Österreichischer Alpenverein

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Windkraftnutzung in den Alpen

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Bildunterschrift

Der Wind ist eine der ältesten menschenbekannten Energieformen und wird seit jeher genutzt, sei es als Windmühle oder als Antrieb für Segelschiffe. Die erste Energiekrise von 1973 gilt als Sprungbrett für die moderne Windkraftnutzung. In Österreich kam es 1994 zur ersten Förderregelung für Windkraft, in deren Folge die erste Windkraftanlage im Marchfeld mit einer Leistung von 150 kW errichtet.

Der Alpenverein begrüßt grundsätzlich alle Bemühungen zu einem nachhaltigeren Umgang mit den natürlichen Ressourcen und in diesem Sinne die Bestrebungen die Energiewende herbeizuführen. Die Energiewende beginnt aber nicht mit dem schrankenlosen Ausbau der erneuerbaren Energieformen, sondern mit einem klaren Bekenntnis, dass Energieeffizienz und der bewusste Umgang mit den vorhandenen Energieressourcen an erster Stelle stehen müssen.

Aufbau eines Windenergiegenerators cc weltderphysik.de

Um die Funktionsweise eines Windrades verstehen zu können, muss ein genauerer Blick auf den (Wind)Generator geworfen werden. Durch den anströmenden Wind werden die Rotorblätter in Bewegung gesetzt und der Windenergie wird in eine mechanische Drehbewegung umgesetzt. Diese Drehbewegung wird über eine Antriebswelle an ein Getriebe und im weiteren Schritt an einen Generator weitergeleitet. Neuere Windkraftanlagen haben kein Getriebe und daher wird die mechanische Energie direkt  an den Generator weitergeleitet.

Die Rotationsenergie wird vom Generator in elektrische Energie umgewandelt. Im Prinzip kann man sich unter einem Generator eine Kupferspule (elektrischer Leiter) vorstellen, die auf einer drehbaren Achse zwischen einem Dauermagnet mit Nord- und Südpol angebracht ist. Der Magnet erzeugt ein (magnetisches) Feld und über die Rotationsbewegung wird eine Spannung induziert woraus elektrischer Strom resultiert.

Die potentiell verfügbare Windenergie (weit weg von jeglichem Störeinfluss) wird als Leistungsdichte angegeben. Diese ist von der Winddichte und der dritten Potenz Windgeschwindigkeit abhängig und wird in W/m² angegeben. Geeignete Standorte im Sinne einer guten Ausschöpfung der potentiellen Energieumwandlung sind daher in Bereich mit stärkeren Windgeschwindigkeiten (obwohl auch hier technische Grenzen gesetzt sind), die jedoch nicht allzu hoch liegen, da mit zunehmender Seehöhe die Luftdichte abnimmt.

Der Österreichische Alpenverein spricht sich nicht generell gegen die Windkraft aus, verlangt aber aufgrund der Sensibilität der alpinen Regionen im Vorfeld eine ausgewogene und eingehende Planung und knüpt diverse Bedingungen an mögliche Standorte.

Dabei fordert der ÖAV insbesondere die strikte Einhaltung gewisser Tabuzonen für alpine Windkraftanlagen:
-) Schutzgebiete und deren Vorfelder
-) Standorte mit geschützten Lebensräumen, Tieren und Pflanzen
-) alpintouristisch bedeutende Gebiete
-) visuell exponierte Standorte.

Der ÖAV ist eine der Gründungsorganisationen des Umweltdachverbandes (UWD). Im Dezember 2011 hat der UWD das Positionspapier  "Umweltfreundliche Nutzung der Windenergie" beschlossen. Der ÖAV hat maßgeblich dazu  beigetragen und sieht es aus folgenden Gründen als ein wichtiges Grundsatzpapier zur weiteren Entwicklung der Windkraft in Österreich an:

Windkraft spielt im Konzert der Erneuerbaren für eine zukunftsfähige Energieversorgung in Österreich eine wichtige Rolle. Doch Windkraft braucht Fläche und kann Ökosysteme und das Landschaftsbild nachhaltig beeinträchtigen. Daher ist ein weiterer Ausbau nur durch klare Planung und mit Rücksichtnahme auf Naturschutz, Landschaft und Anrainer möglich. Der Umweltdachverband und der ÖAV sagen daher Ja zur Windkraft - doch nur, wenn der Ausbau an geeigneten naturverträglichen Standorten erfolgt. Die aktuellen Diskussionen in Tirol, Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark zeigen deutlich, dass für den Windkraftausbau dringend Kriterien für eine naturverträgliche Nutzung erforderlich sind. Der UWD hat deshalb gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen , zu denen die größten Naturschutzorganisationen und wesentliche Ökoenergieverbände zählen, ein Positionspapier erarbeitet, das mit Kriterien für Tabu- und Eignungszonen die Anforderungen für eine umweltverträgliche Nutzung der Windkraft bis 2020 aufzeigt.

Weiterführende Informationen:

-) Positionspapier des UWD zur umweltfreundlichen Nutzung der Windenergie
-) UWD Facten.Lage 2/2012 Naturverträgliche Windkraft: Raum für Mensch und Natur 

Bei der vorliegenden Montage handelt es sich um eine realitätsnahe Darstellung uns bekannter Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Windpark „Sattelberg“  geplant sind. Die Montage legt jedoch keinen Anspruch auf eine exakte lage- bzw. größengetreue Abbildung der geplanten Eingriffe.