‒ und schon ging's los. Voller Inbrunst wurde gesungen (STS, Ambros) oder auch zögerlich, wenn die Mehrheit das Lied nicht kannte, auf Deutsch und auf Englisch, brummiger Bass und Zwitschersopran, bis Sepp um viertel nach zehn vorsichtig das Wort Hüttenruhe fallen ließ.

Adagio und Finale
Am Sonntag stand ‒ wetterbedingt ‒ keine größere Tour mehr auf dem Programm. Voll adjustiert marschierten wir via Mölser Sonnenspitze (die, wer wollte, zu Fuß erklimmen konnte) zur Mölser Scharte, quälten uns (alle brav in Paulis Spur) harschverkrustete Hänge hinunter und rutschten über Eisplatten zurück zum Parkplatz. Geschafft!

Herzlichen Dank
möchte ich sagen: Michi für die perfekte Organisation, allen Tourenführern für ihr tatkräftiges Engagement und natürlich auch allen anderen Teilnehmern für die schönen gemeinsamen Stunden, wertvollen Tipps und zahlreichen Hilfestellungen! Die Schitourentage 2011 waren ein wunderbares Erlebnis!


Verena Göbl 

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