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Schutzgebietsbetreuung im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen


Alpenverein und Schutzgebietsbetreuung
Bereits im Jahre 1981 forderte der ÖAV ein Ruhegebiet im hinteren Zillertal. Grund war zum einen das Projekt einer Freundschaftsstraße über das Hundskehljoch sowie die Alemagna-Autobahn, zum anderen drängten die Seilbahnbetreiber des Skigebietes am Hintertuxer Gletscher auf einen weiteren Ausbau. 1991 verordnete die Tiroler Landesregierung schließlich das 372 km² große Ruhegebiet. In Kooperation mit dem Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz richtete der ÖAV 1992 die Schutzgebietsbetreuung ein. Anfängliche Vorurteile konnten durch den engen Kontakt zwischen der Schutzgebietsbetreuung und der einheimischen Bevölkerung bald abgebaut werden. Heute zeugen viele positiv umgesetzte Projekte von einer kreativen Naturschutzarbeit und einer erfolgreichen Regionalentwicklung im hinteren Zillertal. 

Grenzüberschreitender Schutzgebietsverbund
Eingebettet im "Vierländereck" von Salzburg, Nord-, Ost- und Südtirol liegt seit 1991 zwischen dem Nationalpark Hohe Tauern, dem Naturschutzgebiet Valsertal und dem Naturpark Rieserferner-Ahrn der 372 km² große Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen. Er gehört damit zum größten, grenzüberschreitenden Schutzgebietsverbund Europas.



Prädikat "Hochgebirgs-Naturpark"
Das von der Tiroler Landesregierung verordnete Ruhegebiet wurde im Jahre 2001 in "Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen" umbenannt. Er war damit der erste Naturpark in Westösterreich. Diese Auszeichnung können nur jene Schutzgebiete erlangen, die für die "Erholung in der Natur oder die Vermittlung von Wissen über die Natur besonders geeignet" sind. Die strengen Schutzinhalte eines Ruhegebietes werden durch das Prädikat "Naturpark" nicht berührt.


Ruhegebiete - Instrumente des alpinen Naturschutzes
Nach dem Tiroler Naturschutzgesetz können großflächige Regionen außerhalb des geschlossenen Siedlungsraumes als Ruhegebiete verordnet werden. Harte Erschließungen sind dort ausnahmslos verboten:

  • Straßen für den öffentlichen Verkehr
  • Seilbahnen zur Personenbeförderung
  • Lärmerregende Betriebe
  • Hubschrauberflüge zu touristischen Zwecken

Diverse Erschließungspläne in den Zillertaler Alpen konnten damit endgültig gestoppt werden: Eine "Freundschaftsstraße" über das Hundskehljoch ins Ahrntal, die Alemagna-Autobahn quer durch den Zillertaler Hauptkamm oder eine Skierschließung vom Schlegeisspeicher ins Tuxer Gletscherskigebiet.
Für die traditionelle Land- und Forstwirtschaft hat die Verordnung eines Ruhegebietes kaum Auswirkungen.

 
Ein Modellfall in der Schutzgebietsbetreuung
Zur Betreuung des Hochgebirgs-Naturparkes Zillertaler Alpen wurde 1992 eine Koordinationsstelle in der Geschäftsstelle der ÖAV-Sektion Zillertal in Mayrhofen eingerichtet. Seit 1996 hat der eigens gegründete Verein "Naturparkbetreuung Zillertaler Alpen" diese Arbeit übernommen.
In enger Kooperation mit der einheimischen Bevölkerung, den Gemeinden Brandberg, Mayrhofen, Finkenberg und der Fraktion Ginzling-Dornauberg sowie der Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz des Österreichischen Alpenvereins, der ÖAV-Sektion Zillertal und dem Amt der Tiroler Landesregierung/Abt. Umweltschutz konnte mit dem Modellbeispiel "Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen" ein erfolgreicher Weg der Schutzgebietsbetreuung als Chance für die Regionalentwicklung in Verbindung mit einem qualitativ hoch stehenden Schutz der Zillertaler Alpen beschritten werden.

 

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Schutzgebietsverbund Alpenhauptkamm

Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen (Nordtirol), bildet gemeinsam mit dem Naturpark Rieserferner-Ahrn (Südtirol) und dem Nationalpark Hohe Tauern (Kärnten, Osttirol und Salzburg) den größten Schutzgebietsverbund der Alpen. Die Gesamtfläche beträgt ca. 2.500 km².
 

Weitere Informationen zum Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen:
www.naturpark-zillertal.at