Österreichischer Alpenverein

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Kaunertal - Erschließung Weißseespitze-Gepatschferner vom Kaunertaler Gletscherskigebiet aus

OeAV lehnt Erschließung auf dem Dach der Ostalpen im Kaunertal ab

  

Das Gletscherskigebiet Weißseeferner liegt im Talschluss des Kaunertales, einem Seitental des obersten Inntales. Die Liftanlagen enden zum Teil unmittelbar an der österreichisch-italienischen Staatsgrenze. Das Gletscherskigebiet wird auf einer ca. 17 km langen Mautstraße, deren Mautstelle am Ortsende von Feichten liegt, erreicht. Ein Teil der Straße führt am ca. 5,5 km langen Gepatsch-Stausee entlang. Die Mautstraße ist vor allem im Bereich des Stausees nicht lawinensicher. Daher ist in Jahren mit normaler Schneelage im Hochwinter das Skigebiet geschlossen. Der Endpunkt der Mautstraße und der Ausgangspunkt des Gletscherskigebietes liegen auf 2.750 m Höhe. Hier befinden sich auch der Parkplatz und das Restaurant des Skigebietes. Das Skigebiet reicht von ca. 2.700 m bis auf etwa 3.100 m Seehöhe.    

Das damals vierte Tiroler Gletscherskigebiet wurde nach heftigen Auseinandersetzungen im Herbst 1980 eröffnet. Nach der Tiroler Seilbahnstatistik (Stand 1.12.2002) umfasst das Skigebiet Kaunertaler Gletscher 9 Anlagen, eine Förderleistung von 14.400 Personen/Stunde und eine Transportkapazität von 3.934 PersonenHöhenkilometer/ Stunde. Nach der Transportkapazität liegt das Kaunertaler Skigebiet im 1. Drittel der Tiroler Skigebiete. Knapp 25 Jahre nach der skitechnischen Erschließung des Weißseeferners bis zu einer Höhe von 3.111 m wollen die Kaunertaler aus diesem Talschluss ausbrechen, rund 400 m höher gehen und die Weißseespitze 3.526 m mit zwei Anlagen am Gepatschferner erschließen. Damit wird nicht nur die bisher in Österreich höchstgelegene Erschließung, sondern die völlig unerschlossene ostalpine Gipfelflur der Ötztaler Alpen angepeilt. Das Antasten eines neuen Gletschers ist nach dem UVP-Gesetz eine Neuerschließung. Neuerschließungen sind mit den Grundsätzen der Tiroler Seilbahnpolitik nicht vereinbar. Die Novellierung des Tiroler Naturschutzgesetzes und die Überarbeitung des Tiroler Seilbahnkonzepts sollen nun offensichtlich diese neue Dimension der skitouristischen Erschließung in den Ostalpen möglich machen. Der OeAV sieht darin das Ergebnis der unerbittlichen Wachstumsspirale im Skitourismus, um ganz vorne in der alpinen Champions League dabei zu sein. Viel höher gehts dann nicht mehr - nur mehr auf die Weißkugel und Wildspitze! Der OeAV lehnt schon das Ansinnen auf Erschließung dieser herrlichen Hochgebirgslandschaft ab (Bilder). Diese Landschaften von europäischer Bedeutung müssen frei von Eingriffen bleiben.
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