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Emotion und Faszination des Skitourengehens


2. Austria Skitourenfestival

Thomas Gaisbacher, Franz Theurl, Werner Frömel und Gerald Aichner - Foto: Kleine Zeitung / Hartweger

Das 2. Austria Skitourenfestival Osttirol steht unter der Patronanz des Österreichischen Alpenvereins und wurde am 5. Dez. 2014 in Lienz von Gerald Aichner, Vorsitzender des Alpenvereins Tirol, mit grundsätzlichen Gedanken  eröffnet.

"Im Landesverband Tirol stehen an die 100.000 Mitglieder hinter und zu diesem Alpenverein. Alpenverein ist eine Bewegung, er bewegt Menschen und Entwicklungen, er ist seit 150 Jahren in Bewegung, sprich aktiv. Er motiviert zu eigener Bewegung, sich in freier Bergnatur zu bewegen. Damit bin ich in der Ski-Tour gelandet. Schon vor einem Jahr hab ich viel von ihrer Faszination und Emotion gesprochen. Tour heißt so viel wie Ausflug, Runde, Strecke. Meine Tour führt vom Alpenverein über Natur hin zum Tourismus. 

Den Alpenverein versuchen Gegner und Politiker gern als Verhinderer abzustempeln. Das erscheint mir billig, naiv, leicht durchschaubar und endet meist als Bumerang. Es wird wohl niemand ernsthaft selber glauben oder glaubhaft machen wollen, dass sich seit über 150 Jahren selbstbestimmte Menschen zum Alpenverein, seinen Idealen und Zielen bekennen, weil sie gegen etwas sind. Mit Jahresende werden es in Österreich an die 500.000 sein, die diese Bewegung mittragen. Gemeinsam mit dem DAV und AVS sind es 1,6 Mio Menschen, die sich für etwas einsetzen, zB als Naturliebhaber, als Hüter und Bewahrer.

Ziele der Alpenvereine sind  seit je das Erleben und Erfahren von Natur, von Bergen und alpiner Landschaft, zu  allen Jahreszeiten, von bergsportlichen Aktivitäten. Schon vor 100 Jahren hat der Alpenverein nach dem Hütten-Bauboom der ersten Jahrzehnte für sich Schluss gesagt zu seiner eigenen Erschließungstätigkeit mit Hütten. Das hält bis heute .

Peter Habeler hat es beim 125-Jahr-Jubiläum der Tirol Werbung vor einigen Wochen in Erl klar ausgedrückt: Zitat: "Die alpinen Vereine sind unverzichtbar und heute wichtiger denn je!" - Wie übrigens auch alle anderen 12 Experten am Podium, von Eva Lind bis Andreas Ermacora, von Stephan Eberharter bis Tobias Moretti, gemeint haben: "Tirol braucht seine Landschaften, seine Natur, seine Bergwelt und kann nur in und mit ihnen authentisch sein."

Tobias Moretti hat den rücksichts- und grenzenlosen Erschließern im Land mit  seinem Satz "Wann ist genug - genug? Wann isch oans weniger wie koans?"  gleichsam den Fehdehandschuh zugworfen. Und wurde für seine deutliche Ansage von der gesamten, touristischen wie anderen Prominenz des Landes, stürmisch applaudiert.

"Eins zu Null für die Natur"

Dem Ergebnis dieser Podiumsdiskussion "125 a Tirol Werbung" habe ich in meinem Alpenvereins-Blog die Überschrift verliehen "Eins zu Null für die Natur". Warum? Tirol war,  ist und bleibt das Land im Gebirge, es lebt - und wir alle leben letztlich von seiner Natur- und  Kulturlandschaft, seiner unvergleichlichen alpinen Landschaft mit aller Flora und Fauna, seien es die Lienzer Dolomiten oder die Nordtiroler Dolomiten, wie die Kalkkögel gerne genannt werden.

Tirol ist in ihr einzigartig und authentisch. Die Natur Tirols ist die wahre Marke. Sie, die Natur und Naturlandschaft ist nicht vermehrbar, sie wächst nicht nach, wenn sie zerstört ist. Mit jedem Grad ihrer Übererschließung und Zerstörung sinkt zugleich ihr Markt- und Markenwert, ihre Faszination und unsere Identität. 

Damit biege ich wieder ein in die Emotion Skitour.

Sie ist ein touristischer Wirtschaftsfaktor geworden. Wenn ich mir bei der letzten Alpinmesse in Innsbruck aus 1000 Skiern und Anoraks das richtige auswählen kann und soll, oder Ausrüstung von gleich einmal jenseits der 2000 Euro,  wenn gleichzeitig ist die Zahl der Tourengeher in Österreich auf etwa mindestens 700.000 angewachsen ist, im Großraum Innsbruck/Innsbruck-Land auf 100.000 geschätzt wird, und dies zunehmend mehr Junge und mehr Frauen diesen Sport in all seinen Varianten ausüben,

dann ist schnell klar, hier ist ein großer Markt für Wirtschaft, Handel, Service und Tourismus entstanden und steil im Wachsen.  Ein altes, neu erstarktes Segment erlebt großen Zulauf, mit neuen Chancen, die dieses Austria Skitouren- Festival ansprechen und nützen will, mit dem Maß, das die Natur bietet und verträgt. Mit neuen Herausforderungen an Tourismus und Politik, aber auch an die alpinen Vereine, vor der Rettung da zu sein, die große Schar der Tourengeher sicher durch die Berge zu begleiten.

Motivation für Skitouren "Meine weiße Spur"

Worin liegt die Motivation für diese Entwicklung, die längst kein Boom mehr ist, sondern ein stetig steigender Trend: Die Motivation liegt im  Erlebnis der eigenen Bewegung, im sportlichen Anreiz und der Fitness-Schiene, die körperliche Lust am Gehen und Bewegen, am Steigen und Fahren, zu spüren, zu erfahren - im wahren Sinn des Wortes. Und da ist das Urerlebnis von Natur und Witterung, ohne künstliche Welten und sog. hot spots, das bewusste Abrücken vom Alltag, Motor und Stress, die quasi Flucht aus dem Tal auf den Berg, das Entrücktsein von Zwängen und Getriebensein, von Hektik, Unrast und Unlust, hinauf auf den Berg ins stille Hochtal, wo andere Naturgesetze herrschen und den Ton angeben;

Da verheißt sowohl das für sich allein sein und dadurch mit sich eins sein, wie das Erleben von Gemeinschaft mit Freunden, Familie, auf Tour, in der Hütte, auf Abfahrten, wunderbare Glücksgefühle, anhaltende Befriedigung und Erfüllung.

Mein Versuch, das Phänomen Skitour zu hinterfragen und zu deuten, scheitert spätestens dann, wenn ich mir die 2 Bretteln anschnalle und Meine weiße Spur suche."

DER ALPENVEREIN WÜNSCHT DEM SKITOUREN-FESTIVAL nachhaltig viel Erfolg! - Gerald Aichner

Franz Theurl, TVB Osttirol: Perfekte Voraussetzungen in Osttirol

Der Skitourensport hat momentan einen Zuwachs von sieben bis acht Prozent im Jahr. „Wir haben in Osttirol die perfekten Voraussetzungen für diese Sportart. Das wollen wir nützen und uns dementsprechend positionieren. Das Skitouren Festival ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung“, sagt Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes Osttirol (TVB), bei der Eröffnungsfeier des Skitourenfestivals.

Höhepunkt des Abends war die Filmpremiere „Steilwandskifahren auf den Spuren von Heini Holzer“ mit Thomas Gaisbacher und Samuel Anthamatten. Bergsportgrößen wie der blinde Bergsportler Andreas Holzer, Skyrunner Christian Stangl, Egon Kleinlercher, Chef der Tiroler Bergführer, Kurt Nairz, Leiter der Bergrettung Tirol sowie Peter Ladstätter, Chef der Osttiroler Bergrettung, Gerald Aichner, erster Vorsitzender des Alpenvereins Tirol, Hermann Kuenz, Landtagsabgeordneter, ließen sich die Premiere nicht entgehen und zeigten sich begeistert von der Veranstaltung. 

Höhepunkt war die Filmpremiere „Steilwandskifahren auf den Spuren von Heini Holzer“ mit Thomas Gaisbacher, Lienz (li), Franz Theurl und Werner Frömel (TVB Osttirol), Gerald Aichner, ÖAV Tirol
Foto: Kleine Zeitung/ Hartwegerzoom
Höhepunkt war die Filmpremiere „Steilwandskifahren auf den Spuren von Heini Holzer“ mit Thomas Gaisbacher, Lienz (li), Franz Theurl und Werner Frömel (TVB Osttirol), Gerald Aichner, ÖAV Tirol
Foto: Kleine Zeitung/ Hartweger

Aus der offiziellen Einladungsschrift:

Skitour – das lässt sich nicht mit Worten beschreiben, man muss sie selbst erleben.

Skitour – das weckt sofort wunderbare Bilder im Kopf von Pulverschnee und Sonne, Spuren, rythmisches Gehen & Gleiten, Einklang von Bewegung mit Natur – & vieles mehr.

Skitour – das ist kein Boom, kein neuer Trend, sondern die Urform des Skilaufs, ohne Aufstieg keine Abfahrt, ohne die eigene körperliche Anstrengung keine Gipfelfreude und kein rassiges Abfahrtserlebnis.

Im freien Skiraum unterwegs zu sein eröffnet dem Naturerlebnis, der Gemeinschaft, Gesundheit und Fitness große Chancen. Skitouren wirken als Kontrastprogramm zu unserem weitgehend naturfernen Alltag, zu Hektik und Arbeitsdruck und waren sind noch nie so wichtig wie heute. In der großen Faszination und Begeisterung, die Skitouren auf immer mehr Menschen ausüben, sehen wir als Österreichischer Alpenverein ein deutliches Bekenntnis gegen weitere technische Erschließungen unberührter Naturräume, dem nicht vermehrbaren „Kapital“ unseres Landes, für die Menschen und für den Tourismus.

Tourengeherinnen und Tourengeher sind gegenüber den Risiken dieses Sportes sensibler und in den Erwartungen anspruchsvoller geworden. Maximale Freiheit bei minimalem Risiko, besonders beim Lawinenrisiko. Auch wenn Lawinenunfälle relativ selten passieren, bedeutet ein Lawinenereignis immer Lebensgefahr. Auch mit moderner Notfallausrüstung! 

Die ungebrochen weiter ansteigende Zahl von Wintersportlern in Wald und Gebirge birgt auch Konfliktpotential mit anderen Naturnutzern, mit Forst, Jagd und Grundeigentümern. Auch für diese Probleme müssen wir noch sensibler werden, jeder einzelne  ist aufgefordert, seinen Beitrag für ein harmonisches Miteinander zu leisten. 

In all diesen Bereichen sind Aufklärung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung notwendiger denn je. Mit diesen Aufgaben sind wir als größter alpiner Verein in Österreich sehr gut vertraut und intensiv für unsere fast 500.000 Mitglieder betraut, aber darüber hinaus auch für die Allgemeinheit aktiv.

Der Alpenverein wird sich noch mehr mit den spezifischen Gefahren im freien Skiraum intensiv auseinandersetzen, um jene Fertigkeiten und Werte zu vermitteln, die eine sichere und freudvolle, sowie eine natur- und sozialverträgliche Sportausübung fördern.

Gerald Aichner, ÖAV Tirol

1. Austria Skitourenfestival in Lienz 2013

Das 1. "Austria Skitourenfestival" fand vom 12.-15. Dez. in der Dolomitenhalle Lienz eröffnet. Viele Besucher lauschten bei der Eröffnung den Ausführungen von Gerald Aichner, Tiroler Alpenvereinspräsident, der Bergsteigerlegende Peter Habeler, und von Kurt Nairz, Bergrettung Tirol. Highlights des Abends waren Bilder der schönsten Skitouren in Osttirol und die musikalische Großglockner-Reise der Iseltaler Blechbläser mit Martin Gratz.

Festivalorganisator und TVB Osttirol-Obmann Franz Theurl begrüßte Ehrengäste und Besucher des 1. "Austria Skitourenfestivals" in der gefüllten Dolomitenhalle, unter ihnen DSV-Vizepräsident Peter Schlickenrieder (Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Winterspielen 2002 im Langlaufsprint), Freeride-Ass Thomas Gaisbacher und Lokalmatador Peter Ortner, einer der weltbesten Bergsteiger, heuer mit dem prestigeträchtigen Piolet d'Or ausgezeichnet. 

"Skitour – das lässt sich nicht mit Worten beschreiben"

Das Skitourenfestival Lienz/Osttirol steht unter der Patronanz des Oesterreichischen Alpenvereins. Zur Eröffnung widmete sich Gerald Aichner, Vorsitzender des Alpenverein Tirol, der "Faszination Skitour". 

"Skitour – das lässt sich nicht mit Worten beschreiben, man muss sie selbst erleben. Skitour – das weckt sofort wunderbare Bilder im Kopf von Pulverschnee und Sonne, Spuren, rythmisches Gehen & Gleiten, Einklang von Bewegung mit Natur – & vieles mehr. Skitour – das ist kein neuer Trend, sondern die Urform des Skilaufs, ohne Aufstieg keine Abfahrt, ohne die eigene körperliche Anstrengung gäbe es keine Gipfelfreude (nicht „Sieg“) und kein rassiges Abfahrtserlebnis. 

Als eine der ersten Skitourengeher vor fast 120 Jahren, (im Feber 1895) eine Skitour von Hall über die Lizum im Wattental ins Navistal unternehmen, haben droben am höchsten Joch - Zitat: „einige Schneeschuhläufer aus momentanen Antrieb ihrer Freude durch einen hellen Juchezer Ausdruck verliehen“ ! (Zitat aus dem Alpenfreund, 1895) 

Wie weit haben wir uns heute davon entfernt? Heute belagern Massen an Tourenläufern  - es gibt kaum noch Touren-„Geher“ – die wenigen Parkplätze an den Hotspots der klassischen Tourengebiete in Nord- und Osttirol, stürmen Kolonnen in Zweier- und Dreierreihen kerzengerade bergan, zuzeln zwischendurch mal kurz an irgendeinem sog. Muntermachergetränk, stoppen die Stoppuhr, ersparen sich dank Funktionskleidung das lästige Umziehen im schneidigen Gipfelwind, schalten die Helmkamera ein und stürzen sich, ohne das Panorama eines Blickes zu würdigen, gleich wieder ebenso cool wie stressig ins Tal.

Ich erlebe diese Entwicklung seit Jahrzehnten gleichsam Tag für Tag, heute auch Nacht für Nacht, vor unseren Winter-Alpenvereins-Hütte.

Und doch!:  Es muss etwas Besonderes sein, dieses Skitourengehen, sonst würden sich nicht immer mehr dieser „Bewegung“ - im wahren Sinne des Wortes - anschließen,

würden Seilbahnsprecher und Liftbetreiber nicht so beharrlich die Tourengeher zum Feindbild erklären

würden nicht Seilbahner, um auf diesen Trend aufzuspringen, sogar eigene Bahnen für die Tourengeher planen oder bauen – siehe Piz Val Gronda, immer noch in der irrigen Meinung, damit die Tourengeher von ihrer Leidenschaft abhalten oder umleiten zu können.

Weit gefehlt - verkehrt gedacht - das Geheimnis des Tourengehens nicht begreifend, die Motive nicht realisierend.

Wer Gehen will, braucht keinen Motor. Wer Tourengehen will, braucht keinen Lift. Wer Skitouren erleben will, braucht nur ein Paar Ski, Ausdauer, körperliche Fitness ... und das entsprechende Gelände.

Weil das so einfach ist, der Alltag für viele Menschen aber immer beschwerlicher, stressiger, angespannter ist, ziehen immer mehr die Reißleine, um sich selbst gezielt zu verlangsamen - auf Skitour – quasi wie in einem Fitness-Studio im Freien.

Viele andere versuchen das Gleiche aus den gleichen Motiven bei Hüttentrekking oder auf Pilgerwegen :

Aus dem Motiv der Entschleunigung, des mehr- zur Ruhe-Kommens

des Erlebens seiner selbst und seines Körpers, das sich als Wohltat für Seele und Geist entpuppt

des Wahrnehmens und hautnahen Erlebens der Natur, von Kälte, Schnee, Sonne, ganz eigenen leisen Geräuschen im Wald, von Einsamkeit wie auch von Gemeinschaft & Geselligkeit,

Kurzum: in dieser Palette positiver Empfindungen und Erfahrungen, trotz Anstrengung, wohltuende Beglückung und Befriedigung des eigenen ICHS zu erfahren. 

Das ist die eine Seite, die auch eine andere bedingt:

Mit dieser Sportart direkt verknüpft ist aus Sicht des Alpenvereins auch ein klares Bekenntnis gegen weitere technische Er- und Über-Erschließung unberührter Naturräume  wie Schlick – Lizum oder Sillian – Sexten  - dem wahren Kapital unseres Erfolgsprodukts Tourismus. 

Wo sich immer mehr Wintersportler in Wald und Gebirge, aber auch auf Pisten und bei Nacht, bewegen, bleiben Konflikte mit anderen Naturnutzern, mit Forst, Jagd, Agrar- und Grundeigentümern, nicht aus. Verbote allein nützen nichts. Hier sind wir alle aufgefordert, auch dafür sensibel zu werden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen – der Alpenverein bietet sich dafür als Partner an.

Mit gutem Willen und Einsicht lassen sich solche Konflikte zufriedenstellend lösen. Ich nenne nur als Beispiele Skitourenlenkung im Karwendel, im Wattental, in Obernberg oder im Brixental.

Oder der Bereich des Pistentourengehens, - Nachtskitouren inbegriffen - der geradezu boomt und sich noch weiter steigern wird: Hier werden wir individuelle Lösungen für die einzelnen Gebiete suchen und finden müssen, damit wir uns nicht in einem Skitourenkrieg wieder finden.

Generelle Verbote fürs Pistentourengehen sind genauso wenig sinnvoll, wie tageweise Sperren. Zusammensetzen und in Kooperation gemeinsam nach tragbaren Lösungen suchen, muss die Devise für beide Seiten lauten. Der Alpenverein ist dabei!

In diesem Sinne wünscht der Alpenverein dem Skitouren Festival nach einem guten Start eine gute Zukunft im Interesse all jener, die diesen Wintersport als aktives Bergerlebnis zu Tausenden ausüben."

Peter Habeler: "Ein Sport der Entschleunigung"

Der Zillertaler Peter Habeler berichtete sichtlich gut gelaunt über die Anfänge des Skibergsteigens. Schon als 15-Jähriger erklomm er in seiner Heimat die ersten Berge mit den Skiern, damals noch mit 2,5 Kilogramm schweren Skischuhen. "Das war natürlich eine komplett andere Zeit. Das Skitourengehen war der Auslöser für das alpine Skifahren und erlebt derzeit einen richtigen Boom. Vor allem üben auch viele junge Leute diesen tollen Sport aus. Das Skitourengehen ist gerade in einer immer schneller werdenden Zeit der ideale Gegenpart zum Entschleunigen." 

Osttirol ist für Habeler die perfekte Destination zum Skitourengehen - deshalb passt dieses Festival auch perfekt hierher: "Ich bin oft am Glockner oder Großvenediger unterwegs. Das Skitourengehen passt perfekt nach Osttirol, da es hier perfekte und schneesichere Täler gibt, die noch nicht so überfüllt sind wie zum Beispiel rund um Innsbruck, wo 50 Leute vor dir raufgehen. Was Osttirol aber vor allem ausmacht ist die Freundlichkeit der Menschen. Deshalb bin ich so gerne hier." Übrigens, Habelers Ziehvater war ein Osttiroler, der leider im letzten Jahr am Berg ums Leben kam: der Dölsacher Sepp Blasl. Nach seinem Vortrag bekam der Schuhfan von Franz Theurl originales Villgratener Schuhwerk überreicht. 

Kurz Nairz von der Bergrettung Tirol meint "Osttirol habe mit diesem Festival den Nagel der Zeit getroffen".

Über die schönsten Touren in Osttirol zeigten Osttiroler Berg- und Skiführer ( Alpintouring.at ) traumhafte Bilder gezeigt: Von der 2.820m hohen Roten Wand am Staller-Sattel, einer der schönsten Touren in Tirol, bis hin zum Purglesgunnge im Villgratental.

Zum Abschluss des Eröffnungsabends zeigte der Kalser Martin Gratz mit seinen Iseltaler Blechbläsern Bilder der Extraklasse: Noch nie veröffentlichte Aufnahmen, die im Zuge eines Filmprojektes gedreht wurden, vom Großglockner mit musikalischer Live-Umrahmung.

 
 
 

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