Sektion St. Pölten

Jugend auf Tour

Alpenvereinsjugend St.Pölten
 

Am Hochschwab: Grüner See - Sonnschienalm - Ebenstein (2.123 m)

28. - 29. 05. 2016

 
 
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© Bernhard Kalteis

Perfekter Start in die Klettersaison 2016 in Dürnstein/Wachau (NÖ)

Fit für'n Fels – 16.04.2016

Das Wetter könnte für den April nicht schöner sein. Strahlender Sonnenschein bei 22 Grad. Was natürlich auch ein Anzeichen dafür ist, dass es viele Touristen in die Wachau ziehen wird. Auch der Klettergarten wird heute wieder einen seiner vielbesuchten Tage erleben. Daher entschlossen wir uns für einen frühen Aufstieg in den Dürnsteiner Klettergarten.

Nach einer kurzen Instruktionsphase der Jugendleiter (Florian Wiebogen, Jürgen Bauer, Emina Sacic und Patrick Perthold) am Bahnhofsparkplatz in Dürnstein, geht es über einen 25-minütigen Aufstieg in den Klettergarten. Dort gibt es eine große Anzahl an Routen mit unterschiedlicher Beschaffenheit (Platten, Kamine, Überhänge, etc.) und Schwierigkeitsgraden.

Nachdem die Tops von den Jugendleitern eingehängt und abgesichert waren, ging es auch gleich los. Die Gruppe – bestehend aus 15 Personen, vorwiegend Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren, aber auch ein paar junggebliebene Erwachsene – wird auf 4 Stationen aufgeteilt. Die Kursteilnehmer erhalten dort wichtige Informationen rund ums Klettern – richtiges Sichern, Sicherheitschecks, präzises Steigen und Greifen und Informationen zur Ausrüstung.

Danach wurde es ernst und das Klettern konnte beginnen. Partner-Check …

  • Sicherer:

    • Ist der Klettergurt beschädigt oder verdreht? Sitzt er gut?

    • Wurde der Achter-Knoten durch beide Schlaufen am Klettergurt gefädelt?

    • Achter-Knoten richtig gebunden?

    • Ist das Seilschwanzl nicht zu kurz und nicht zu lang?

    • Knoten im Seilende?

  • Kletterer:

    • Ist der Klettergurt beschädigt oder verdreht? Sitzt er gut?

    • Hängt der Karabiner mit dem Sicherungsgerät in der Arbeitsschlaufe?

    • Schraubkarabiner verschlossen?

    • Seil im Sicherungsgerät richtig eingefädelt?

    • Knoten am Seilende?

    Ist das Seil nach oben hin frei?

… und los geht´s.

Nachdem wir uns alle den ganzen Tag über ausgetobt hatten, machten wir uns gemeinsam auf den Rückweg. Wir wählen den Weg, welcher uns über den Dürnsteiner Ostgrad zum Bahnhof zurückführte. Von hier aus hatten wir einen atemberaubenden Ausblick auf die Ruine und die sie umgebende Felsenkulisse. Die Abendsonne ließ diese in einem für die Wachau typisch goldenen Licht erstrahlen.

Für viele war das der erste Outdoor-Klettertag und daher für manche davon auch ungewohnt. Das Begreifen der Felsen gegenüber einer Kletterwand in der Halle ist ein spannender Prozess und verdient abseits aller sportlichen Leistungsnoten einen wichtigen Stellenwert im Leben eines Kletterers. Alleine dafür, das zu sehen und zu verstehen, ist dieser gemeinsame Tag eine wertvolle Bereicherung für alle Teilnehmer des Kletterkurses gewesen.

Wir freuten uns, an diesem Tag die Gruppe zu begleiten und wünschen allen in Zukunft ein genussvolles und vor allem sicheres Klettern.

© Jürgen Bauer

 
 
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Mädelsbouldern in der Boulderbar

Chillen nach dem Bouldern

16. 01. 2016

Beim Bouldern hat man die Möglichkeit, die Technik zu verbessern, indem man gezielte Übungen durchführt. Sei es das Steigen, das Eindrehen oder die Körperspannung. Man kann viel erreichen.

Wir haben den Tapetenwechsel richtig genossen. Haben Neues ausprobiert und uns gegenseitig Tipps gegeben. Auch die ein oder andere (Höhen-)Angst ist da überwunden worden... immerhin muss man auch wieder von seinem Boulder runterkommen.

Nach einer anstrengenden Kletterpartie hatten wir uns den gemütlichen Ausklang dann richtig verdient :)

Wir freuen uns auf weitere Mädelsrunden!

 

Triglav (2864 m)

03.07. - 05.07.2015

Wir sind schon am Donnerstagabend angereist, stehen nun am Parkplatz im Vrata Tal, Slowenien und bewundern die steilen Berge rund um uns. Die Tour fällt auf das bisher heißeste Wochenende des Jahres. Bis zu 38° sollen laut Wettervorhersage erreicht werden. Mit einer extra Flasche Wasser im Gepäck geht’s am Freitag über den Prager Weg, der eigentlich ein Steig mit leichten Kletterpassagen ist, zum Triglavski Dom na Kredarici 1500 hm steil bergauf.

Am Samstag wird dann der Gipfel des Drei-Kopf in Angriff genommen. Der Blick durchs Fenster auf das Nebelmeer und den darüber tiefblauen Himmel lässt sogar den letzten Morgenmuffel aus dem Bett springen. Nach dem Anlegen des Klettersteig-Sets geht es nochmals fast 400 hm auf einem teilweise abgesicherten Klettersteig zuerst steil bergauf, dann einen Grat entlang bis zum Gipfel. Bei atemberaubender Fernsicht genießen wir unser Frühstück auf dem Gipfel. Der Abstieg bringt für manche doch einige Überraschungen. Einige Stellen wirken nun noch viel ausgesetzter. Nachdem wir den Grat zurück geklettert sind, steigen wir eine andere Route Richtung Dom Planica (Edelweiß Hütte) ab. Der zuerst unbezwingbar wirkende Weg ist nach genauem Hinsehen doch sehr leicht zu bewältigen. Nach einer stärkenden Suppe und einem Sonnenbad geht’s weiter bis zur Koča na Doliču (Dolič-Hütte), die wir gegen 13:00 erreichen. Hier wird nochmals ausgiebig Sonnengebadet, Steinböcke beobachtet, Karte studiert, Bussole ausprobiert,... bis wir uns schon gegen 20:00 in die Waagerechte begeben, denn am nächsten Tag wollen wir der Sonne zuvorkommen.

Um 4:00 schleichen wir uns Sonntag früh aus der Hütte, frühstücken davor noch etwas und machen uns gegen 04:30 auf in Richtung Luknja Pass und Vrata Tal. Auf einem durchschnittlich 1,5 Meter breiten Weg, der im ersten Weltkrieg in die steile Felswand gehauen wurde, geht es gemütlich bergab Richtung Trenta. Der Aufwand, der damals nötig war, um diese Wege in den Stein zu schlagen scheint uns gewaltig. Ruinen am Wegrand lassen alte Stellungen und Baracken vermuten. Nach etwa einer Stunde erreichen wir die Abzweigung in Richtung Luknja Pass. Diesen selbst passieren wir nach einer weiteren Stunde. Von hier rutschen wir über ein Geröllfeld hinunter zurück ins Vrata Tal. Das Auto ist gegen 10:00 erreicht. Die durch den frühen Start gewonnene Zeit nutzen wir am Heimweg für einen Zwischenstopp am Faaker See, in welchen sich die Fische nach unserem Bad hoffentlich bald wieder zurück trauen.

Alles in allem eine wunderschöne, sehr gelungene empfehlenswerte Tour!

© Philipp Zöchbauer

Klettersteig
Aussicht
Tierwelt
 
 
 
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Wildniswochenende


An einem Kaiserwetter-Wochenende Anfang Juli haben wir – eine Gruppe von 14 motivierten jungen Leuten – uns auf den Weg ins Reichraminger Hintergebirge im Nationalpark Kalkalpen gemacht, um die Wildnis zu erkunden und als Gruppe zu erleben.

Neben dem Austausch von Erfahrungen und Wissen sollte auch das Abenteuer nicht zu kurz kommen und so haben wir uns nicht nur mit Themen wie Tourenplanung, Orientierung (Karte, Kompass, GPS, Höhenmesser), alpinen Gefahren, Überleben in der Wildnis und Wasseraufbereitung beschäftigt, sondern diese Inhalte auch praktisch angewendet. Nach einem tollen Tag mit Wanderungen, gruppendynamischen Spielen und Erfrischungsbädern im Fluss haben wir die (kurze) Nacht unter dem Sternenhimmel verbracht. Die anschließende Nachtwanderung zum "Großen Größtenberg", den wir um 4:25 erreichten, wurde mit einem traumhaften Sonnenaufgang und Frühstück am Gipfel belohnt. Da der Anmeldungs-Andrang auf unser Wochenende so groß war unterstützte uns Lisa Bauer von der Sektion Edelweiß voller Energie, vielen Dank! Wir freuen uns schon auf die nächsten Aktivitäten mit euch!

© Johanna Grassegger & Philipp Kadlec


 
 
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Kanada in Bildern von Juha Tolvanen

7 Bilder

 
 

Kanada - das große Land!

Von leeren Batterien, nicht vorhandenen Skiboots und viel Schnee zwischen den Bäumen

Als mich Juha, ein Freund aus Finnland der mittlerweile im Süden Norwegens wohnt, im Herbst vorigen Jahres fragte, ob ich mitkommen wolle auf einen Ski-Trip nach Kanada, musste ich nicht lange überlegen und sagte gleich am nächsten Tag zu. Der grobe Plan für Kanada sah folgendermaßen aus: drei Wochen Skitouren in British Columbia, sechs Jungs (zwei Finnen, zwei Deutsche, ein Schwede und ich) und ein riesiges, wintertaugliches Wohnmobil!

Das Timing war perfekt, bis Jänner sollte noch genügend Zeit sein, um noch viele Trainingskilometer auf Piste und im Gelände abzuspulen. Doch die Saison sollte etwas anders kommen als erwartet. Der Schnee ließ recht lange auf sich warten und mit Skitourenmöglichkeiten in der Vorsaison sah es eher schlecht aus. Zum Glück hatte ich oft die Möglichkeit, im Stubaier Gletscher Skigebiet am Ski zu stehen - off pist - war teilweise möglich jedoch Steine und andere Hindernisse mussten berücksichtigt werden. Die Chance, seine Ski zu ruinieren war diese Saison fast immer relativ hoch!

Der Abflugtermin kam näher und die Vorfreude und Anspannung wurden größer. Wie würde der viel bejubelte „Champagne Powder“ sein? Aber zuerst musste noch die lange Anreise absolviert werden. Abfahrt in Innsbruck - Abflug in München, mehrere Zwischenstopps, und viele Stunden später Ankunft nahe der Kanadischen Westküste, in Calgary. Erste Panne gleich zu Beginn - alles da bis auf meine kleine blaue Tasche mit den Skischuhen. Formulare Ausfüllen und hoffen, dass sie mit dem nächsten Flieger tags darauf ankommen würden. Meine Reisegefährten sollten erst am nächsten Tag ankommen, daher machte ich es mir gleich einmal gemütlich und holte in einer ruhigen Ecke des Flughafens meinen Schlaf nach.

Nachdem die Jungs angekommen waren, und es feststand, dass das mit meinen Skiboots wohl noch etwas länger dauern würde, machten wir uns auf den Weg zur Wohnwagenvermietung Canadreams. Dort holten wir das Gefährt ab, das für die nächsten Wochen unser Zuhause werden sollte. Nach Einschulung und Auffüllen aller möglichen Tanks und Vorräte machten wir uns Richtung British Columbia auf den Weg. Es sollte eine lange Fahrt werden aber unsere beiden finnischen Fahrer meisterten die Strecke ohne Probleme.

Unsere erste Station war der Kootenay Pass (höchstgelegene – ganzjährig befahrbare Passstraße in Kanada). Da bald darauf heftige Schneefälle einsetzten, hatten wir für die nächsten Tage perfekte Bedingungen. So tiefen und leichten Pulverschnee hatte ich bis dato noch nicht erlebt und ich machte einige der besten Turns in meinem Leben! Am Kootenay Pass waren die Abfahren relativ kurz, dafür war das Gelände ganz besonders, die Bäume standen in exakt den richtigen Abständen, um zügig dazwischen hindurch zu fahren und riesige Pillows und kleinere Klippen luden zum Springen ein. Wenn man weiß, dass die Landung weich ist, springt man auch Sachen die man sonst wahrscheinlich nicht springen würde! ;)

Um Vorräte nachzufüllen und Körperhygiene zu „betreiben“, fuhren wir hinunter nach Nelson. Nelson ist schon eine etwas lustige Stadt - gegründet von Kriegsdienstverweigerern und Aussteigern- behielt sie sich bis heute ihren gemütlichen, alternativen und lässigen Charakter.

Viele Ski Bums (Skifanaten) leben dort ausschließlich für die Wintermonate, um möglichst nahe am Powder-Mekka zu sein. Die Sportgeschäft-, Kaffeehaus- sowie Yogastudiodichte ist deswegen auch entsprechend hoch!

Nachdem sich die Geschichte mit meinen Skiboots als extrem mühsam erwies, beschloss ich einfach, neue zu kaufen und den Betrag der Fluglinie in Rechnung zu stellen (auf das Geld warte ich bis heute). Anscheinend war mein „Ski Karma“ ins Ungleichgewicht gefallen, denn nur kurze Zeit später musste ich feststellen, dass mit meiner Tourenbindung etwas nicht stimmte. Es stellte sich heraus, dass ich eines von jenen Marker Tour F10 Modellen besaß, die einen bekannten Produktionsfehler aufwies. (Wie sich später herausstellen sollte, bekam ich gratis eine neue Bindung anstatt der defekten alten, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht außerdem konnte ich das erst zuhause erledigen.) Grandios, nach meinem Skiboot-Unglück hatte ich auch noch ein Bindungs-Unglück! Zu meiner Überraschung hatte Johan –der Schwede - zwei Paar Ski mitgenommen und ich konnte mir seine leichten aber auch ausreichend breiten Geräte ausborgen.

Die nächsten Tage, und das sollte sich bis zu unserer Abreise nicht großartig ändern, waren ohne viel Niederschlag dafür aber mit viel Sonne. Die richtig guten Pulverbedingungen konnten wir aber leider nicht mehr genießen. Von den Locals erfuhren wir, dass es im Dezember viel mehr Schnee samt der dazugehörig tiefen Temperaturen gab. Was soll’s,  man muss nehmen was man kriegen kann!

Wir beschlossen, einen Standortwechsel zu machen und zwar zum bekannten Rogers Pass. Die Berge waren höher, viel alpiner und es gab Gletscher und Nationalparkregeln sowie Gebühren zu bezahlen. In einigen Bereichen des Parks durfte man nicht Skifahren, da das Kanadische Militär lawinenträchtige Hänge mit Kanonen beschoss, um die Sicherheit der Passstraße zu gewährleisten. Wiederum andere Bereiche waren eingeschränkt befahrbar, hier musste man sich jeden Tag in der Früh darüber informieren, ob sie geöffnet sind und nicht beschossen werden. Wiederum andere – straßenferne – Gebiete durfte man jederzeit auch ohne Genehmigung betreten. All dies bedeutete etwas mehr Stress bei der Tourenplanung. Die grandiose Bergkulisse am Pass und die riesigen Dimensionen der Gegend entschädigten uns dafür aber entsprechend.

Abgesehen vom fehlenden Schnee und den Problemen mit meiner Skiausrüstung hatten wir noch das eine oder andere kleine Problemchen mit unserem fahrenden Zuhause. Mit den Batterien stimmte etwas nicht und so passierte es manchmal, dass in der Nacht die Gasheizung für den Camper ausfiel und wir dann den Motor starten mussten, um die Batterien wieder etwas aufzuladen und das Zünden der Heizung zu garantieren. Ohne Heizung bei Außentemperaturen von -15°C konnte es ganz leicht passieren, dass das eine oder andere System im Auto einzufrieren drohte, aber das durfte auf keinen Fall passieren. Den Tankanzeigen für Schmutz-, Trinkwasser und Gas konnten wir leider auch nicht wirklich vertrauen, wir mussten daher mit unseren Reserven und Tankintervallen immer eher etwas konservativ planen.

Interessant war auch unsere Technik, die gesamte Skitourenausrüstung samt Fellen und Innenschuhen von sechs Jungs über Nacht trocken zu bekommen. Wir funktionierten einfach unsere Toilette und Dusche zum Trockenschrank um. Wir hängten, stopften und schmissen unser nasses Zeugs dort rein und am nächsten Morgen war alles wieder trocken. Wie wir den Geruch managten, der dabei entstand, ist eine andere Geschichte.

Auch wenn unser Aufenthalt doch eher kurz war, konnten wir einen ersten Eindruck von der unglaublichen Größe und Weite des Landes, sowie der Herzlichkeit und Lässigkeit der Menschen sowie dem Potential und der Qualität des Skifahrens vor Ort bekommen.

Obwohl wir eine recht bunte und neu zusammen gewürfelte Gruppe waren, verstanden wir uns auf Anhieb recht gut und konnten auch Meinungsverschiedenheiten schnell und meist mit einem Happy End ausdiskutieren.

Wieder einmal war dieser Trip nicht nur fantastisch schön, lustig und unvergesslich, sondern vor allem eines – lehrreich:

1. Gute Bedingungen und Wetterverhältnisse kann man nicht erzwingen und man muss einfach akzeptieren wie es gerade ist, wenn man dort ist. Gute Saisonen kommen und gehen und schlechte Saisonen passieren immer wieder.

2. Wenn man neue Ausrüstung mit auf Reisen nimmt, sollte man sie zumindest zwei Mal vorher getestet haben bzw. sicherstellen, dass sie auch wirklich so funktioniert wie man sich das vorstellt. Wenn man auf Nummer sicher gehen will, und es sich gewichtstechnisch ausgeht, sollte man auch ein zweites Paar oder sonstige Reserveteile mitnehmen.

Resümee von der ganzen Geschichte: Ich würde sofort wieder fahren, manche Dinge aber wahrscheinlich etwas anders angehen. Obwohl es das größte Camping Gefährt war, in dem ich je gesessen bin und es einiges an Luxus zu bieten hatte, war es nach drei Wochen zu Sechst einfach nur mehr eng! Definitiv war es aber eine interessante Erfahrung mit vielen lustigen aber auch anstrengenden Momenten.

© Wolfgang Reidlinger

 

Kanada in Bildern von Samuel Geiseler

 
 
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Auf der Suche nach Eis…

Ein kurzer Auszug aus dem Eiskletterschnupper-Wochenende in Kolm-Saigurn (Raurisertal, Salzburg)

Diese Eissaison stand unter keinen guten Vorzeichen, ständige Fönstürme 
und permanent warme Temperaturen machte das Entstehen von größeren 
Eisgebilden praktisch unmöglich. Trotz alledem wurde man nach längerem 
Suchen fündig. Es brauchte schattige, nordseitig ausgerichtete Plätzchen 
in höheren Lagen. Dort versteckte sich das Eis und wartete nur darauf, 
von hungrigen, besessenen Eiskletterfanaten mit ihren scharfen 
Eisgeräten gequält zu zu werden.

Für die Sektion St. Pölten war es quasi eine Premiere, ein neuer 
Eiskletterstützpunkt, ein neuer „Gastführer“ aus Innsbruck und die 
Erkenntnis, dass man beim Eisklettern auch Schneehöhlen bauen lernen 
kann. Unser Stützpunkt war die wunderschön, am Fuße des hohen 
Sonnblicks, gelegene Kolm-Saigurn Hütte auf rund 1600m. Von dort aus 
sind es nur wenige Gehminuten bis zu den Eiswänden. Schwierigkeiten von 
WI3-6 und bis M7 warteten darauf, geknackt zu werden. Aber auch hier hat 
die schlechte Eissaison zugeschlagen und das Eis war teilweise von recht 
bescheidener bis sogar furchteinflößender Qualität – es war einfach zu 
warm! Jedoch auch abseits der kalten und nassen Materie bietet das 
Naturfreundehaus Kolm-Saiguren einige Annehmlichkeiten. Sichtlich 
genossen haben wir die langen sowie heftigen Saunagänge nach einem 
langen Eisklettertag. Als herausfordernde Zwischenunterhaltung wurde 
nach jedem Saunagang ein LVS Gerät vergraben und wiederum der Nächste 
musste es wieder finden. Das jedoch unter erschwerten Bedingungen, also 
nackt - bei Wind, im Dunkeln und ohne Schuhe. Da ist man besser schnell 
beim Auskreuzen! Auch das leibliche Wohl kam beim Abendessen oder beim 
opulenten Sonntagsfrühstück nicht zu kurz.
Aufgrund meiner immer noch schmerzenden Handgelenke konnte ich leider 
diesmal nur vom Boden aus bei dem Kurs mitwirken. Zum Glück war mein 
überaus motivierter Seilpartner und Jungendführer Jef Verstraeten zur 
Stelle und half mir aus. Ohne ihn wäre es unmöglich gewesen, die 
entsprechenden Top-Rope Stationen im Eis auf- sowie wieder abzubauen. 
Vielen Dank nochmals an dieser Stelle!!

Neben den praktischen Übungen und Training am Eis standen auch 
Theorieeinheiten am Programm, bei denen die Teilnehmer mehr über 
Sicherungstechniken, Materialkunde und Technik sowie Taktik im Eis 
erfahren konnten. Natürlich wurden diese am Vorabend theoretisch 
erarbeiteten Fähigkeiten am nächsten Tag auch praktisch geübt. Zu den 
Übungsstationen zählten unter anderem das Bauen von Standplätzen im Eis, 
Toprope-Stationen mit Rückversicherung, Eissanduhren (Abalakov), 
richtige Steig und Schlagtechnik, sowie das setzen von Eisschrauben mit 
einer Hand.

Ich hoffe auf eine bessere nächste Eissaison und viele Anmeldungen für 
den nächsten Kurs im kommenden Jahr! Also, keep cool and hit some ice 
next season...

© Wolfgang Reidlinger


Infos im Web:

Grundtechniken des Eiskletterns: Setzen von Eisschrauben, Standplatzbau, Anfertigen einer Abalakov-Eisuhr: http://vimeo.com/80485808

Sonnblickbasis - Kolm Saigurn: 
http://www.sonnblickbasis.at/

Das Eiskletterbuch - Richtig Bewegen und Sichern im Eis: 
http://shop.rockt.eu/Buecher/Das-Eiskletterbuch-Richtig-Bewegen-und-Sichern-im-Eis.html

Live Webcam (mit Datumsfunktion für Vergleichsansichten): 
http://panorama-blick.at/webcam/sonnblickbasis/

14 Bilder

 
 
 
 
 
 

Ötscher über Rauen Kamm

Die geplante Schneeschuhwanderung zur Bärenlacke beim Ötscher mit Tipps zum Fotografieren wurde wegen eines Terminkonfliktes vom 5.1. auf den 2.1.2014 vorverlegt.

Bei dieser Vorverlegung ist auch gleich noch die Route etwas verändert worden. Die neue Route führte nun von Raneck über den Rauen Kamm auf den Ötscher und vorbei am Ötscher Schutzhaus und die Schwarze Piste hinunter nach Lackenhof.

Aufgrund der so geringen Schneelage blieben dann die Schneeschuhe im Auto und wir bewältigten recht flott und fast ohne im Schnee stapfen zu müssen, den steilen Weg bis zum Einstieg des Rauen Kamms.

Nach einer gemütlichen Pause in der warmen Sonne schnallten wir die Steigeisen an und legten die Pickel bereit. Ab hier gab es endlich den erhofften Schnee, der aber für diese Jahreszeit viel zu wenig war.

Nach 1 ½ Stunden bei perfekten Bedingungen, erreichten wir gegen 14:00 Uhr den Ausstieg und nach einer weiteren halben Stunde den Gipfel.

Der Südföhn war mittlerweile sehr stark geworden und so entstanden im Bereich des Gipfels auch noch einige Fotos, die an eine Polarexpedition denken lassen.

Nach einer Stärkung im Ötscher Schutzhaus ging es dann zurück zum Auto.

Fazit: Eine wunderschöne Tour, die es nun jedes Jahr um diese Zeit im Jugendprogramm geben soll.

Zu den Fotos

Ein Bericht von Philipp Zöchbauer
Fotos von Bernhard Kalteis und Manuel Griesauer

5 Bilder

 
 
 
 

Eisklettern 2013 - Review

(Sigmund Thun-Klamm Kaprun, Salzburg, 15. bis 17. Februar 2013)

Unser Jugendleiter Manuel Griesauer lässt das OeAV-Eisklettern vom 15. bis  17. Februar 2013 Revue passieren:

"Wenn du Eisgerät hörst, denkst du nicht an den Eissalon gegenüber,  Eisklettern-Bericht-2013sondern nur an eisige Tiefen und metallgewordene Verlängerungen deiner Arme? Du hältst HMS nicht für die nächste Grippe aus China sondern hängst, wenn es drauf ankommt, mit deinem Leben daran? 

…dann geht’s dir genauso wie mir und die Sehnsucht nach Eisklettern hat dich gepackt!

Nachdem ich meine Ausrüstung fürs Steileis schon vorher beschafft hatte (Johannes sei Dank!), war nun endlich der lange erwartete Tag gekommen: OeAV-Eisklettern 2013 in Kaprun, in der wohl spektakulärsten Klamm Österreichs, der Sigmund Thun-Klamm.

Geformt vor ca. 14 000 Jahren in der Späteiszeit durch einen mächtigen Gletscher und die Kapruner Ache, die durch die Abflüsse mehrerer Gletscher der Hohen Tauern gespeist wird, stellt die Klamm einen idealen Spielplatz für Eisartisten und solche, die es noch werden wollen, dar.

Die Einteilung der Fahrgemeinschaften klappte gleichermaßen gut wie spontan und ab gings Richtung Sonnenuntergang. Nach vier Stunden Fahrt wurde das Gepäck verstaut und der Tag fand einen gemütlichen Ausklang bei einer gemeinsamen Pizza, wo wir den Infos der bereits an den Vortagen Angereisten lauschten.

Am nächsten Morgen ging es mit Bernhard, mit dem ich mir ein Doppelzimmer teilte, zum Eisbouldern am Rand der Klamm. Unter fachkundiger Anleitung platzierte ich die Stahlhauen im Eis, um ein Gefühl fürs Klettern auf dem gefrorenen Untergrund zu bekommen, schließlich hatte ich zwar schon Erfahrung auf Fels, aber bei Eis war ich blank.

Jetzt ging‘s so richtig los! Nach  dem Bau eines  Standes unter Zuhilfenahme der örtlichen Flora seilten wir uns  in die 32 m tiefe Klamm ab. Zu zehnt wurden zwei Tage lang sämtliche Routen der Klamm, sowie die eigene (vor allem psychische) Leistungsfähigkeit erkundet…selten hatte ich so einen Dauer-Grinser drauf!

Ganz besonderer Dank gilt hier Johannes Kalteis, der die Leitung der Tour kurzfristig übernommen hatte und sich mit praxisnahen Tipps und guter Unterstützung auch beherzt um die weniger versierten Alpinisten kümmerte!"

© Manuel Griesauer

--> zum Fotoalbum

Crew-Eisklettern_2013

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