Österreichischer Alpenverein

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Familienbergwaldprojekt Obernberg 2012

„Jetzt weiß ich endlich wofür der Schutzwald gut ist“

Elf Familien arbeiten für eine Woche ehrenamtlich im Schutzwald in Obernberg am Brenner. An die 2000 Bäumchen wurden bereits gepflanzt und kranke Zirben ausgeschnitten. Spielerisch lernen Kinder mit ihren Eltern viel über die Funktion und die Pflege des Schutzwaldes in Tirol. Dieses Familienbergwaldprojekt ist eines von 16 Bergwaldprojekten, die der Österreichische Alpenverein (OeAV) heuer wieder in ganz Österreich organisiert.

Erst sechs Jahre ist Tomas Vitvar aus Tschechien alt: „heute habe ich dreißig Fichten gesetzt.“, berichtet er stolz. Seine Mama Jana Vitvarova pflanzt noch eifrig weiter, während er eine Pause macht und spielt. Tomas und seine Mutter sind eine von insgesamt elf Familien aus Deutschland, Tschechien und Österreich, die vom 5. bis 11. August einen Arbeitsurlaub in Obernberg/Brenner machen. Die 26 TeilnehmerInnen arbeiten in mehreren Gruppen und pflanzen entweder Fichten und Lärchen, schneiden vom Schneeschimmelpilz befallene Äste von den Zirben, schwenden Grünerlen oder machen Dickungspflege bei Lärchen.

Angeleitet werden die freiwilligen Helfer dabei von einem professionellen Team der Landesregierung Tirol, Gruppe Forst und dem ehrenamtlichen Team des Alpenvereins: „Das Grüne von den Bäumchen soll nach oben schauen, wenn der Baum gepflanzt wird,“ schmunzelt der Förster Roland Noichl von der Gruppe Forst des Landes Tirol, als er den Kindern ihre Aufgabe charmant näher bringt. Während die 6 bis 14-Jährigen mit ihren Eltern oder Großeltern Löcher graben oder in Kübeln die Pflanzlinge auf die Hänge tragen, bleibt genügend Zeit zu erklären, dass der Wald vor Lawinen und Muren schützt, das Trinkwasser sauber hält und die Luft reinigt.

Alles was man selber tut, versteht man viel besser. Und man kann wunderbar beobachten, wie bei den Eltern und Kinder sowohl das Verständnis für die Umwelt als auch für die Kulturnutzung des Waldes wächst.“, erklärt Noichl die Vorteile des Projektes. Insgesamt wurden heuer schon knapp 2000 Fichten und Lärchen gepflanzt. Die Kinder und ihre Eltern tragen das Wissen weiter und sensibilisieren für die Bedeutung des Waldes. Diese doppelte Nachhaltigkeit hat Friederike Geppert dazu bewogen heuer die Projektleitung für das Familienbergwaldprojekt zu übernehmen: „Ich will der Natur etwas zurückgeben, und außerdem arbeite ich gerne mit Gleichgesinnten an der frischen Luft.“

Neben dieser sinnvollen Komponente macht das gemeinsame Arbeiten und Spielen in der Natur ganz einfach Spaß, weshalb sich die 10-jährigen Mädchen Isabella Hauska aus Graz und Nora Welker aus Deutschland heuer wieder für das Bergwaldprojekt verabredet haben. Der Erfolg gibt dem Projekt Recht – denn das Familienbergwaldprojekt findet schon zum zehnten Mal in Obernberg statt und ist immer rasch ausgebucht.

„Am schönsten finde ich es, dass ich hier gemeinsam mit meinem Sohn arbeiten kann, in Deutschland hat man Kinder und Erwachsene beim Bergwaldprojekt getrennt“ erzählt Klaus Blacha aus dem Ruhrgebiet. „Besonders gut hat meiner Nichte gefallen, als wir am freien Tag zum Obernberger See gewandert sind und uns dort abgekühlt haben. Wer muss da noch in die Karibik fahren, wenn das türkisblaue Wasser vor der Haustüre wartet?“ strahlt, Gabi Hametner.

Untergebracht sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Jugend- und Seminarhaus des Alpenvereins Innsbruck in Obernberg. Unterkunft und Verpflegung sind frei.

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