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Naturschutz (Naturschutz)

Naturschutz

MOTTO: Global denken – lokal handeln

Aus den Statuten des Gesamtvereines:

Es ist Zweck des Vereines, …..,  die Schönheit und Ursprünglichkeit der Bergwelt zu erhalten, die Kenntnisse über die Gebirge zu erweitern und zu verbreiten und dadurch auch die Liebe zur Heimat zu pflegen sowie die Wissenschaft und Forschung in diesem Bereich zu fördern. Er ist dem alpinen Natur- und Umweltschutz verpflichtet.

 

Allgemeine Appelle:

Für jedes AV-Mitglied sollte es selbstverständlich sein:

Wir reisen zur Tour mit dem umweltfreundlichsten Mittel an.
Wir halten uns - wenn immer möglich - an die markierten Routen und Wege und vermeiden Wegabschneider. Diese fördern oft die Erosion an Bergwegen und Schutthaldenpflanzen sind besonders empfindlich. 
Wir schließen immer alle Weidegatter.
Wir nehmen Rücksicht auf Tiere aller Art – Gämsen stehen nicht auf Streicheleinheiten!
Pflanzen atmen lieber Alpenluft als in Rucksack oder Blumenwasser zu welken.
Geschützte Arten sind sowieso tabu.
Wir helfen auf der (Alpenvereins)hütte mit, Wasser, Energie und Rohstoffe zu sparen und tragen den Müll wieder ins Tal.
Wir kaufen für die Verpflegung auch lokale Produkte und helfen so, dem Nahversorger, dem Bauernhof oder der  bewirtschaftetenAlmhütte. 
Im Zweifelsfalle nehmen wir unsere Hunde immer an die Leine.
Wir genießen die Stille in den Bergen und stören sie selbst nicht unnötig.

Tauerntal

Tauerntal

Raggaschlucht

Raggaschlucht

Hochalmspitze

Hochalmspitze

 

In memoriam: Peter Hasslacher 1949 - 2019

In den achtziger Jahren lernte ich Peter Haßlacher bei einer Veranstaltung über die geplante Alemagna-Autobahn in Dellach/Drau kennen. Seither begleitete er mein „Naturschutzleben“. Zuerst als Leiter der Abteilung Raumplanung und Naturschutz für den Österreichischen Alpenverein in Innsbruck (1980-2013), dann als ehrenamtlicher Präsident der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA. Er war maßgeblich an der Errichtung des Nationalparks Hohe Tauern beteiligt, arbeitete mit Nachdruck an den Protokollen der Alpenkonvention mit – für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Alpen und gründete als Anwendungsbeispiel das Netzwerk der Bergsteigerdörfer. In Kärnten haben wir schon fünf davon: Malta, Mallnitz, Mauthen, Lesachtal Zell Pfarre, insgesamt sind es bereits 29.
Für die Kärntner Anliegen war Peter immer eine große Hilfe, sei es bei Problemen im Nationalpark Hohe Tauern (Seilbahn, Sandersee,...), bei der Umgestaltung des NP Nockberge in einen Biosphärenpark, bei der Kleinfragant uva. Danke Peter!

Peter Hasslacher
 

30 Jahre NSG Kleinfragant

1972 brachte Dr. Helmut Hartl namens der Sektion Klagenfurt des ÖAV den Antrag auf Unterschutzstellung der Kleinfragant ein: „Aufgrund seiner ruhigen Lage, seiner landschaftlichen Schönheit, seiner ursprünglichen, kaum gestörten Tier- und Pflanzenwelt wird vorgeschlagen, das Gebiet der Kleinfragant unter Beibehaltung der bisherigen almwirtschaftlichen Nutzung zum Naturschutzgebiet zu erklären“, schrieb er ua. in seinem Gutachten - ohne Ergebnis.
1988 wollte Schultz sen. die Kleinfragant mit einer Seilbahn auf die Saustellscharte und zwei kleineren Liften erschließen, im Jahr darauf gab es heftige Auseinandersetzung um dieses Projekt. Die Entscheidung brachten von Dr. Herwig Gräbner im Sept./ Okt. über 6 Wochen organisierte und abgehaltene „Mahnwachen“ des ÖAV auf der Saustellscharte auf 2600m Seehöhe.
Am 17. 10. 1989 erklärte die Landesregierung die Kleinfragant zum Naturschutzgebiet: „Das Gebiet ist reich an floristischen Besonderheiten, die zum Teil auf Grund ihrer Seltenheit gar nicht in die Liste der geschützten Pflanzen aufgenommen wurden.“ Das Resümee: „Die Intentionen der Unterschutzstellung sind in der Erhaltung und dem Schutz dieses naturwissenschaftlich so bedeutsamen Gebietes gelegen.“(LGBl.63/1989).
Somit war die Erschließung der Kleinfragant vom Tisch.
1992 wurden die Stollenbahn genehmigt und ein zusätzliches Naturschutzgebiet eingerichtet: Wurten West.
2012/13 versucht es Schultz junior erneut, indem er den Bau eines Hoteldorfes in Außerfragant mit der Bewilligung für eine Talabfahrt über die Kleinfragant verknüpfte. Der Naturschutzbeirat sprach sich dagegen aus. Die Rechtsservicestelle der CIPRA (Alpenkonvention) und der Kärntner Landesverfassungsdienst bestätigten, dass eine Aufhebung der Naturschutzgebiete gemäß der Alpenkonvention nicht möglich sei.
Seit Juni 2019 sind die Schigebiete Mölltaler Gletscher und Mallnitz im Besitz von Tatry Mountains Resort.


Zweiblütiger Steinbrech
 

KELAG und Windindustrie

Fotomontage Windpark Kuchlalm
Bildunterschrift

Nach wie vor ist die KELAG hartnäckig dabei, Grundstücks-optionsverträge im Bereich der Nockberge abzuschließen. Auf ihrer Homepage wirbt sie für die Windkraft, lässt aber alle Gegenargumente weg, die gegen den Bau von Riesenwindanlagen auf unseren Bergen sprechen. Es ist halt alles nur Geschäftssache und Taktik! Energiepolitisch gibt es keine zwingende Notwendigkeit, unsere wunderbare Landschaft und Bergwelt zu opfern!

Erich Auer
Erich Auer

Naturschutzreferent
Erich Auer 

Gartenstraße 10
9800 Spittal a. d. Drau

0699 813 13 110

auer-erich@aon.at

Archiv

Hochwasser - nicht nur negativ?

Am 30.10.2018 erreichte der Pegelstand der Drau die 10-Jahre-Hochwassermarke, die Drau strömte über das Baldramsdorfer Feld und in das Auwaldgebiet. Diese Bereiche wirkten als wichtige Wasserrückhaltebecken. Außerdem
lagerten sich große Mengen Sand und Letten im Aubereich ab, ganz wichtig, um den Auwald zu verjüngen und die
Ablagerung und Zerstörung von Kulturflächen drauabwärts zu verringern. Geradezu ein Lehrbeispiel, wie wichtig diese
letzten Auwälder entlang der Drau sind!

Lendorfer Auwald Sandablagerungen nach Hochwasser

Lendorfer Auwald Sandablagerungen nach Hochwasser

Lendorfer Auwald Hochwasser 30. Okt. 2018

Lendorfer Auwald Hochwasser 30. Okt. 2018

Lendorfer Auwald Altarm

Lendorfer Auwald Altarm

Wunderblume von Lendorf – Europaschutzgebiet

Wunderblume von Lendorf
Bildunterschrift

Der Bereich des Alpenrosenhains zwischen Pusarnitz und Lendorf wurde zum Europaschutzgebiet erklärt, genauso wie die Auenbereich entlang der Drau und ein Bereich im Millstättersee, nahe des Südufers, in dem das Biegsame Nixenkraut noch vorkommt. Die Wunderblume von Lendorf, Rhododendron luteum Sweet, die österreichweit nur hier wild wächst, hat sich aufgrund von Schwendmaßnahmen wieder sehr gut erholt und blüht zwischen Mitte Mai und Mitte Juni ganz prächtig. Ein Besuch lohnt sich!

Talabfahrt Wurtenkees

Ein Dauerbrenner bleibt die Diskussion über eine Talabfahrt vom Wurtenkees zum geplanten Hotel(dorf) in der Innerfragant. Vor kurzem gab es in einer Landtagsausschusssitzung die mehrheitliche Ansicht, dass eine Abfahrt außerhalb der Naturschutzgebiete gesucht werden soll. Richtungsweisend ist auch eine Entscheidung des Landesverwaltungsgerichtes Tirol, in der eine geplante Talabfahrt vom Schigebiet Kals (Schultz) aufgrund der Alpenkonvention – Bodenprotokoll - versagt wird!

Das neue Kärntner Naturschutzgesetz

Natura 2000 Gebiet Obere Drau bei Greifenburg
Natura 2000 Gebiet Obere Drau bei Greifenburg
Verbund Wasserfassung Grabach - kaum Restwasser
Verbund Wasserfassung Grabach - kaum Restwasser


Der Kärntner Landtag hat mit 20. Juli 2017 – auch auf langjährige Bemühungen des Naturschutzbeirates hin - eine Novelle des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002 beschlossen. Es ist ein politischer und sozialpartnerschaftlicher Kompromiss geworden, umfasst zwar wesentliche Neuerungen, ist aber in einigen Punkten noch verbesserungsfähig. So sind z.B. gefährdete Biotoptypen (Halbtrocken-, Trockenrasen,...) nicht speziell geschützt, der Naturschutzbeirat (NSB) ist nicht in alle Umweltbelange einbezogen, die Aarhus-Richtlinie* ist nicht zufriedenstellend im Gesetz verankert…

Die wesentlichen Neuerungen:

• Anpassung an das EU-Recht – die Umwelthaftungsrichtlinie gilt jetzt im ganzen Land, nicht mehr nur in Europaschutzgebieten.

Entschädigungszahlungen für Wirtschaftserschwernisse und vermögensrechtliche Nachteile in Natura 2000 / Europaschutzgebieten werden möglich, auch in bereits nominierten oder schon verordneten, ich hoffe nicht, dass das Geld dafür – wie angekündigt- aus dem Naturschutzbudget kommen soll!

• Anpassung an neue Entwicklungen – Bewilligungspflichten gelten jetzt auch für Hausboote, Modellflugplätze, fixe Start- und Landplätze für Paragleiter und Drachenflieger, aber auch für die Neuanlage von Klettergärten!
Außerdem wird der Betrieb von Himmelsstrahlern und (gewerblichen) Feuerwerken bewilligungspflichtig

• Anpassungen an andere Gesetzesänderungen - Neu ist jetzt die Bewilligungspflicht für Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen und für Stromleitungen ab 36kV

• Fehlendes wird ergänzt: Die aufgrund einer Interessensabwägung vorgeschriebenen Ersatzlebensräume müssen in ein Verzeichnis aufgenommen werden, Ersatzgeldleistungen sind für die Schaffung und Erhaltung von Ersatzlebensräumen zu verwenden. Der NSB muss dazu angehört werden und die Maßnahmen müssen alle 5 Jahre überprüft werden.

• Neuer Tatbestand: In der Alpinzone ist nun das Radfahren außerhalb der für diesen Verkehr bestimmten Straßen und Wege verboten. (Anm.: Die Bestimmung der Wege für das Radfahren wird wohl vom Grundbesitzer ausgehen)

• Unterstützung für den NSB – seit 2005 auch Kärntner Umweltanwalt: Im neuen Gesetz wird genauer geregelt, welche Naturschutzorganisationen den Beirat beschicken dürfen: gemeinnützige Naturschutz-organisationen mit mehr als 200 Mitgliedern, die landesweit aktiv sind und in ihren Statuten Natur- und Umweltschutz verankert haben. (Bis jetzt: ÖAV, Naturfreunde, Naturwissenschaftlicher Verein, Naturschutzbund).

• Der NSB bekommt zusätzlich Parteistellung in den Kernzonen von Nationalpark und Biosphärenpark und bei baulichen Anlagen und Freileitungen im Alpinbereich, nicht aber in Europaschutzgebieten (dass der NSB bei Naturverträglichkeitsprüfungen in Natura 2000 / Europaschutzgebieten keine Parteistellung, hat ist sicher nicht aarhuskonform)

• Als Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeit des Naturschutzbeirates wird ein Geschäftsstellenleiter (Jurist) eingesetzt, der nur dem Beirat weisungsgebunden ist.

• 3mal jährlich müssen die Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer, die Industriellenvereinigung und eine Vertretung der Bürgerinitiativen Kärntens zu den Sitzungen des NSB eingeladen werden.


*Die Aarhus-Richtlinie ist der erste völkerrechtliche Vertrag, der jeder Person Rechte im Umweltschutz zuschreibt – und zwar freien Zugang zu Umweltinformationen, Beteiligung bei Umweltverfahren und dazu auch Zugang zu Gerichten.

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