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© by Matadorworld Innsbruck

Perspektiven

The six steps to be a risk´n´´fun trainer:

Step 1: Be part of it!

Zentraler Baustein der risk´n´fun TrainerInnenausbildung ist die Teilnahme an den Levels 1-2.

Step 2: assessment 

Alle, die „session“ und „next level“ absolviert haben und risk´n´fun TrainerIn/BergführerIn werden wollen, können sich zum „assessment“ anmelden. An diesem Wochenende werden insgesamt 8 Ausbildungsplätze vergeben.

Step 3: clinic 

In der „clinic“ werden alle tools vermittelt, die die TeilnehmerInnen als TrainerIn/BergführerIn brauchen um nach dem risk´n´fun Konzept zu arbeiten. Dabei geht es zum einen um die theoretischen Grundlagen von Peereducation, Risikokompetenz, Partizipation, etc. und zum anderen um vertiefende Informationen zu alpintechnischen Fragen. Zentrales Thema ist dabei immer die Auseinandersetzung mit der Rolle als risk´n´fun TrainerIn. Moderation von Gruppen, Anleiten und Auswerten von Übungen und das Gestalten von Lernsettings sind neben Selbstreflexion in der Rolle als BegleiterIn wesentliche Inhalte.

Step 4: coaching

„Coaching“ ist die „begleitete Praxiserfahrung“. Von jedem/r TeilnehmerIn wird in der Saison 15/16 selbständig eine „session“ durchgeführt – supported vom aktuellen risk´n´fun Team. Das heißt, dass unter Anleitung bereits als risk´n´fun TrainerIn/BergführerIn gearbeitet wird. Die Coaches unterstützen wo nötig bei der Durchführung und begleiten den Reflexions- und Entwicklungsprozess der/des angehenden TrainerIn/BergführerIn.

Step 5: colloquium 

Wir nehmen uns einen ganzen Tag Zeit, um gemeinsam mit allen neuen TrainerInnen/BergführerInnen die gemachten Erfahrungen auszuwerten, den Ausbildungserfolg zu reflektieren und individuelle Visionen zu risk´n´fun zu entwickeln. Im Rahmen des chill out werden dann die Zertifikate überreicht. Ab dem Winter 2016/2017 kann dann im Rahmen von risk´n´fun selbstständig gearbeitet werden.

Seit dem Winter 2007 ist es möglich, gekoppelt an die risk´n´fun Saison, ein Medienpraktikum zu absolvieren. Inhalt des Praktikums ist die selbständige Pressearbeit für einen risk´n´fun Termin. Deine Aufgabe ist es, ein Pressegespräch zu organisieren, Journalisten zu betreuen, zusätzlich wartest du täglich die Website und archivierst aktuelle Fotos.

Auf deinen Pressejob bereitest du dich bei einem „Starterworkshop“ im November vor. Hier lernst und übst du, wie man Pressetexte gestaltet, wie Kontakte zu Journalisten hergestellt werden und wie man die Website betreut. Zusätzlich bekommst du auch einen Einblick in die „Kommunikationswelt“ von risk´n´fun.

In der Nachbereitung ist eine Projektdokumentation mit gesammelten Eindrücken und Bildern zu erstellen. Bei einem Abschlussmeeting werden die Ergebnisse präsentiert und Erfahrungen besprochen. Während deiner gesamten Praktikumzeit steht dir ein professioneller Mediencoach als Berater zur Verfügung.

Wer trägt welche Kosten?
Die Teilnahme an allen Veranstaltungen und Programmen (Starterworkshop, Training und Abschlusstreffen im Rahmen des „chill out“) mit Unterkunft, Verpflegung und Liftkarte ist kostenlos.
Die Kosten für An- und Abreise sind selbst zu tragen.
Du erhältst für deine Tätigkeit kein Entgelt (das Praktikum ist kein Dienstverhältnis!), anfallende Kosten (z.B.: für Kopien) in einem vereinbarten Ausmaß bekommst du ersetzt.

Voraussetzung:
Teilnahme an einer risk´n´fun Session VOR dem Praktikum.
Anmeldung, Teilnahme und Zertifizierung
Es stehen insgesamt maximal 4 Praktikumsplätze zur Verfügung. Sendet uns bitte ein Bewerbungsmail an risk-fun@alpenverein.at.
Jeder Teilnehmer erhält für eine erfolgreiche Teilnahme am Praktikum ein Zertifikat der Alpenvereinsjugend.
Perspektive
Interessante Zusatzqualifikation für deinen Lebenslauf bei deiner Jobsuche. AbsolventInnen des risk´n´fun Medienpraktikums werden auf Anfrage an die rnf Medienkooperationspartner weitervermittelt.

Referenten und Coaches:
Dani Tollinger - Gesamtleitung risk´n´fun, Schwerpunkt interne und externe Kommunikation
Astrid Nehls – PR & Medienprofi (Freestyle, Berg und Wasser)

Alle weiteren Infos zu den Terminen können risk-fun@alpenverein.at angefordert werden.

Wir nehmen unsere Arbeit unter die Lupe ...
Transferanalyse in der Peereducation anhand von risk´n´fun-Risikoprävention für Jugendliche

Das Projekt:
Jugendliche lernen vieles von anderen Jugendlichen! Wir wollen wissen wie diese Informationsweitergaben von „peer to peer“ in offenen Szenen vor sich geht. Dazu bildeteten wir ModeratorInnen aus die genau nachfragen. Das alles geschah unter professioneller Leitung und mit dem Wunsch, unsere bisherige Arbeit unter die Lupe zu nehmen, um für die Zukunft zu lernen.

Der Plan:
Zehn Jugendliche bekamen eine selten angebotene Ausbildungsmöglichkeit. Sie lernten unter Leitung des Österreichischen Jugendforschers Mag. Manfred Zentner die sozialwissenschaftliche Methode der Focus-Gruppen-Diskussion kennen, anzuwenden und die Ergebnisse zu dokumentieren. Inhaltlich war diese Ausbildung an risk´n´fun, dem Risikopräventionsprojekt der österreichischen Alpenvereinsjugend angelegt. Es wurde der Know how Transfer und eventuelle Änderungen bezüglich dem Risikoverhalten innerhalb der „peergroup“ analysiert. Dabei haben wieder die jungen Erwachsenen aus der Szene das Projekt entscheidend mitgestaltet.

Ergebnisse:
Ein Bericht von Mag. Manfred Zentner und Dipl. Sozialpäd. Jürgen Einwanger

Peereducation ist ein pädagogischer Ansatz, der sich an definierte Gruppen und Cliquen von Jugendlichen wendet. Ziel der meisten Peereducation-Projekte ist, präventiv oder gesundheitsfördernd zu wirken, indem Einstellungs- und Verhaltensänderungen erreicht werden. Die Idee dahinter lautet, Jugendliche lassen sich leichter von anderen Jugendlichen als von Erwachsenen beeinflussen, und besonders stark ist der Einfluss von MeinungsführerInnen in den Jugendgruppen, den sogenannten Peerleadern. Kann man also Peerleader ausbilden und deren Verhalten beeinflussen, werden sie indirekt Einfluss auf ihre Peergruppe haben.

Allerdings muss man die Frage stellen: Wirkt der Ansatz der Peereducation überhaupt? Es gibt einige Evaluierungen von Peerprojekten in Schulen, aber bisher wurde noch nicht untersucht, ob Peereducation in nicht-institutionalisierten Gruppen funktioniert. Überprüft wurde dies nun anhand von risk’n’fun. Risk’n’fun ist ein Peereducation-Projekt der Österreichischen Alpenvereinsjugend zur Risikokompetenzsteigerung bei Freeridern. Risk’n’fun besteht aus drei aufbauenden Training-Levels, die jeweils 5 Tage dauern. Inhaltliche und fachliche Kompetenz, offene Lernformen und die Umsetzung in der Praxis sind wesentliche Elemente, die sich in allen Angeboten finden. Ziel des Projekts, das seit 2001 läuft, ist es nicht nur die an den Trainings teilnehmenden Personen auszubilden. Es geht auch darum, der Idee der Peereducation folgend, positive Auswirkungen auf das Risikobewusstsein und Risikoverhalten in der Szene der Freerider und Tourengeher zu haben.

Methode:
In einer ersten Erhebungsphase wurden risk’n’fun TeilnehmerInnen in 10 Fokusgruppen nach ihrer Einschätzung zu Training, Wissenstransfer in die Zielgruppe sowie Transfer der Kompetenzen in andere Lebensbereiche befragt. In der zweiten Untersuchungsphase wurden 20 Tiefeninterviews mit Freeridern aus der sekundären Zielgruppe (= Peergruppe der risk’n’fun TeilnehmerInnen) durchgeführt. Für die Evaluierung des Know-how-Transfers in die Peergruppe der Szene der Freerider wurde mit einem qualitativen Forschungsansatz gearbeitet, wobei die beteiligten InterviewerInnen selbst szeneaffin waren. Sie wurden in drei Schulungen auf ihre Tätigkeit als ModeratorInnen und InterviewerInnen trainiert, führten selbst die Gruppendiskussionen und die Tiefeninterviews mit anderen SnowboarderInnen durch und erarbeiteten gemeinsam – mit wissenschaftlicher Begleitung – die Ergebnisse und Interpretation.

Ergebnisse und Learnings für andere Projekte:
Auch wenn bei der Evaluierung Personen befragt wurden, deren Training bereits mehrere Jahre zurückliegt, können sich fast alle an die Trainingsinhalte erinnern. Auffallend ist dabei, dass jene Übungen des Trainings besonders gut erinnert werden, die das Gruppengefühl stärken. Auch andere Übungen zur Verbesserung der „soft skills“ (Gruppendynamik, etc.) blieben im Gedächtnis. Der Zweck dieser Übungen für Risikokompetenz wird jedoch weniger erinnert.

Und: eine Übertragung von Trainingsinhalten auf andere Lebensbereiche erfolgt nicht automatisch. Diese Erkenntnis ist für viele Präventionsprojekte von großer Bedeutung, denn gerade das wird oftmals stillschweigend angenommen. Es muss aber im Projekt speziell angesprochen und praktisch behandelt werden, falls man bestimmte Kompetenzen in andere Lebensbereiche übertragen möchte.

Die praktischen Übungen in dem Setting sind für das Erlernen bestimmter Verhaltensweisen von sehr hoher Bedeutung. Es muss insgesamt im Training genügend Raum für das Einüben gegeben sein. Trainings müssen daher auf jeden Fall mehrtägig sein, nur so kann tatsächlich jedeR TeilnehmerIn auch selbst Erfahrung sammeln. Weiters zeigt sich, dass mehrstufige Trainings oder zumindest mehrere Treffen für eine ernstzunehmende Ausbildung von Peerleadern wichtig wären, denn erst dann werden sie von sich aus aktiv werden.

Wirkt Peereducation in Jugendszenen? Ja!
Ein Know-how-Transfer durch Peereducation in Jugendszenen oder Lebensstilgruppen findet statt. Allerdings werden in erster Linie Personen aus dem Freundeskreis der trainierten Peers, die auch zu derselben Szene gehören, erreicht. Es zeigt sich, dass eine starke Beeinflussung des Verhaltens – in diesem Fall bei der Ausrüstung – stattfinden kann. Hard Facts, wie Informationen über Hangneigung, Lawinengefahr, Wind etc., werden in der eindeutigen Situation (hier: am Berg) vermittelt, allgemeine Informationen über Training und Inhalte werden im alltäglichen Gespräch vermittelt.

Je näher die soziale Bindung der TeilnehmerInnen zu den Mitgliedern der Peergruppe desto mehr Vertrauen wird der Person entgegengebracht, und je öfter man gemeinsam in der Szene aktiv ist, desto stärker ist auch der Einfluss der Peers. Auch andere Szeneinsider erreicht man noch mit Informationen. Die Beeinflussung des Verhaltens ist hier jedoch schon viel geringer. Gar nicht werden Personen erreicht, die von ihrem eigenen Wissen und ihren eigenen Fähigkeiten zu sehr überzeugt sind.

Insgesamt kann man aus dem Forschungsprojekt ableiten: Peereducation bewirkt eine bewusste und/oder unbewusste Verhaltensänderung bei den TrainingsteilnehmerInnen und in der Peergruppe. Eine Bewusstseinsänderung kann durch Informationsweitergabe, eine Verhaltensänderung kann durch Nachahmung erfolgen!
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Es liegt wohl an der Auswahl der Inhalte, der Art und Weise der Vermittlung und vor allem an den Menschen, die mit ihrer Begeisterung und ihrem Engagement risk´n´fun zu dem machen, was es ist – eine dynamische und zeitgemäße „Kompetenzschmiede“ in Sachen Eigenverantwortung im backcountry! risk´n´fun hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der zentralen Drehscheiben für Risikokompetenz im deutschsprachigen Raum entwickelt, deren Impulse weit über die Freerideszene hinaus Konzepte und Diskussionen beeinflussen.

kaunertal

Bildrecht: Kaunertaler Gletscherbahnen, Foto by Daniel Zangerl

Die Kaunertaler Gletscherbahnen und risk'n'fun haben gemeinsam ein innovatives Infosystem für Freerider entwicklet. Unter dem Namen "check your line" wird auf die verschiedenen Aspekte beim Freeriden direkt vor Ort hingewiesen.

Check your line gibt es ebenfalls in Südtirol - dort hat unser Kooperationspartner, der AVS am Speikboden und am Schnalstaler Gletscher "check your line" umgesetzt. An dieser Stelle Dank an all unsere Kooperationspartner!

Experteninterview mit Rudi Mair, dem Leiter des Lawinenwarndienstes in Tirol zum Thema:

Check your line am Kaunertaler Gletscher

Herr Mair, jedes Jahr verunglücken sehr viele Menschen beim Freeriden, einige kommen bei waghalsigen Aktionen sogar zu Tode. Welche Gründe sehen Sie dafür?

Der Hauptgrund ist eindeutig die fehlende, schlechte und ungenügende Tourenplanung. Die wenigsten Wintersportler planen richtig, bevor sie sich ins alpine Gelände begeben. Das ist ein großer und teilweise lebensgefährlicher Fehler.

Was sind die häufigsten Gründe? Unerfahrenheit? Schlechtes Equipment? Gruppendynamik? Übermut? Lust am Risiko oder der Gefahr nach dem Motto no risk, no fun?

Einerseits Unerfahrenheit. Sehr viele Freerider wissen über den Schnee nur: er ist weiß, er ist kalt, auf ihm kann man Ski fahren oder snowboarden. Ein Risikobewusstsein fehlt bei sehr vielen aber völlig. Andererseits sind aber auch erfahrene Wintersportler, die die Gefahr eigentlich kennen, sehr oft von Unfällen betroffen. Gründe dafür sind meist eine falsche Gruppendynamik oder auch eine gewisse Überheblichkeit. Einige denken, der Expertenstatus schützt einen per se vor Unfallen. Aber auch für Experten gilt die Devise: Experte, pass auf! Die Lawine weiß nicht, dass du Experte bist!

Freeriden, also das Skifahren im freien Gelände, liegt voll im Trend. Damit steigt auch die Gefahr von Lawinenunglücken am Berg. Was kann, oder besser, was muss ein Freerider also können und was muss er beachten, bevor er sich ins Backcountry begibt?

Ein Freerider muss die Grundlagen der Schnee- und Lawinenkunde aus dem FF beherrschen. Besonders wichtig ist die gewissenhafte und umfangreiche Tourenplanung. Voraussetzung für den perfekten Freeride Tag ist die realistische Einschätzung der Lawinengefahr, der Geländebeschaffenheit und der Leistungsfähigkeit der Gruppe. Wer alleine im Backcountry unterwegs ist, sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass er bei einer Lawinenverschüttung nicht sofort Hilfe erfährt. Das Risiko alleine zu gehen ist daher groß und daher empfehle ich das keinem.

Sie sind Leiter des Tiroler Lawinenwarndienstes und somit ein Experte auf dem Gebiet. Was halten sie von dem neuen Freeride-Infosystem Check your line am Kaunertaler Gletscher?

Das Check your line Tafelsystem ist eine tolle Einrichtung: hier können sich Freerider wichtige Informationen einholen wie die Telefonnummer des Lawinenwarndienstes, ein Panoramabild des Abfahrtsbereiches oder Kartenmaterial. Und auch ganz wichtig, der Freerider bekommt eine Checkliste basierend auf Fragen an die Hand, die sich jeder Fahrer vor während und nach der Abfahrt stellen sollte. Beispielsweise: passt die gewählte Abfahrtvariante zu meiner Gruppe? Passt die Hangneigung zur aktuellen Lawinenwarnstufe oder bin ich ausreichend ausgerüstet?

Was kann eine Initiative wie Check your line in diesem Kontext leisten?

Check your line schafft Bewusstsein und regt zum Nachdenken an. Denn Lawinengefahr ist Lebensgefahr. Ich sage immer, lieber vor dem Run fünf Minuten nachdenken, als hinterher ein leben lang tot sein.

Wie unterscheidet sich der Kaunertaler Gletscher mit seinem Infosystem gegenüber anderen Skigebieten. Was ist das Besondere?

Check your line fördert und fordert die Selbstverantwortung der Freerider und arbeitet nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Es ist in dieser Form daher einmalig. Hier haben sich absolute Profis Gedanken über die Sicherheit von Freeridern gemacht und immer auch die Zielgruppe Freerider selbst in den Entstehungsprozess mit einbezogen. Sowohl risk’n’fun, das Ausbildungsprogramm der österreichischen Alpenvereinsjugend als auch die Kaunertaler Gletscherbahnen haben da gemeinsam hervorragende Pionier Arbeit geleistet. Check your line hat definitiv Vorbildcharakter für andere Skigebiete, die oft noch mit absolut sinnlosen Verboten arbeiten.

Ganz konkret, welchen Vorteil bringt das Präventivsystem gegenüber Freeride-Verboten?

Verbote sind Nonsense. Freeridern kann man ohnehin nichts verbieten: Also ist der Check your line Ansatz der einzig Richtige, nämlich gezielt aufklären und informieren, als diese Zielgruppe mit ohnehin wirkungslosen Verboten sich selbst zu überlassen!

Sind Verbote überhaupt noch zeitgemäß?

Verbote waren nie zeitgemäß, jede Jugend hat sich über unsinnige bzw. einengende Verbote hinweggesetzt. Verbote sind sogar kontraproduktiv und machen das Abenteuer Freeriden noch viel attraktiver. Daher: INFORMATION statt VERBOT!

Das System muss sicher jedes Jahr „optimiert“ werden. Was sind Dinge, die in der nächsten Zeit noch dazu kommen werden? Reicht es aus, 4 Schilder aufzustellen oder sollte es weitere Maßnahmen geben?

Es sollte sicher noch weitere Maßnahmen geben: Freerider sind meist jung und technisch aufgeschlossen, hier würden sich auch Initiativen über moderne Handys wie pda’s oder iphones anbieten. Der Lawinenwarndienst Tirol bietet z.b. für Handys maßgeschneiderte Lawineninformation unter www.tirol-mobile.at/lawine an.

Herr Mair, vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person Rudi Mair:
Rudi Mair ist Meteorologe und er leitet den Lawinenwarndienst Tirol. Mit Schnee befasst sich der Schnee- und Eisphysiker seit nunmehr 25 Jahren, unter anderem verbrachte er zwischen 1988 und 1990 eineinhalb Jahre auf der deutschen Georg-von-Neumayer-Station in der Antarktis.