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Pilgerwanderung Tuxer Alpen 3.-5.9.2010 (Pilgerwanderung Tuxer Alpen 3.-5.9.2010)

Bergwetter Bayerische Alpen Ost,Österreichische Nordalpen

Di
15.10.
Mi
16.10.
Do
17.10.
 
Dienstag, 15.10.2019
Trotz einiger Wolkenfelder freundlich und trocken. Dafür sorgt der Föhn noch einmal für sehr warme Temperaturen. In der ersten Nachthälfte beendet eine Kaltfront die Föhnlage, es schneit von etwa 2500 m auf unter 2000 m herunter. Die Mengen sind unergiebig. Es weht stürmischer Wind, die zweite Nachthälfte dürfte bereits wieder ruhig verlaufen. Die Temperaturen liegen in 1500 m zwischen 4 und 16 Grad, in 2500 m zwischen -2 und 7 Grad. Der Wind kommt in freien Kammlagen in 2500 m mehrheitlich aus Sektor Süd mit 25 km/h im Mittel.
Mittwoch, 16.10.2019
Am Mittwoch wieder viel Sonne allerdings um einige Grade kühler als am Vortag. Tagsüber ziehen nur dünne Schleierwolken durch. In der zweiten Nachthälfte ziehen zeitweise dichtere Wolkenfelder durch. Die Temperaturen liegen in 1500 m zwischen 3 und 11 Grad, in 2500 m zwischen -6 und 1 Grad. Der Wind kommt in freien Kammlagen in 2500 m mehrheitlich aus Sektor Südost mit 15 km/h im Mittel.

zum Alpenvereinswetter /  alle Regional- sowie Punktprognosen auf alpenvereinaktiv.com /  aktualisiert von der ZAMG Innsbruck am: 14.10.2019 um 13:18 Uhr /  Icons © Dotvoid www.dotvoid.se

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Pilgern Tuxer Alpen 2010

Pilgerwanderung Tuxer Alpen 3.-5.9.2010

Bericht über die Bergpilgerwanderung in den Tuxer Alpen

Fr. 3. So. 5. Sep. 2010

Pilgern heißt, mit den Füßen beten

( Ein etwas anderer Pilgerbericht von Christina Röck und Helmut Ehrgott )

An einem leicht kühlen Freitag Morgen treffen sich 25 Pilger aller Altersschichten aus den

unterschiedlichsten Regionen Salzburgs und Tirols um ein Pilger-Erlebnis zu beginnen, das

sicherlich jedem Teilnehmer noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir alle haben von der

Anmeldung zu dieser Pilgerwanderung eine Wegbeschreibung vor Augen - viele Höhenmeter

und eine gewaltige Wegstrecke war vorgesehen ein jeder zweifelt aber, ob der Schneefall

der letzten Tage dies auch zulassen wird. Jeder Pilger hat eine spezielle Motivation diese

Wanderung mit zu machen. Zum Teil kennt man sich schon von früheren Unternehmungen,

andere Teilnehmer sind einem gänzlich unbekannt. Nun aber beginnen drei spannende Tage,

die unter dem Motto zusammengefasst werden können:

Natur erleben, die Schönheiten der Schöpfung Gottes erleben.

Andere erleben, sich selbst erleben.

So stehen wir da, bei der Marienkirche in Wattens und beginnen uns bekannt zu machen ein

vorsichtiges Abtasten innerhalb der Teilnehmer. Dann die einleitenden Worte unserer

Pilgerbegleiter Gerlinde , Gitti und Hermann und der Aufbruch zur Laurentiuskirche, wo zur

Überraschung aller schon eine Gruppe von Gratulantinnen auf ein Geburtstagskind innerhalb

der Pilgergruppe wartet ab diesem Zeitpunkt darf Gitti noch öfters während dieser

Pilgerfahrt ihren Geburtstag feiern (Unheimlich, ein jeder in der Region scheint Gitti zu

kennen , denn auch mit jedem auf dem Weg werden ein paar Worte gewechselt , viele

Gratulanten begegnen uns in diesen Tagen und wir wissen bald , warum Gitti hier so beliebt

ist sie ist einfach ein toller, liebenswerter Mensch). Nach einer kurzen Andacht in der

Kirche und Infos zu den folgenden Tagen werden wir von Hermann ein erstes mal dazu

aufgefordert einen Kreis zu bilden, dabei einander näher zu kommen, ein Ganzes zu bilden

eine Gruppe. Danach geht es bergwärts bis zur Lourdeskapelle, wo uns langsam klar wird,

dass dies keine herkömmliche Pilgerwanderung wird. Hier geben Gerlinde und Hermann das

Thema Holz als Tagesthema für die Wanderung vor Holz in seiner unterschiedlichsten

Form, Eigenschaft und Verarbeitung. Wieder die Aufforderung von Hermann einen Kreis zu

bilden verbunden mit der Bitte mit dem Anfangsbuchstaben seines Vornamens einen Baum

zu benennen - und bald beginnen die Pilgerteilnehmer die Eigenschaften dieses Baumes mit

den eigenen zu vergleichen, ja sogar gleiche Eigenschaften zu erkennen. Dadurch entsteht ein

grandioses Szenario: Man öffnet sich den anderen, man gibt ein wenig von sich preis ein

intensiveres Kennenlernen beginnt auf den nächsten Kilometern, viele angeregte Gespräche

werden geführt und viel zu schnell ist die Mittagsrast erreicht: Das Hotel Jagerhof am

Kolsassberg. Am Nachmittag wechseln sich Wegstrecken mit intensiven Gesprächen, Pausen

mit Strecken-Infos von Gitti und spirituelle Augenblicke mit Hermann ab es geht hinein in

das Nafingtal. Der letzte Streckenabschnitt bis zu unserer Unterkunft wird dann schweigend

zurückgelegt eine bereichernde Erfahrung diese Übung des Schweigens und der

Achtsamkeit nur die Mountainbiker und Wanderer, die uns begegnen sind etwas irritiert von

unserem beharrlichen Schweigen. Zu diesem Tag des Holzes bekommen wir von Gerlinde

übrigens unseren ersten Pilgeranhänger (natürlich aus Holz). Abendessen vom Feinsten und

Unterkunft auf der Weidenerhütte (ca. 1800m) ein Lob an die Hüttenmannschaft!

Der nächste Morgen: Ein Wechselspiel Sonne Wolken Regen zeichnet sich ab. Wir starten

taleinwärts zum Nafingsee, eingehüllt in aufsteigende Nebelschwaden. Unser heutiges

Tagesthema wie passend an diesem Tag Wasser. Hermann zeigt uns bildlich die

Zusammenhänge zwischen Wasser und unserem Leben auf. Dazu ebenfalls passend

bekommen wir von Gerlinde unseren zweiten Pilgeranhänger:Eine Muschel mit dem

Pilgerzeichen. Hermann versucht wieder einmal mit uns ein Lied zu singen heute will es

ganz und gar nicht klappen mit unserer Gesangeskunst. Schweren Herzens entscheidet Gitti

endgültig über die heutige Streckenführung es wird nichts mit Nurpenjoch, Rastkogel und

Halslspitze man spürt wie gerne sie uns dorthin geführt hätte (Aber der Schnee, der uns den

Aufstieg verweigert, passt doch toll zu unserem Tagesthema Wasser). Neue Route: Über den

Bettlersteig in das Nurpenstal und den Nurpensalmen, danach zu unserer zweiten Unterkunft

Gasthof Hausstatt am Weerberg.

Beim Abstieg vom Nafingsee bis hin zur Weidenerhütte wieder ein von Hermann

ausgerufenes Schweigen irgendwie beginnt man sich an diese Übung zu gewöhnen, sieht

und hört sich bewusst um und bekommt neuartige Eindrücke. Am Bettlersteig anfangs nasser

tiefer Boden (wieder unser Tagesthema Wasser), dann herrliche Blaubeerfelder und nach

einiger Zeit tauchen die malerischen Nurpensalmen auf, wo wir die Mittagsrast einlegen.

Plötzlich gehen die Stalltüren auf und zum Almabtrieb geschmückte Rinder geben uns die

Ehre ein toller Anblick. Wasser das Thema heute jetzt bekommen wir es auch noch von

oben zu spüren. Rucksäcke werden hastig nach dem mitgeführten Regengewand durchwühlt

und die ganze Pilgergruppe startet den nächsten Wegabschnitt fest verpackt im Regen-Outfit.

Aber irgendwie spielt heute die Natur mit uns nach wenigen Minuten setzt sich die Sonne

durch und wir legen die Regenkleidung wieder ab. Auf dem Weg zum Gasthof Hausstatt am

Weerberg (ca. 1300 m) gibt es wieder interessante Infos zu den umliegenden Gipfeln und

Tälern von Gitti und spirituelle Denkanstöße von Hermann neuerliche Gesangsversuche

werden meist unterlassen.

An einer Weggabelung meint Gitti dann plötzlich, dass für diejenigen Teilnehmer, die noch

einen kleinen Gipfel ersteigen wollen, hier die Möglichkeit bestünde sich von der

Pilgergruppe zu trennen. Hier passiert etwas von vielen vielleicht nicht so beachtetes Ereignis:

Keiner will sich von der Gruppe trennen (Obwohl genügend Gipfelstürmer vorhanden wären)

alle wollen zusammen bleiben wir sind Eins geworden.

Beim Gasthaus Hausstatt werden wir dann sehr herzlich empfangen und Gitti bekommt eine

wunderschöne Geburtstagstorte, die der ganzen Pilgergruppe zu Gute kommt. Nach einem

köstlichen Abendessen und anschließenden Umtrunk funktioniert zu Hermanns Erstaunen

auch das gemeinsame Singen. Wegen Platzmangel werden wir zur Übernachtung auf mehrere

Unterkünfte verteilt Taxidienst erledigt der Wirt selbst, wofür es hier nochmals ein

herzliches Dankeschön gibt.

Der dritte Tag beginnt mit einem fürstlichen Frühstück man kommt sich fast vor wie auf

einer Schlemmerreise. Spontan wird der heutige Wegverlauf noch geändert, was auch herrlich

mit einem Denkanstoß von Hermann an diesem Tag zusammenpasst: Der Mut

Entscheidungen zu treffen. Wieder gibt es einen Wegabschnitt, den wir schweigend

zurücklegen diesmal wird besonders langsam gewandert eine herrliche Übung der

Langsamkeit (Ein schöner Ausdruck dafür ist auch Entschleunigung), Stille (Übung die Stille

aushalten und genießen) und Achtsamkeit. Gerlinde verkündet das Thema des letzten

Pilgertages: Stein. Einige Gedanken zu diesem Thema werden erörtert. Jeder soll nun einen

Stein suchen und diesen mitnehmen jeder seinen individuellen Stein es ist gar nicht so

leicht sich für einen zu entscheiden, womit wir wieder beim vorhin erwähnten Denkanstoß

angelangt sind. Wir steigen ab nach Weerberg und besuchen das Kirchlein St. Peter, wo wir

einen geschichtlichen Einblick durch den Mesner bekommen. In der Kirche darf jeder von uns

ein Kerzchen anzünden und dabei, wenn er möchte, Worte an Gott und die Pilgergruppe

richten ergreifende Momente entstehen. Wir merken, dass wir zusammengewachsen sind.

Wir haben den Mut entwickelt uns den anderen Pilgerteilnehmern zu öffnen. Wir sind nicht

alleine wir sind eine Gruppe wir sind Eins. Danach geht es zurück nach Wattens zum

Marienplatz, wo wir unsere Pilgerwanderung beenden.

Es war ein weiter Weg (ca. 55km) mit einigen Höhenmetern (ca. 2000hm), die wir

zurückgelegt haben, es war ein einzigartiges Erlebnis mit einer traumhaften Pilgergruppe.

Wir sagen Danke, dass wir diese drei Tage mitmachen und erleben durften.

Zum Abschluss noch ein grandioser Satz, der uns heute untergekommen ist:

Mit dir selbst hab Geduld Gott hat sie auch

 

 

Hier der Bericht zum Herunterladen:

 

 

Hier Zeitungsberichte vom Pilgern

 

Hier Zeitungsbericht Rupertus Blatt vom 24.10.2010

 

Hier die Fotos vom Pilgern in Tirol:

http://www.alpenverein.at/rauris/Alben/2010/2010_09_03_Pilgerwanderung_TuxerAlpen/index.php?navid=4

 
 
 

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