20.09.2011 H.G., Benedikt Sauer
Am Sonntag den 25. September 2011 trafen sich Freunde der Sillianer Hütte am Karnischen Kamm um das 25 jährige Bestehen des OeAV - Schutzhauses zu feiern. Treffpunkt war um 13:30 Uhr das Hornischegg, wo Pfarrer Dr. Anno Schulte - Herbrüggen für die anwesenden Bergfreunde die traditionelle Hornischegg - Bergmesse zelebrierte. Anschließend feierten die Sektionsmitglieder gemeinsam mit den Hüttenwirtsleuten und dem Vorstand der OeAV Sektion Sillian das Hüttenjubiläum. Der Sektionsvorsitzende Hans Walder - Kraler bedankt sich an dieser Stelle nochmals beim Sillianer Bürgermeister Erwin Schiffmann, den Sektions -Ehrenmitgliedern und Hüttenerbauern, und den zahlreichen Berg - und Hüttenfreunden für ihre Teilnahme an den Festlichkeiten. Ein besonderer Dank gilt auch Heinrich Schwingshackl aus Sexten, dem Organisator der Bergmesse.
25 Jahre Sillianer Hütte (klick!)
Zur Geschichte der Sillianer Hütte
Nach dem Verlust der Helmhütte Ende des 1. Weltkrieges sollten 60 Jahre vergehen, bis die OeAV Sektion Sillian mit dem Bau der Sillianer Hütte wieder auf den Karnischen Kamm zurückkehren konnte.
1978 übernahm Andreas Ortner den Sektionsvorsitz von seinem Vorgänger Hans Straganz. Hartnäckig trieben er und der damalige Vorstand mit Schatzmeister Bernhard Gietl ein interessantes Projekt voran: die Suche nach einem Hüttenstandort am Karnischen Kamm, wohin die Sektion zurückkehren wollte. Die Chance ergab sich über Vermittlung des OeAV-Vorsitzenden Louis Oberwalder, der 1978 ein neues Hüttenkonzept vorlegte. Die Sektion Sillian konnte zunächst 1981 die baufällige Viktor-Hinterberger-Hütte am Füllhornsattel auf 2.390 m nahe der Staatsgrenze von der Sektion Austria erwerben, nicht um diese zu sanieren, sondern um rund 200 Meter oberhalb aus Kostengründen eine neue Sillianer Hütte zu errichten. 1986 wird die Hinterberger Hütte, die seit 1936 als Schutzhütte für die Wanderer am westlichen Karnischen Kamm diente und von den Hüttenwirten Paul Walder (1926 – 1939), Hans Egger (1940 – 1960), Alois Walder (1961 – 1982) und Amalia und Anton Rainer – Pranter (1983 – 1986) immer zur Zufriedenheit der Wanderer geführt wurde, abgetragen. Zuvor war die bisherige Sektionshütte im Winkeltal von Johann Perfler, dem Enkel des früheren Grundbesitzers, zurückgekauft und in Volkzeinerhütte umbenannt worden.
Der Neubau der Sillianer Hütte am Karnischen Kamm war ein Kraftakt. Unter der Bauaufsicht von Maurermeister Hans Viertler, dank tatkräftiger Unterstützung durch Oskar Leiter bei den aufwändigen Materialtransporten, mit unermüdlichen freiwilligen Einsatz von Vereinsmitgliedern und anderen Personen, wird im Sommer 1983 in nur 61 Tagen der Rohbau erstellt, im nächsten Sommer eine neue Wasserfassung errichtet, im Oktober 1985 der Innenausbau fertig gestellt, sodass am 31. August 1986 die neue Sillianer Hütte festlich eröffnet werden konnte. Die Marktgemeinde unter Bürgermeister Anton Gesser half materiell mit Bauholz, mit Zuwendungen des Bundeskanzleramtes (dank des Kontaktes mit dem bekannten Rechtsanwalt Robert Amhof, dem Anwalt von Bruno Kreisky, und des OeAV), mit Bausteinspenden und eigenen Mitteln konnten die Kosten von rund 7, 5 Millionen Schilling (rd. 550.000 €) gedeckt bzw. nach und nach rückfinanziert werden. Die notwendige Sanierung der Alpinsteige im Nahbereich der neuen Sillianer Hütte wurden 1985 und 1986 größtenteils von jungen Sillianern unter der Leitung von Sepp Niedertscheider im Auftrag des Fremdenverkehrsvereinsobmannes Johann Webhofer durchgeführt.
Seit 1990 ist Johann Walder, Bergbauer in Sillianberg, Sektionsvorsitzender, wohl einer der wenigen Bergbauern an der Spitze einer Bergsteigerorganisation. Unter seiner Führung wurden bei der Sillianer Hütte eine Reihe von Ergänzungen und Verbesserungen durchgeführt. So wurden eine Veranda, eine Aggregathütte in der Nähe der Hütte, eine Photovoltaikanlage, eine Biokläranlage und die Eingangsterasse gebaut. 2006 erhielt die Sillianer Hütte das Umweltgütesiegel der Alpenvereinshütten verliehen. 2006 verabschiedeten sich die langjährigen Pächter Mali, Anton, und Philipp Rainer Pranter, die sich auf die eigene Leckfeldalm konzentrierten, mit Veronika und Christof Schneider übernahm das bisher jüngste Team die Bewirtschaftung.
Mit 12 Betten und Matratzenlager finden 60 Personen einen Schlafplatz, die Hütte hat zwei Gaststuben und einen Winterraum und ist von Mitte Juni bis Mitte September im Schnitt 95 Tage geöffnet.
Die Sillianer Hütte, alpine Heimat und Herzblut der Sektion, steht mitten in einer beeindruckenden Bergkulisse und ist heute der Ausgangs- bzw. Endpunkt des Karnischen Höhenweges (Friedensweg - Via della Pace), der von Sillian zum Plöckenpass und weiter zum Kärntner Nassfeld verläuft und als Teil des Europäischen Fernwanderweges Nr. 10 und seit dem Jahr 2000 auch als Etappe der Via Alpina in das internationale Wandernetz eingebunden ist.