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Foto: Tschurtschenthaler M. , Sexten

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Foto: OeAV Sektion Sillian

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Foto: Leiter P.

Das Gipfelkreuz am Helm

 

09.12.2005 / H.G. / Holzer Rudl, Sexten

 

Auf dem bekannten Aussichtsgipfel am Karnischen Kamm, dem Helm, steht neben dem unbewohnten, halb zerfallenen Helmhaus, ein eindrucksvolles Kreuz. Geradezu aus dem Steinhaufen wächst der senkrechte Kreuzbalken heraus, an dem ein Christus hängt, dessen Anblick jeden Wanderer ergreifen kann. Die halb geöffneten Augen blicken eindringlich nach dem Beschauer. Das Gesicht strahlt aber trotz dieses ernsthaften Ausdruckes ein beglückendes Lächeln aus, als wollte Christus sagen: " Mit meinem Tod werde ich euch alle erlösen".

 

 

Nun zur Geschichte, wie dieses wirkungsvolle Zeichen religiöser Kultur auf den Helm gelangte.

 

Pfadfinderjungen aus sieben Ländern - Deutschland, Italien, Schweiz, Frankreich, Spanien, Belgien und Holland weilten im Jahre 1958 vom 12. bis zum 27. August in Sexten auf Urlaub. In Waldheim hatten sie neben den Überresten der abgebrannten Akiensäge ihre sieben Zelte aufgestellt, denn damals standen dort nur die Häuser des Pauler Josel und seines Bruders Tonl sowie vom Schubla.

Auf Initiative der Jesuiten war dieses europäische Zeltlager errichtet worden, und die 53 Jungen wurden vom Pater Tagliapietra beaufsichtigt. Jeden Tag unternahmen die Pfadfinder eine Wanderung in den Sextner Dolomiten und versuchten Sexten und seine Menschen kennenzulernen. Es wurde nicht nur miteinander gewandert sondern auch gesungen und musiziert. Durch die vielen gemeinsamen Erlebnisse sollte in den Jungen das Interesse und die Begeisterung für ein gemeinsames Europa geweckt werden, eine Idee, die damals von wenigen getragen und eigentlich nur unter idealgesinnten Menschen insbesondere Jugendlichen wirklich Anklang fand.

Als bleibendes Zeichen für diese internationale Begegnung war beim Schnitzer Josef Tschurtschenthaler, Kramer, ein Kruzifix bestellt worden. Dieser begnadete Meister der Schnitzkunst, der mit besonderer Vorliebe Christusköpfe und Corpusse für Weg - und Grabkreuze fertigte, schuf ein schönes Werk, das alle Jugendlichen geradezu begeisterte. Wegen des lebendigen Ausdruckes nannten sie die Schnitzerei den " lebenden Christus". Während des Ferienaufenthaltes war das Kreuz neben dem Zeltlager aufgestellt und nachher sollte es auf Wunsch der Pfadfinder an einem auffallenden Ort in Sexten zur Erinnerung an diese Begegnung einen bleibenden Platz erhalten. Auf Vorschlag des damaligen Kommandanten der Innichner Finanzwache, Hauptmann Aldo Janotto, wurde der Helm ausgewählt, wo damals noch eine Wachstation eingerichtet war. Das über 100 kg schwere Kreuz war von fünf Studenten der Pfadfindergruppe auf den Gipfel getragen und nahe der ehemaligen Schutzhütte aufgestellt worden; und zwar so, dass der " lebendige " Blick über die Grenze zwischen Italien und Österreich hinweggeht.

 

 

            Bei der anschließenden Einweihung sprachen die Jugendlichen folgende Worte:

 

 

                 " Herr, segne Europa, vereine seine Wege, verbünde seine Völker,

                           wache über seine Eintracht und hebe seine Schatten!"

 

 

Mit dieser symbolhaften Geste ging das zweite europäische Zeltlager der Pfadfinder zu Ende, und die Jugendlichen reisten nach Hause, nachdem sie sich herzlich verabschiedet hatten.

 

 

                                 Ein deutscher Junge sprach zu einem französischen:

 

                        "Wäre es nicht schön, alle Geschichtsbücher zu verbrennen?

  "Ich würde dir das Zündholz reichen, um das Feuer anzuzünden", erwiderte der Franzose.

 

 

 

Inzwischen sind 50 Jahre ins Land gezogen und der Segenswunsch der jungen Menschen bezüglich eines "Vereinten Europas" ging in Erfüllung. Das Gipfelkreuz am Helm steht als Wächter des Friedens an der ehemaligen Grenze.

 
 
 

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