Logo Österreichischer Alpenverein

Damüls/Mellau - Zusammenschluss über die Mittagsspitze (Vorarlberg) (Damüls/Mellau - Zusammenschluss über die Mittagsspitze)

Mitglied werden
zur Anmeldung
Noch versichert?
Produkt des Monats November
Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.prefa.at/
Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.sportler.com
Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.mercedes-benz.at/bergwald
Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.salewa.com
Teaser-Banner-Bild mit Link auf http://www.handltyrol.at/xxl/_lang/de/index.html

Damüls/Mellau - Zusammenschluss über die Mittagsspitze (Vorarlberg)

 

mellau_damuels.jpg

 

 

 

Schon seit dem Jahre 1986 wird der räumliche Zusammenschluss der beiden Schigebiete Mellau und Damüls im Bregenzer Wald (Vorarlberg) diskutiert. Aufgrund einer negativen Beurteilung seitens der Abteilung Forstwirtschaftlicher Dienst der Bezirkshauptmannschaft Bregenz wurde 1987 das Projekt nicht mehr forciert. Durch den derzeit enormen Erschließungs- und Wettbewerbsdruck im gesamten Alpenraum erfolgte im Jahre 1998 seitens der Seilbahnbetreiber ein neuerlicher Vorstoß, die beiden Schigebiete Mellau-Damüls zusammenzuschließen. 2003 wurde die naturschutzrechtliche Bewilligung zum Zusammenschluss beantragt, die nach einigen Projektänderungen im Jahre 2006 schließlich erteilt wurde. Durch die Eröffnung der so genannten Gipfelbahn im Dezember 2009 gilt der Zusammenschluss als verwirklicht. Bislang nicht errichtet wurde lediglich die kuppelbare 6er-Sesselbahn Ragaz inklusive Schipiste. Diese soll im Jahre 2010 begonnen und in Betrieb genommen werden.

 

mellaudamuels_grafik_kl.jpg

 
 

Der Zusammenschluss hat neben dem weiteren Verlust eines unerschlossenen Naturraumes enorme Eingriffe östlich der Mittagsspitze, im Bereich der Hinterargenalpe Wannenkopf Wannenalpe verursacht. Vom Zusammenschluss sind im Biotopinventar Hinterer Bregenzer Wald festgelegte Groß- und Kleinraumbiotope massiv betroffen. Neben drei neuen Seilbahnanlagen wurden damit auch großdimensionierte neue Schipisten mit einer Fläche von rund 100 Hektar verwirklicht.

Von diesen insgesamt ca. 100 zusätzlichen Hektar Pistenfläche gelten nur knapp 13 ha als Geländeveränderung im Sinne der restriktiven Auslegung des Begriffs Geländeveränderung nach dem Umweltverträglichkeits-prüfungsgesetz. Somit wurde der vom Gesetzgeber geforderte Schwellenwert von 20 ha nicht erreicht und konnte der Zusammenschluss verwirklicht werden, ohne ihn vorher einem UVP-Verfahren mit breiter Beteiligung der Öffentlichkeit sowie des OeAV als Umweltorganisation zu unterwerfen.

 

Das abzutragende Volumen betrug bis zu 262.000 m³, das anzuschüttende bis zu 79.000 m³. Die Seilbahn- und Pistenerschließung ist von der Bergstation Elsenalpbahn in direkter Linie zur Hinterargenalpe geführt worden. Die Pistenbreite in diesem Abschnitt beträgt 85 m. Von der Hinterargenalpe erfolgt eine weitere Erschließung in Richtung Wannenkopf. Dabei mussten neben großen Geländeeingriffen Waldgruppen geschlägert werden, um die durchschnittliche Pistenbreite von 107 m zu erreichen. Vom Wannenkopf wurde der dritte Seilbahn-/Pistenabschnitt über die sanften Hänge der Wannenalpe sowie über den Bettlerkopf in Richtung Roßstellen/Ufernalpe geführt. Der steile Abschnitt im Bereich Bettlerkopf musste mit Steinschlag- und Lawineneinrichtungen abgesichert werden. Die Gemeinde Damüls plant darüber hinaus eine Schigebietserweiterung in die Ragazer Mulde. Das Vorhaben ist vom bestehenden Schigebietsteil Hintere Ugaalpe Hohe Licht bis zum Gipfel des Ragazer Blanken bewilligt. Der bis heute noch unerschlossene Naturraum der Ragazer Mulde wird damit zerstört.