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Skigebietserweiterung Schmittenhöhe über Hochsonnberg-Piesendorf (Skigebietserweiterung Schmittenhöhe über Hochsonnberg-Piesendorf)

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Skigebietserweiterung Schmittenhöhe über Hochsonnberg-Piesendorf

Blick auf die Areitbahn im Schigebiet Schmittenhöhe/ c W. Gantschnigg

Die Schmittenhöhebahn AG beabsichtigt das Skigebiet der Schmittenhöhe im Bereich Hochsonnberg-Piesendorf zu erweitern. Der Österreichische Alpenverein hat seine Parteistellung in Anspruch genommen und sich vehement gegen eine weitere skitechnische Erschließung von Tallagen ab 760 m Meereshöhe mit starken süd-südwestlichen Expositionen ausgesprochen. 

Aus Sicht des Alpenvereins kann ein Projekt, das eine Vollbeschneiung aller neuen Pisten voraussetzt, nicht umweltverträglich sein.

Deckblatt zum Regionalprogramm Pinzgau cc SalzburgerLandesregierung

Das Salzburger Raumordnungsgesetz 2009 schreibt in den § 11 und 12 vor, dass sich Gemeindeverbände zu bilden haben und das diese Verbände regionale Entwicklungskonzepte und raumwirksame Regionalprogramme zu entwickeln haben. Für die Regionalverbände Oberpinzgau und Pinzgau wurde im Juli 2013 das Regionalprogramm "Gemeinsamm gestalten" verabschiedet. Darin ist festgeschrieben, dass "zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandortes Pinzgau am nationalen und internationalen Markt ist die ständige Qualitätsverbesserung sowie Erweiterung des Angebotes essentiell. Es gilt dem Gast eine attraktive touristische Infrastruktur – Beherbergungs-, Gastronomie- und Erholungs- & Freizeitinfrastruktur – zu bieten. Erst auf Basis einer attraktiven Infrastruktur kann als zweiter Schritt eine entsprechend wirkungsvolle, touristische Vermarktung erfolgen." Im Fokus stehen u.a. Gletscherskigebiete und deren Weiterentwicklung zum Ganzjahresskigebiet und die Schaffung von Skiverbunden sowie Großskiräume. 

"Für den Wintertourismus im Pinzgau ist das zentrale Ziel die Sicherung einer attraktiven und wettbewerbsfähigen Basisinfrastruktur für das Kernangebot „Alpin-Ski/Snowboard fahren“. Um im intensiven Wettbewerb der Skigebiete im alpinen Raum konkurrenzfähig zu bleiben, gilt es demnach den Ausbau bzw. die Qualitätsverbesserung der Skiinfrastruktur voranzutreiben. Dementsprechend sollen im Pinzgau und im Nahbereich bestehenden Infrastrukturen sinnvoll miteinander verknüpft und in ihrer Funktion ergänzt werden. Da langfristig angestrebten Skigebiete, Skiverbände und Verknüpfungen mit Nachbarregionen wurden in der Abbildung Funktionale Gliederung schematisch und generalisiert als Zielvorgabe dargestellt.

Weiters ist heißt es im Regionalprogramm "...Ausbau Skiinfrastruktur, Schaffung von Parkflächen...Anpassung an klimatische Veränderungen durch den Ausbau von Beschneiungsanlagen..." Folgende Skigebiete sollen nach dem Regionalprogramm verbunden werden:

-) Saalbach-Hinterglemm nach Fieberbrunn (Tirol) [bereits realisiert]
-) Schmittenhöhe nach Viehhofen und weiter nach Saalbach-Hinterglemm und Leogang [bereits realisiert]
-) Kitzsteinhorn über den Maiskogel zur Schmittenhöhe [aktuelles Projekt Hochsonnberg-Piesendorf]

Der Bereich Hochsonnberg-Piesendorf ist explizit als touristischen Entwicklungsgebiet zur Sicherung der örtlichen Raumplanung festgelegt worden.


[1] Regionalmanagement Pinzgau 

Beilage zum Pinzgauer Regionalprogramm cc SalzburgerLandesregierungzoom

Geplant ist die Erweiterung des Skigebietes Schmittenhöhe um ca. 35 ha (davon ca. 26 ha Pistenfläche). Das Skigebiet der Schmittenhöhe ist derzeit von drei Talstandorten aus erreichbar. Einmal aus dem Schmittental mit Schmittenhöhebahn, trassXpress und Sonnalmbahn, zum Zweiten von Zell am See über den cityXpress und Hirschkogelbahn. Die dritte, und mittlerweile meistgenutzte Möglichkeit, führt von Schüttdorf aus über die Areitbahnen I, II, und III auf die Schmittenhöhe. Im Wesentlichen geht es beim Vorhaben der Schmittenhöhebahn AG um die Errichtung einer weiteren Aufstiegsmöglichkeit, damit auch von der Gemeinde Piesendorf die bestehenden Liftanlagen der Schmittenhöhe erreicht werden können. Insgesamt umfasst das Projekt vier neue Aufstiegshilfen: Eine Einseilumlaufbahn soll von Piesendorf aus als Zubringerbahn den Talgrund mit den Höhenanlagen verbinden. Die drei weiteren Aufstiegshilfen (jeweils kuppelbare Sechsersesselbahnen) dienen der Anbindung an das bestehende Skigebiet der Schmittenhöhe. Projektgegenständlich ist weiters eine Beschneiungsanlage samt Speicherteich sowie ein Parkplatz mit einer Fläche von ca. 3,5 ha (ca. 726 PKW-Abstellplätze und ca. 18 Bus-Kojen) an die B 168 "Mittersiller Straße". Begründet wird die Erschließung der Schmittenhöhe über Piesendorf damit, dass es an einer von drei Aufstiegsmöglichkeiten (Areitbahn) in das Skigebiet zu unerträglich langen und daher geschäftsschädigenden Wartezeiten kommt. Dabei wird betont, dass diese Situation durch das Einkaufszentrum und das neugeschaffene Gewerbegebiet noch verschärft wurde. Damit verbunden ist auch eine deutliche Zunahme der Verkehrsbelastung zwischen den Ortschaften Schüttdorf und Fürth.

Zusammengefasst gehen mit der Erschließung der Schmittenhöhe von Piesendorf aus lt. Projektwerberin folgende Punkte einher:

-      Entlastung der Areitbahn - deutlich reduzierte Wartezeiten

-      Verkehrsentlastung im Bereich Schüttdorf-Fürth

-      Schaffung zusätzlicher Pistenflächen

-      Qualitäts- und Komfortverbesserung im Skigebiet

Viel eher geht es in dem Projekt wohl darum, den Zielsetzungen des  Regionalprogramms Pinzgau „Gemeinsam gestalten“ zu entsprechen und Skiverbindungen sowie Vernetzungen von bestehenden (Skigebiets)Infrastrukturen zu tätigen, um einen gewaltigen zusammenhängen Skiverbund im Salzburger Land zu realisieren. Erste Schritte dieser Zielsetzung sind bereits mit den Skiverbindungen Saalbach/Hinterglemm – Fieberbrunn und Schmittenhöhe – Viehhofen bis Saalbach/Hinterglemm – Leogang umgesetzt. Das entscheidende „Puzzlestück“ besteht in der Verbindung der Schmittenhöhe nach Piesendorf, um anschließend  das Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn seilbahntechnisch über den Maiskogel zu erschließen.

Über das Vorhaben wird derzeit am Bundesverwaltungsgericht (BVwG) entschieden. Die Beschwerde des Alpenvereins – gemeinsam mit weiteren Beschwerdeführern – wurde am 11.12.2015 an das BVwG übermittelt.

Weiterführende Informationen

-) Stellungnahme Alpenverein (26.10.2010)
-) Gutachterliche Stellungnahme Dr. Robert Steiger (09.03.2012)
-) Beschwerde Alpenverein (11.12.2015)

Blick auf das Projektgebiet - Sonnenseite von Piesendorf cc WGanschnigg