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Deutsche Bundeswehr übt mit Kettenfahrzeugen auf der Nördl. Schoberspitz, an einem schönen Herbsttag, die Einheimischen Wanderer werden angehalten
Deutsche Bundeswehr übt mit Kettenfahrzeugen auf der Nördl. Schoberspitz, an einem schönen Herbsttag, die Einheimischen Wanderer werden angehalten
Lizum Bundesheer Petition

Lizum: "Wenn ihr weitergeht, werdet ihr erschossen!“

Es kursieren im Internet Artikel, postings, Blogs etc, dass man in Tirol, wenn man bergwandert, von Soldaten mit angeschlagenem Gewehr aufgehalten wird mit der Drohung "Wenn ihr weitergeht, werdet ihr erschossen!“ siehe Anhang "In the Army"

Dazu ist zu sagen: 

Das Verteidigungsministerium ignoriert in der Lizum/Wattental die Einhaltung der Schießzeiten bzw. der schießfreien Monate, was im gültigen Übergabestaatsvertrag aus 1955, im Sommer und Winter genau geregelt sind, 

ignoriert einfach lapidar die Vertragsbestimmungen, wonach sich die Republik Österreich "weiteren touristischen Entwicklungen nicht verschließen wird" - das Militär verschließt sich aber hartnäckig und uneinsichtig

ignoriert, dass die „Via Alpine rot“ als offizielle Route der Alpenkonvention ! durch die Lizum führt und diese Via Alpina als rechtmäßiger Teil der Alpenkonvention vom Land Tirol und der Republik Österreich ratifiziert wurde ! - 

Das ist im Rechtsgutachten von Univ.-Prof. Dr. Karl Weber, Institut für Öffentliches Recht der Universität Innsbruck, ganz eindeutig so erkannt, wird aber vom Ministerium nicht anerkannt. 

Der Alpenverein wünscht sich 

von Landeshauptmann Günther Platter als zuständigen Landesrat für Tourismus in Tirol, als Ex-Verteidigungsminister, dass er die Ministerialbeamten des Verteidigungs-Ministerium endlich eindeutig darüber aufklärt, dass Bergwandern in der Lizum auf der "Via Alpina" ganzjährig möglich sein muss und nicht mit militärbürokratischen und militärtaktischen Winkelzügen behindert werden darf, 

dass sich das Bundesheer / Verteidigungsministerium laut Übergabevertrag weiteren touristischen Entwicklungen wie Mountainbiken Walchen-Lizum-Walchen  etc,. nicht verschließen kann und darf , was es beharrlich tut, und

dass die erlaubten Schießzeiten bzw., die schießfreien Monate (in der Sommer-Haupt-Wandersaison und Winter-Haupt-Skitourensaison !) laut Vertrag einzuhalten sind.

Die  Sommersaison 2014 hat manche Hütten an ihre Existenzgrenzen gebracht, da sind derartige Vertragsnichteinhaltungen und Bürokratien nicht nur hinderlich sondern tourismus- und existenzgefährdend.   

Lapidare bürgerfeindliche Antwort des Verteidigungsministeriums: "Es wird eh alles eingehalten" - stimmt leider nicht:

Antwort des Verteidigungsministeriums vom 21.9.2014
Antwort des Verteidigungsministeriums vom 21.9.2014

In the Army
Etappe  zur Lizumer Hütte.

Im letzten Drittel unserer Tagesetappe begegnen uns immer wieder gelbe Warnschilder: ‘Militärisches Sperrgebiet. Bei Scharfschießen Lebensgefahr. Vorsichtig Laserstrahl! Info Telefonnummer’. 

AHA. Wir machen Scherze. Weit und breit ist nämlich nichts bedrohliches zu sehen. 
Es folgen jedoch weitere Warnschilder. Wir machen Brotzeit an einem militärischen Unterstand. Etwas ungemütlich ist es ja schon, Nebel zieht wieder auf. Von der Ferne hört man einzelne Geräusche. Wir gehen weiter, die Geräusche werden klarer. Da wird doch geschossen - und wir näheren uns dem Ganzen immer mehr! Jetzt wird uns doch etwas mulmig. Wir rufen die Info Nr. auf den Schildern an: “Servus, wir sind hier im Militärgebiet, ca. eine Stunde vor der Lizumer Hütte und es wird geschossen. Wir sehen so und so aus. Was sollen wir tun, um nicht erschossen zu werden?” Militär 1: Ja mei, der Chef ist grad ned da. Weiß auch nicht. Rufen Sie mal da und da an.” ” Ähm, nein. Wir können jetzt keine weitere Nummer anrufen und die Verbindung ist auch schlecht.” “Moment, ich frag mal nach. Leite Sie weiter.” Militär 2: “Sie befinden sich zwischen Nördlichem Schober und Klammspitze? Es wird Ihnen gleich jemand in oranger Warnweste entgegen kommen und Sie aufhalten. Halten Sie sich strikt an die Vorgaben. Dann werden Sie auch nicht erschossen.”  

Und so wars dann auch. Einmal um die Ecke und wir treffen auf rund zehn weitere Wanderer die auch bereits ‘aufgehalten’ worden sind und zum Teil schon seit geraumer Zeit warten. Zwei Militärs klären uns auf, dass wir hier bis 15 Uhr, d.h. eine Stunde bleiben müssten. Es stellt sich heraus, dass die Gebirgsjäger der österreichischen Armee tatsächlich gerade Schießübung haben und oben am Grat entlang kraxeln. Beim genauen hinschauen können wir sie nun sogar erkennen. Bei der Frage worauf sie schießen, heißt es, auf die Steine und man wisse hier unten auch nicht so recht was das eigentlich soll. Man hört immer wieder Schüsse, vor uns das weidende Vieh und Kuhglocken Gebimmel. Etwas grotesk. 15 Uhr, endlich kann es Richtung Hütte weitergehen und unser kleines ‘Auffanglager’ löst sich langsam auf. Panzer und ein paar Militärfahrzeuge überholen uns auf dem Abstieg. Das ist auf jeden Fall mal etwas anderes. (Melli)  26. Juli 2014

http://lieberdraussen.tumblr.com/post/93407701499/in-the-army

Wattenberger wollen ihr Naherholungsgebiet Lizum zurück und fordern vom Bundesheer schießfreie Zeiten

Wattenberg – Weil die Gespräche mit den Heeresverantwortlichen auch unter Einschaltung von LH Günther Platter nichts gebracht haben, schritten die Anrainer der Wattener Lizum jetzt zur Tat: Sie haben eine parlamentarische Bürgerinitiative gegründet, die von mittlerweile 575 Bürgern aus Wattenberg und auch aus den angrenzenden Gemeinden im Bezirk Schwaz und Innsbruck-Land unterstützt wird. „Es gibt keine Bereitschaft des Bundesheers, sich an die Rahmenbedingungen des Übergabevertrags von 1955 zu halten und die Mehrfachnutzung zu respektieren“, sagt der Initiator Hannes Erler. Er wandte sich an ÖVP-Nationalrat Hermann Gahr, in der Vorwoche wurde das Anliegen der Bürger im Petitionsausschuss des Parlaments behandelt.

Die Wattenberger kritisieren vor allem, dass sich das Bundesheer in den vergangenen Jahren zum Nachteil der Bevölkerung, der Landwirtschaft und der Touristen (Wanderer) in der Wattener Lizum ausgebreitet hat. „Wir haben Verständnis, dass es im Übungsgebiet eine geregelte Zufahrt mit Passierscheinen benötigt, doch zuletzt wurden die Erschwernisse und Hürden immer größer“, ist Erler empört. Er fordert die freie Zufahrt in die Lizum, schießfreie Zeiten im Gelände, „wie sie seinerzeit für die Wander- und Skitourensaison festgelegt wurden“. Und weiters müssten die Wanderwege in der Hauptwanderzeit ungehindert begehbar sein.

Wegen vermehrter Großübungen im militärischen Sperrgebiet mit Beteiligung von ausländischen Truppen leidet außerdem die Landwirtschaft. Deshalb verlangen die Mitglieder der Bürgerinitiative, die sich im Herbst zum Verein für ein „Lebenswertes Wattental“ zusammenschließen wollen, die Erhaltung der Weideflächen und das Minimieren weiterer Schäden durch großkalibrige Geschosse, Felssprengungen und das Anlegen von ungesicherten Laufwegen.

Gahr unterstützt die Wattenberger und möchte im Konflikt mit dem Bundesheer vermitteln. „Vom Verteidigungsministerium haben wir eine Stellungnahme angefordert, die Mehrfachnutzung muss möglich sein.“ Die Initiative birgt allerdings auch rechtlichen Sprengstoff. Schließlich regen die Wattenberger die „Überprüfung der Eigentumsverhältnisse nach teilweiser Zwangsenteignung 1938 und nicht erfolgter Restituierung nach dem Zweiten Weltkrieg an“.

TIROLER TAGESZEITUNG 8. Juli 2014 - Peter Nindler 

 
 
 

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