02.02.2004 OEAV - Sektion Sillian
Namhafte Experten bezeichnen das hochalpine Gelände im Bereich der geplanten Skischaukel am Karnischen Kamm als sehr labil und warnen vor einem baulichen Eingriff. Der OeAV sieht in diesem Projekt erstmals die Alpenkonvention auf dem Prüfstand.
Sillianer Hütte in Gefahr
Die Sillianer Hütte steht an einem unberührten, ruhigen Ort. Bekanntlich sollte nahe der Alpenvereinshütte, an der Grenze zwischen Süd - und Osttirol, diese grenzüberschreitende Skischaukel gebaut werden. Große Geländeveränderungen, Bauten wie Liftbergstationen, Liftstützen und Lawinenschutzzäune würden die Idylle dieser Gegend zerstören.
So mancher Politiker und Touristiker sowohl diesseits als auch jenseits der Staatsgrenze sieht jedoch nach wie vor in der Verwirklichung dieses Projektes einen notwendigen Schritt für den Wintertourismus der gesamten Region.
Wir vom Alpenverein sorgen uns nicht nur um den Stellenwert unserer Sillianer Hütte am Anfang bzw. Ende des Friedensweges, sondern ängstigen uns auch vor einem radikalen Eingriff in die hochalpine Naturlandschaft.
Gefahr für das hochalpine Gelände
Am Füllhornsattel, gleich in unmittelbarer Nähe unserer Alpenvereinshütte, wo sich die Seilbahnen treffen würden, wären große Verbauungen geplant. Hier, wo der Friedensweg, der zur Erinnerung an den 1.Weltkrieg errichtet wurde, seinen Ausgang nimmt und die Via Alpina auf die Schönheit der Natur hinweist, würden in Zukunft Liftstützen stehen und es würden erosionsgefährdende Geländeverschiebungen vorgenommen.
Große Bedenken äußerte ein namhafter Landschaftsbiologe in einer vom OeAV im Auftrag gegebenen Studie. So sei das Risiko im oberen Hangbereich der Leckfelder auf Sillianer Seite bereits jetzt durch Felsstürze von den Mürben und durch Lawinen sehr hoch und könne sich nach Änderungen der Bodenstruktur noch um ein Vielfaches erhöhen. Neben der Gefahr der Verschmutzung des Sillianer Trinkwassers wäre auch die Gefahr von Vermurungen gegeben. Der Alpenverein sieht daher das Skiprojekt Sillian - Sexten auch im Widerspruch zur Alpenkonvention.
Bedenken äußerten auch Forstfachleute für die Sextener Seite. Seit 40 Jahren besteht auf Südtiroler Seite ein kostenintensives Hochlagenaufforstungsprogramm, das durch das Skischaukelprojekt ernsthaft gefährdet wäre.
Sanfter Bergtourismus hat Zukunft
Der Vorstand der Alpenvereinssektion Sillian beschäftigt sich immer wieder mit Projekten zum sanften Tourismus. So wurde schon vor Jahren für den Sommer - Wandertourismus am Karnischen Kamm das Projekt "Offenes Helmhaus" ausgearbeitet.
Zahlreiche Touristiker und Bergfreunde beschwören den Weg des sanften Bergtourismus.
Der westliche Karnische Kamm ist schützenswert - denken wir darüber nach!
OeAV fordert "Aus" für Schischaukelprojekt:
Im Juli 2010 fand im Hochpustertal (Innervillgraten) ein viertägiges Seminar der Österreichischen Alpenvereins - Naturschutzwarte statt. Vor über 60 Seminarteilnehmern und Vertretern der Presse forderten der Präsident des Österreichischen Alpenvereins Christian Wadsack, der Leiter der Abteilung Raumplanung und Naturschutz Peter Haßlacher und Vorstandsmitglieder der Sektion Sillian ein "Aus" für das "Skischaukelprojekt Sillian - Sexten"!
Siehe dazu Presseberichte:
Tiroler Tageszeitung (klick!) www.osttirol-online.at (klick!)