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Bergwaldprojekt Kolmspitze, Kärnten 2013

Vom 4. bis 10. August trafen sich in Oberdrauburg im Oberen Drautal neun ehrenamtliche Helfer aus Ungarn, Deutschland und Österreich, um eine Woche lang einen Beitrag zur Erhaltung und Verjüngung des Schutzwaldes in Kärnten zu leisten.

Unser Einsatzgebiet
Das Obere Drautal ist ein Teil des Drautals in Kärnten und Osttirol. Es reicht von Lienz bis Möllbrücke. Im Norden wird das Obere Drautal von der Schobergruppe und der Kreuzeckgruppe begrenzt, im Süden von den Lienzer Dolomiten und den Gailtaler Alpen.

Oberdrauburg: Reich bestückt mit faszinierenden historischen Bauten und Kirchen ist Oberdrauburg ein kulturelles Juwel im Oberen Drautal. Archäologische Funde auf dem Schröttelhofer Feld haben bewiesen, dass Oberdrauburg bereits zur Zeit der Kelten und Römer besiedelt war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schloss Oberdrauburg („Castrum Traburch“) 1240, im Zuge eines Bündnisses zwischen dem Herzog Bernhard von Kärnten und dem Bischof Egeno von Brixen. 1292 ging Oberdrauburg in das Herrschaftsgebiet der Görzer über und wurde 1325 zum Markt mit Mautrecht erhoben.

Schutzprojekt Kolmspitze
Im Bereich der Schröttelhofalm bis ca. 1900m  Seehöhe oberhalb von Oberdrauburg im Oberen Drautal wurde im Schutzwald gearbeitet.

Umfangreiches Tätigkeitsfeld
Es war das erste Bergwaldprojekt in Oberdrauburg. Unter der Anleitung von Oberförster Ing. Josef Rainer, Forstverwalter von Hasslacher Forstbetriebe und seinem Team wurden 1200 Fichten und Lärchen gesetzt, Jungbäume gegen Wildverbiss verstrichen und gesprüht, zwei Weiserflächen eingerichtet und eingezäunt. Es wurden Äste von größeren Bäumen im unteren Bereich abgeschnitten und auf Haufen zusammengetragen, unten soll Licht hinkommen. Eine weitere junge Aufforstung wurde freigesichelt, damit die Bäume wieder Platz zum Wachsen haben. Durch die praktische Erfahrung, durch die abwechslungsreiche Tätigkeit und durch die Erklärungen der Forstfachleute war es den Teilnehmern möglich, einen tieferen Einblick in die Forstarbeit und in die Ökologie des Schutzwaldes zu bekommen.

Hitzerekord
Es wurde aber nicht nur gearbeitet - die Woche wurde durch einen Erholungstag abgerundet.
Der arbeitsfreie Tag war beim Hitzerekord von knapp 40°C im Tal obligatorisch, wir genossen ihn bei beim Besichtigen der Mühle in der kühlen Pirknerklamm, bei einer Plättenfahrt auf der Drau samt Steckerl-Grillen und beim Baden im Weissensee. Der See hatte wegen der Hitzewelle für den See warme 26°C.

Auch bei hohen Temperaturen „läufts“ beim Bergwaldprojekt
Die Hitze tat der Motivation keinen Abbruch, das breite Tätigkeitsfeld nahm wie geplant den ganzen Tag in Anspruch. An den Arbeitstagen gab es mittags zur Stärkung eine selbst zubereitete Bergwaldsuppe, bei einem Schattenplatzerl ließen wir uns diese schmecken. Trotz der hohen Temperaturen war die Stimmung bestens und auch der Spaß kann nicht zu kurz. Alle Teilnehmer bekräftigten, wieder bei einer solchen für sie sinnvollen Sache mitmachen zu wollen. „Bergwald, du siehst uns wieder“!

Erich Rockenbauer, Projektleiter

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