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Biosphärenpark Wienerwald, 22.4.2007 (Biosphärenpark Wienerwald 22.4.2007)

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Biosphärenpark Wienerwald, 22.4.2007

Eines der größten Projekte weltweit

Einen Tag unterwegs im Biosphärenpark Wienerwald mit Günther Loiskandl, Biologe, Naturliebhaber und Biosphärenparkmanager. 24 Tullner Alpenvereinsmitglieder ließen sich diese seltene Gelegenheit nicht entgehen, Informationen aus erster Hand zu erhalten. Der Biosphärenpark Wienerwald umfasst eines der größten Laubwaldgebiete Mitteleuropas und erstreckt sich über mehr als 100.000 Hektar mit Flächenanteilen von 51 Niederösterreichischen Gemeinden und 7 Wiener Bezirken. Im Biosphärenpark leben rund 250.000 Menschen, im Umkreis von wenigen Kilometern rund 750.000. Der Biosphärenpark Wienerwald ist damit weltweit eines der größten Projekte und einer der größten Biosphärenparks. Seit 2005 genießt er die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenpark.

 

Idee des Biosphärenparks Wienerwald ist ein harmonisches Miteinander von Naturschutz und Nutzungsansprüchen der Bewohner zu fördern. Schonungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen und nachhaltiges Wirtschaften sind Ziele der verschiedenen Teilprojekte wie z.B. beim Anfang Mai gestartete Projekt Wienerwald-Weiderind: Bauern, ein Fleischer und inzwischen schon 28 Wirte im Biosphärenpark arbeiten zusammen und bringen Rindfleisch höchster Qualität aus natur- und tierschutzkonformer Produktion aus der Region zu uns Konsumenten im Wienerwald. Erhaltung der Landschaft kenn man so tatsächlich schmecken und genießen! Günthers Begeisterung für den Erhalt unserer schönen Landschaft und den Erhalt der Lebensqualität steckte alle Teilnehmer an.

 

Mystische Plätze

Natürlich brachte er uns auch Flora und Fauna des Wienerwaldes sowie seine speziellen klimatischen Verhältnisse näher. Er zeigte den Lebensraum von Käfern, deren Larven bis zu 7 Jahre im Holz alter, abgestorbener Bäume leben. Er erzählte von Schmetterlingen die wie Zugvögel nach Afrika zum Überwintern fliegen, während andere Arten bei uns in dicken Bäumen überwintern, wo es nicht durchfrieren kann. Natürlich durften auch Specht, Marder, Biber, Fledermäuse und Wildschweine in seinen Schilderungen nicht fehlen.


Er zeigte uns die Qualitäten eines Naturwaldes, wo vom Keimling bis zum mehrere hundert Jahre alten Baum und Baumleichen alles vertreten war. Die Mystik und Faszination solcher Plätze war förmlich zu spüren. Im Naturwald steht die Holznutzung nicht im Vordergrund. Deswegen kann ein Denken in größeren Zeiträumen erfolgen als bei Nutzholzbewirtschaftung. So ist eine100-jähriger Buche im Naturwald noch durchaus als Jüngling zu bezeichnen. Ein Naturwald ist Lebensraum für bedrohte und seltene Arten, die Artenvielfalt wiederum stellt eine wichtige genetische Reserve dar, die z. B. für die Pharmaindustrie zur Arzneimittelherstellung genutzt werden kann. Neben den heimischen Bäumen wie Rotbuche, Hainbuche und Eiche zeigte Günther auch einen natürlichen Schutz vor Wildverbiss: Die Brombeerstauden schützen Jungpflanzen davor. Beeindruckend war, bei Günther hatte jedes Grün einen Namen.


Jung und Alt lauschten interessiert seinen Ausführungen, und die Zeit verging jedenfalls viel zu schnell, während wir einen kleinen aber feinen Teil des Wienerwaldes durchstreiften. Günthers sonniges Gemüt und seine Begeisterung wirkten ansteckend auf alle Teilnehmer.


Lokal statt Global

Sollte es gelingen was unbedingt wünschenswert wäre die noch ganz jungen Ideen des Biosphärenparks in zahlreichen Projekten umzusetzen werden nicht nur die Wienerwaldbewohner davon profitieren, sondern diese Vorzeigeprojekte hoffentlich auch den Anstoß zu einem großflächigen Umdenken geben. Ein Fazit für mich: Weiträumig denken aber lokal handeln anstatt dem Globalisierungstrend die nähere Umwelt zu opfern.


Hoffen wir, dass Günther auch im nächsten Jahr Zeit findet, uns einen weiteren Teil seines Arbeitsgebietes näher zu bringen.

 

Michael Rauchöcker

 

weitere Infos: Basisinformationen zum Biosphärenpark Wienerwald

 

Links: Biosphärenpark Wienerwald

           österr. Biospährenparks

           UNESCO Biosphärenparks

 

Zu den Bildern von dieser Wanderung.

 

 
 
 

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