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Berichte (Berichte)

Berichte

Réunion

Dampfender Dschungel und feuerspeiende Berge Teil 2

Eine Reiseerzählung aus La Réunion im Indischen Ozean

Die Nacht im Bergdorf Marla ist schnell vergangen und am Morgen bringt die Sonne die steil aufragenden Felswände zum Glühen. Den beim Abendessen kreisenden Früchterum haben wir gut verdaut, so dass wir keinen Vorwand haben, den ca. 2000 m hohen Col de Taibit als erstes Etappenziel nicht zu besteigen. Wir verabschieden uns von den beim Abendessen frisch gewonnen Freunden, ohne zu ahnen, dass wir sie in gut 3 Monaten wiedersehen werden.

Überraschung im Dschungel

Zügig geht es aufwärts und wir merken, dass wir nunmehr voll akklimatisiert sind. Der Morgen ist trotz direkter Sonneneinstrahlung noch angenehm und die Höhe tut das Ihre, um die Temperatur erträglich zu halten. Noch sind wir von Palmen und Buschwerk begleitet, während der Weg in Serpentinen dem gipfelartigen Übergang zustrebt.
Unser heutiges Ziel ist Cilaos, aber nicht auf direktem Weg sondern auf den Talboden absteigend bis zum Fluss und den dort zum Bad einladenden Gumpen. Aber noch ist es nicht soweit. Beim Abstieg wechselt die Vegetation wiederum zu einer Dschungelkulisse mit Blüten in Übergröße, gemessen an dem, was wir zu Hause vorfinden. Der Pfad ist gut erkennbar und nachdem wir schon mehr als 4 Stunden im Auf- und Abstieg hinter uns gebracht haben, ist es Zeit für eine Pause.
Aber bevor wir den Gedanken in die Tat umsetzen können, erscheint uns eine Art Fata Morgana, wohl wissend, dass es eine solche Luftspiegelung nur in der Wüste gibt.
Denn plötzlich versperrt uns mitten im Blätterdickicht eine Art Bar mit Tresen und einem Original von einem Mann dahinter den Weg. Wir haben die Wahl zwischen Tee und Kaffee aus der Thermoskanne und dazu gibt es Mais-, Bananen- oder Kokoskuchen, die er mit seinem Gaskartuschen- Ofen an Ort und Stelle bäckt. Gerne nehmen wir das Angebot an und setzen uns auf eine der einfach gezimmerten Bänke und stärken uns mit doppelten Portionen. – Als hätte ihn der Himmel geschickt, aber tatsächlich kommt er aus dem 500 m weiter unten liegenden Dorf Salazaire, um mit dieser Labestation sich ein Zubrot zu verdienen. Ob Tee, Kaffee oder Kuchen – alles kostet einen Euro. Wir finden, dass wir selten an einer Bar so günstig ausgestiegen sind; noch dazu in einer Dschungelbar.

Réunion - Bild 2

Aber es muss auch wieder weitergehen. Und so steigen wir zum Fluss in Spitzkehren ab und sind froh, als wir die ersten Sandbänke erreichen und im aufgestauten Wasser am Uferrand unsere schwitzenden Körper abkühlen können. Cilaos liegt aber leider nicht am Talgrund, sondern in ca. 1200 m Höhe und so steht uns noch ein steiler Aufstieg bevor, den wir gut meistern, obwohl wir bald schon 8 Stunden am Weg sind. Von der Kirche, die wir als erstes erreichen, finden wir nach wenigen Kilometern unser Hotel und freuen uns auf ungewohnten Komfort und ein gutes Abendessen.

Am feuerspeienden Vulkan

Am nächsten Morgen wechseln wir mittels Taxi in den Südwesten des Landes, nachdem wir den örtlichen Markt mit seinem bunten Angebot an Gewürzen, Früchten, Gemüse und verschiedenen Linsensorten besucht haben.

Nach Stunden erreichen wir die Gite de Volcane, eine Berghütte, die den Ausgangspunkt für die Wanderung auf den noch immer feuerspeienden Piton de la Fournaise darstellt. Wir teilen unser Zimmer mit einem deutsch/asiatischen Pärchen und brechen früh morgens in einer Strauchvegetation zu einer Höhe auf, von der es vorerst steil bergab auf eine riesige Mondlandschaft zugeht, voll mit Sand, Lava und kleinen Kratern. Welch ein Wechselbad der Eindrücke!

Vom dampfenden Dschungel zu einer weglosen Kraterlandschaft, in der auf dem Lavagestein weiße Farbmarkierungen angebracht sind, deren Wichtigkeit uns erst Stunden später bewusst wird. Aber noch streben wir zügig über spitzes Gestein aufwärts, wobei wir an den hellen verschiedenfärbigen, aber schon erstarrten Lavaströmen den kürzlich erfolgten Ausbruch aus einem Nebenkrater erkennen können. Aber unser Ziel ist der Hauptkrater in mehr als 2600 m Höhe. Während ich nach den weißen Markierungen Ausschau halte, verlässt Regina den schemenhaft erkennbaren Pfad, um in direkter Linie den vermeintlich nahen Kraterrand zu erreichen. Bald verlieren wir uns aus den Augen. Während ich merke, dass mich die Markierung immer weiter weg vom sichtbaren Kraterrand führt, wird mir klar, dass Regina in diesem weglosen Terrain ihr scheinbar nahes Ziel nicht erreichen wird. Es sei denn, dass es ihr gelingt am Kraterrand entlang zum eigentlichen Zugang zu gelangen, was mir aber nicht ungefährlich erscheint. Tatsächlich wird ihr die Sache unheimlich, nachdem riesige Spalten den Weg verwehren, und sie sie immer wieder absteigend umgehen muss. Der Einbruch von Nebel, wie er eine Stunde später tatsächlich passiert, hätte unmittelbare Lebensgefahr bedeutet. Letztlich fallen wir uns an der höchsten Stelle des Kraterrandes in die Arme und können gerade noch einen Blick in den riesigen Schlund werfen, als massiver Nebel einfällt und wir uns schleunigst an den Abstieg machen. Nach etwa der Hälfte der Strecke öffnet der Himmel seine Schleusen und schickt sein stundenlanges Trommelfeuer auf uns herab. Nass bis auf die Knochen erreichen wir die Hütte und kramen nach den letzten trockenen Kleidungsstücken.

Wie es weitergeht, welche Abenteuer wir noch erleben, lesen Sie in der Herbstausgabe unseres Bergsteigerblattes.

Réunionzoom

Dampfender Dschungel und feuerspeiende Berge

Ein Reisebericht aus La Réunion im Indischen Ozean

Von nächtlichen Minustemperaturen durch einen dieser großen Aluminiumvögel nach rund 24 Stunden ins mittägliche (3 Stunden Zeitdifferenz), 35 Grad heiße St. Denis, der Hauptstadt La Réunions hineinkatapultiert, fragen wir uns zweifelnd, was wir hier überhaupt sollen.

Man könnte zu Hause schon die ersten Schitouren gehen und wir müssten uns nicht neben dieser Affenhitze noch mit fast 100 %iger Luftfeuchtigkeit abplagen. Aber unsere Vorsätze vertreiben diese Zweifel meiner Frau Regina und mir rasch.

So lassen wir uns am nächsten Tag mit dem Taxi ins Landesinnere kutschieren, um uns in einer Höhe von mehr als 1000 Metern auf den Weg durch den Dschungel zu machen, der hier bis auf 1500 Meter die Landschaft beherrscht. Ja, diese Insel ist rein vulkanisch und die Berge, die mit ihrem höchsten Vertreter auf über 3000 Meter hinaufreichen, sind unser Ziel.
Mühsam geht es aufwärts. Die Akklimatisierung ist noch nicht gelungen und so tut ein kleines Nickerchen im Regenwald gut. Wir hoffen, dass unsere Informationen stimmen und keine giftigen Schlangen und sonstiges gefährliches Getier auf uns am Boden Liegende wartet. Zwar gibt es handtellergroße, nicht giftige Seidenspinnen, aber die fürchten wir nicht. Wir bekommen sie auch nie zu Gesicht.
Nach einer 6stündigen Wanderung samt der geschilderten Rast erreichen wir das Dorf La Nouvelle in der sogenannten Mafate, einem vulkanischen Einbruchsbecken, zu dem nur Steige aber keine Straßen führen. 600 bis 700 Höhenmeter liegen mit der doch langen Wegstrecke hinter uns und gespenstischer Nebel umfasst uns bei Erreichen unserer Hütte, die wir mit jungen Franzosen in Stockbetten teilen.
Am Morgen stört uns das Geräusch eines tieffliegenden Hubschraubers, und schon wollen wir die Touristen verfluchen, die sich hier über die herrliche Landschaft fliegen lassen, bevor wir erfahren, dass der

Helikopter die Bewohner des Dorfes aus der Luft versorgen muss. Zumindest mit jenen Lebensmitteln und Versorgungsgütern, die sie selbst nicht anbauen oder herstellen können.
Diese in den Bergen versteckten Weiler waren Zufluchtsort aus den Plantagen Madagaskars entflohener afrikanischer Sklaven. Hier waren sie schon auf Grund der Unwegsamkeit vor Verfolgung sicher.

Nach einem einfachen Frühstück machen wir uns bei grellem Sonnenschein wieder auf den Weg über Steige, unseren im Gebirge vergleichbar, wobei die Vegetation zu pinienartigen Gewächsen und verschiedenartigen Büschen mit herrlichen Blüten in allen Farben wechselt. Wir erreichen ein Flussbett mit einem kleinen Wasserfall und nach einem erfrischenden Bad geht es in mittäglicher Hitze wieder steil bergauf, um nach mehr als 5 Stunden ein weiteres abgeschiedenes Dorf, namens Marla, zu erreichen.

Bei einem Nachtmahl mit anderen Bewohnern der Hüttenansammlung im gemeinsamen „Speisesaal“ werden bei uns und den anwesenden Einheimischen, Franzosen und Schweizern die Zungen locker – nicht zuletzt durch den mit Früchten versetzten Rum – und so erklingen Lieder in verschiedenen Sprachen, wobei eine Französin, die nunmehr auf La Réunion lebt, mit ihrer Ode an diese herrliche Insel bezaubert.
Doch bald fallen wir müde in die Stockbetten unseres Häuschens, das wir dieses Mal mit einem Weitwanderer aus Frankreich teilen, der 12 Tage mit seinem Großrucksack unterwegs ist.
Ich bin schon früh auf und mache die ersten Fotos von den von der Sonne beleuchteten umliegenden Felswänden und schaue hinauf zum ca. 2000 Meter hoch gelegenen Pass, den wir auf unserer bevorstehenden langen Etappe als erstes bewältigen müssen.

Was wir dabei und in den folgenden Tagen noch erleben, lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe unseres Bergsteigerblattes Anfang Juni.

Arnold Riebenbauer


Genusswandern

Bis heute wurden 31 Wanderungen mit insgesamt 273 Teilnehmern durchgeführt, nur fünf Wanderungen mussten wegen schlechten Wetters abgesagt werden!

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AV-Senioren: Jahresbericht 2015

Wir sind viel im Lande – ganzjährig und oft auf den Bergen – unterwegs: da vergeht die Zeit anscheinend noch schneller als sonst – so ist mittlerweile unser 11. SeniorInnengruppenjahr angebrochen! 


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AV-Jugend Bericht 2015/16

AV-Jugend Bericht 2015/16

Und hier einige Berichte unserer Aktivitäten  

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