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Pistentouren (Pistentouren)

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Pistentouren

"Liebe Alpenvereinsmitglieder und Schitourenfreunde,

mit der stark wachsenden Bedeutung des Schitourengehens hat in den letzten Jahren auch das Tourengehen auf Schipisten enorm an Beliebtheit gewonnen. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • die zunehmende Gesundheitsorientierung in unserer Gesellschaft
  • gute und sichere Schnee- und Lawinenverhältnisse auf Schipisten auch wenn die Tourenbedingungen im freien Gelände schlecht sind
  • der oft geringere Zeitaufwand im Vergleich zu Touren im freien Gelände und nicht zuletzt
  • der Aspekt der Geselligkeit – viele Touren über Schipisten enden mit einer Einkehr auf einer Berg- oder Schihütte

Der Österreichische Alpenverein (ÖAV) anerkennt das Schitourengehen auf Pisten als eine mögliche Bewegungsform in der Natur und als Ausdauersport. Das Aufsteigen mit Schi auf Pisten leistet einen wertvollen Beitrag für die eigene Entspannung und fördert Fitness und damit die Gesundheit.

Durch diese Form der Bewegung, verstärkt durch eine zunehmende Zahl an Aktiven, entsteht Konfliktpotenzial zwischen verantwortlichen Betreibern und Nutzern. Mögliche Gefahren während der Liftbetriebszeiten und der Pistenpräparation sind nicht auszuschließen. Daher bittet der ÖAV seine Mitglieder, sich als Gast in den Schigebieten zu sehen und an die 10 Empfehlungen des Kuratoriums für Alpine Sicherheit zu halten.

Wer diese grundlegenden Verhaltensregeln für Pistengeher beachtet und als eigenverantwortlicher Bergsteiger unterwegs ist, beugt Unfällen vor und trägt gleichzeitig seinen Teil dazu bei, dass mögliche Konflikte gar nicht erst entstehen. Wir als Alpenvereinsmitglieder sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen!

Im Namen des ÖAV wünsche ich Ihnen schöne und unfallfreie Touren, ob auf Pisten oder im alpinen Gelände."

Ihr Andreas Ermacora
(Präsident des Österreichischen Alpenvereins)

Pistentouren/ c M. Scheuermann DAVzoom
Pistenraupen im Einsatz/ c M. Scheuermann DAVzoom
Pistentouren - Axamer Lizum/ c M. Scheuermann DAVzoom
 

Beim Aufstieg kann es insbesondere in Steilhängen, an übersichtlichen oder engen Passagen zu Kollisionen mit Skifahrern kommen. Um Unfälle zu vermeiden, bitte für den Aufstieg immer den Pistenrand benützen und die Piste nur an übersichtlichen Stellen und mit genügend Abstand queren!

In die Piste gefrorene Abfahrtsspuren können am nächsten Tag zu Hindernissen für Skifahrer werden. Besonders im Spätwinter und Frühjahr kann das der Fall sein, wenn Spuren bei wärmeren Temperatur- und feuchteren Schneeverhältnissen tief in die Piste gefrieren. Daher auf frisch präparierten Pisten, die noch nicht verfestigt sind, bitte nur im Randbereich abfahren.

Die Pistenpräparierung mit Seilwinden ist längst nicht mehr nur auf Steilhänge begrenzt. Notwendige Hinweise zur Kennzeichnung bzw. Absperrung können unter Umständen weit von den Pistenfahrzeugen entfernt sein. Gespannte oder plötzlich schwingende Stahlseile können vor allem in der Nacht lebensgefährlich sein. Auch Beschneiungsanlagen und ihre Leitungen sowie Schneedepots können zu höchst gefährlichen Hindernissen werden. Zur eigenen Sicherheit und aus Rücksicht gegenüber dem Liftbetreiber unbedingt Pistensperren für Präparierungs- und Wartungsarbeiten sowie lokale Warnhinweise beachten und die Pisten bis zu den festgelegten Zeiten wieder verlassen.

Wer mit dem Auto zu seiner Pistentour aufbricht, sollte ausschließlich die ausgewiesenen Parkplätze benützen und allfällige Parkgebühren entrichten. Damit wird vermieden, dass Einfahrten oder Privatgrund zugeparkt wird oder nach der Skitour ein Strafmandat am eigenen Auto wartet.

Peter Habeler

"Ich kenne die Problematik zwischen Seilbahnunternehmen, Skifahrern und Tourengehern. Damit die Pisten so toll beisammen sind, ist ein sehr großer Aufwand nötig, den es zu respektieren gilt. Daher muss ich mich als Pistentourengeher auch entsprechend fair verhalten und die 10 Empfehlungen leben. Nur so wird ein vernünftiges Miteinander gefördert. Ich finde es wichtig, dass der Österreichische Alpenverein hier sachliche Aufklärungsarbeit leistet und seinen Teil zu diesem vernünftigen Miteinander beiträgt."

Peter Habeler
(Extrembergsteiger, Alpinschulleiter)

 

Im freien Gelände genießt der Skitourengeher in Österreich aufgrund gesetzlicher Bestimmungen für den Wald und das alpine Ödland sog. „Wegefreiheit“. Auf Skipisten im Waldbereich greift diese Wegefreiheit nicht. Durch die Rodung und die notwendige Umwidmung der Flächen im Flächenwidmungsplan verlieren Pistenflächen ihre gesetzliche Qualifizierung als Wald. Im waldfreien alpinen Gelände, in Abhängigkeit vom jeweiligen Bundesland, greift die Wegefreiheit nur eingeschränkt! Eine Ausnahme ist Vorarlberg, wo Tourengeher bei geschlossener Schneedecke ein allgemeines Recht zur Benützung von Skipisten haben.

Allerdings kann für Skitouren, die (heute) über Pisten führen, durch eine entsprechend lange Benutzungsdauer Gemeingebrauch vorliegen oder ein Wegerecht ersessen sein. Die Dauer, wie lange eine Nutzung für Skitouren bereits stattgefunden haben muss, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und beträgt zwischen 10 und 30 Jahren.

Wer auf Pistentour unterwegs ist, trägt Verantwortung für sich, andere Tourengeher und Skifahrer. Dies gilt besonders bei Pistentouren nach Betriebsschluss („Abendskitouren“). Dann haftet der Liftbetreiber nur noch für zu dieser Tageszeit ungewöhnliche, besonders große und schwer erkennbare Gefahren.

Sperren für die Dauer der Pistenpräparierung oder Wartungsarbeiten sind rechtlich zulässig und von den Tourengehern zu respektieren! Wer dagegen verstößt, muss mit Strafen rechnen.

Pistentouren - Tourengeher-Parkplätze/ c M. Scheuermann DAV
Pistentouren/ c M. Scheuermann DAV
 

Pistentouren Sicher & Fair!

Die 10 Empfehlungen nach dem Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit

Werte Pistengeherin! Werter Pistengeher!

Auch auf Pisten sind Sie eigenverantwortlich unterwegs. Alpine Gefahren, insbesondere die Lawinengefahr, sind selbst einzuschätzen. Notfallausrüstung ist mitzuführen. Skipisten stehen in erster Linie den Benützern der Seilbahnen und der Lifte zur Verfügung. Um Unfälle und Konflikte zu vermeiden, bitten wir, neben den FIS-Verhaltensregeln auch folgende Empfehlungen zu beachten:

1.   Warnhinweise sowie lokale Regelungen beachten.

2.   Der Sperre einer Piste oder eines Pistenteils Folge leisten. Beim Einsatz von Pistengeräten - insbesondere mit Seilwinden - oder bei Lawinensprengungen, etc. kann es zu lebensgefährlichen Situationen kommen. Pisten können daher aus Sicherheitsgründen für die Dauer der Arbeiten gesperrt sein.

3.   Nur am Pistenrand und hintereinander aufsteigen.

4.   Die Piste nur an übersichtlichen Stellen und mit genügend Abstand zueinander queren.

5.   Frisch präparierte Pisten nur im Randbereich befahren. Über Nacht festgefrorene Spuren können die Pistenqualität stark beeinträchtigen.

6.   Bis 22:30 Uhr oder einer anderen vom Seilbahnunternehmen festgelegten Uhrzeit die Pisten verlassen.

7.   Sichtbar machen. Bei Dunkelheit oder schlechter Sicht Stirnlampe, reflektierende Kleidung etc. verwenden.

8.   Bei besonders für Pistentouren gewidmeten Aufstiegsrouten/Pisten nur diese benützen.

9.   Hunde nicht auf Pisten mitnehmen.

10. Ausgewiesene Parkplätze benützen und allfällige Parkgebühren entrichten

Die 10 Empfehlungen nach dem Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit/ c ÖAVzoom
 

Unabhängig von der rechtlichen Situation sollte jeder Pistengeher durch die Beachtung der „10 Empfehlungen für Pistentouren“ seinen Beitrag für ein sicheres und konfliktfreies Miteinander auf Skipisten leisten. Die gelebte Praxis in den meisten Skigebieten beweist, dass das mit Sensibilität für die Interessen des Anderen, Rücksichtnahme und Eigenverantwortung in jedem Fall möglich ist.

Der Österreichische Alpenverein vertritt zu Skitouren auf Pisten folgende Standpunkte:

  • NEIN zu einer „Pistenmaut“ für Tourengeher während der Betriebszeiten
  • JA zum freien Aufstieg während der Betriebszeiten
  • JA zu begründeten zeitlichen Pistensperren (z.B. Präparierung mit Seilwinden)
  • JA zu angemessenen Parkgebühren
  • JA zur Erarbeitung lokaler Konfliktlösungen
  • Mönichkirchen am Wechsel/ NÖ - siehe Webseite
  • Anaberglifte im Mostviertel/ NÖ - siehe PDF

Im Sinn dieser genannten Grundsätze beteiligt sich der ÖAV mit seinen Landesverbänden und Sektionen gerne an der Erarbeitung und Umsetzung lokaler bzw. regionaler Lösungsmodelle. Als positives Beispiel kann die Lösung im Großraum Innsbruck angeführt werden. Das „Innsbrucker Modell“ wurde 2009 unter Mitwirkung des ÖAV von einer breiten Plattform erarbeitet und umgesetzt und 2015 erweitert.

Demnach steht unter der Woche an jedem Abend ein spezielles Skigebiet länger für Tourengeher offen, die Pisten werden erst ab 22 Uhr präpariert. Das „Innsbrucker Modell“ hat sich bisher absolut bewährt und könnte als gutes Beispiel für andere Regionen dienen.

Hier die Tourenabende in der Wintersaison 2015/2016 in den Skigebieten rund um Innsbruck:

  • Montag: Axamer Lizum/Hoadl; Glungezer, Mutterer Alm, Rangger Köpfl, Rauthhütte
  • Dienstag: Glungezer, Mutterer Alm, Serles Bahn/Mieders,  Rauthhütte
  • Mittwoch: Mutterer Alm, Birgitzköpfelhaus, Bergeralm/Steinach, Seefeld/Rosshütte, Hoch-Imst, Sattelberg, Rauthhütte
  • Donnerstag: Patscherkofel, Mutterer Alm, Seefeld/Rosshütte, Kellerjoch, Sattelberg, Rauthhütte
  • Freitag: Seefeld/Rosshütte, Mutterer Alm,  Bergeralm/Steinach, Rauthhütte, Hoch-Imst, Sattelberg
  • Samstag: Bergeralm/Steinach, Seefeld/Rosshütte, Rauthhütte, Sattelberg
  • Sonntag: Rauthhütte

Weitere Information und den Pistentourenfolder als Download finden Sie unterwww.tirol.gv.at/sport/richtlinien-initiativen/pistentouren bzw. unter www.bergwelt-miteinander.at/winter/pistentouren

  •  Folder Pistentouren im Großraum Innsbruck

Die gedruckte Broschüre „Pistentouren Sicher & Fair – Empfehlungen und Position des Alpenvereins“ können Sie hier herunterladen.

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