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Alpenverein Linz


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Vom Linzerhaus zum Linzerhaus - „mobil ohne Auto“

30.09.2017

Klimaerwärmung, CO2- Ausstoß, Naturkatastrophen, – der Alpenverein setzt Akzente: „Öffi- Touren“  schaffen Gelegenheit, die oben genannten Gefahren ins Bewusstsein zu rufen.

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Am Freitag, 29.09.17 geht es los: 9 Personen, Robert (der Tourenführer), Peter (ehrenamtlicher Präsident), Martin, Claus, Karin,Klaudia, Uli, Charlotte und ich (Ulrike) treffen sich um 15h am Bahnhof in Linz. Für manche schon ungewöhnlich genug (Ulrike) völlig auf das Auto zu verzichten,klingt auch die Tourenbeschreibung nach echter Herausforderung: Da heißt es, ca. 30km Entfernung in 10-11h in bergiger Gegend zu bewältigen. Pah! Das kann man doch sicher unterbieten ...

In Bad Mitterndorf erwartet uns ein Bus, der uns zum Leidwesen derer, die noch ein wenig gehen wollen, direkt zum Tauplitzhaus bringt. Bekanntes Procedere: Zimmer beziehen, Abendessen, freundlichste Bewirtung,gemütliches Beisammensein – auf Alkohol weitgehend verzichten – in Anbetracht der zu bewältigenden Tour ... und der Abmarschzeit um 6.15 Uhr. Bestes Wetter ist angesagt – welch ein Glück! Der Anblick des Himmels am frühen Morgen versetzt uns in Hochstimmung: es ist noch dunkel, am Himmel der blitzende Morgenstern, am Horizont ein oranger Streifen lässt uns den anbrechenden schönen Tag erahnen. Pünktlich traben wir los. Mit jedem Schritt wird es heller. Es ist ziemlich kalt. Handschuhe lohnen sich. Der Weg Nr.218 führt uns vorbei am Steirersee zum Schwarzsee. Die Seen im Dunkeln, die Bergspitzen um uns herum in sattem Sonnenlicht ins tiefe Blau des Himmels ragend: unglaublich schön. Minuten des Fotografierens, des Kraft Tankens angesichts dieser Bilder. Vorbei geht es an der Leistalmhütte, über saftige Almwiesen zu den Interhütten. Wer will trinken, wer braucht einen Bissen ... eine kompatible Gruppe – immer schnell einig. Die Leute scherzen, sie mögen sich.

Es erfolgt der Abstieg zum Grimmingboden und nach der Überquerung des Grimmingbaches geht es 250 hm bergauf in Richtung Hochmölbinghütte. 5h Gehzeit und nach Roberts Aussage liegt das längere Wegstück noch vor uns. Also keine Zeitersparnis. Nun aber gibt es eine ausgiebige Rast auf der Hausbank vor der Hütte.Jede/r sucht sich ein Sonnenplatzerl. Gut gelaunt, auch in Erwartung des wunderbaren Kaiserschmarrns und Apfelstrudels verbringen wir eine genüssliche halbe Stunde.

Richtung Osten marschierend, immer der Sonne entgegen, tauchen wir bald in den angeblich größten Zirbenwald Mitteleuropas. Kontinuierlich schraubt sich der Weg hoch. Dann der Angersattel und hier erspähen wir zum ersten Mal weit vor uns den Gebirgsstock des Warscheneck. Claus beäugt durch den Feldstecher zwei Bergsteiger im Gipfelbereich einer Steilwand, Robert will bei der naheliegenden Jagdhütte Wasser nachfüllen. Er gibt uns ein Zeichen, es gäbe kein Wasser, wir sollten weitergehen. Der Boden wird zunehmend felsiger, ähnelt immer mehr der typischen Bodenbeschaffenheit des Frauenkars auf der Wurzeralm. Einige wollen trinken, da meint Klaudia: „Also, i bin überzeugt, da stimmt was ned, da Robert und da Claus kommen ned nach...“

Karin, Klaudia und Manfred beschließen, umzukehren, uns wird eine Rast verordnet. Wir machen es uns, in der Sonne sitzend, halbwegs gemütlich. Doch unsere Unruhe wächst. Nach einer halben Stunde wollen wir nicht mehr untätig herumsitzen. Irgendwo über uns muss die Luckerhütte sein – dorthin wollen wir gehen. Peter startet als erster. Insgeheim lauscht jede/r in die Stille: Ist da nicht ein Hubschraubergeräusch?... Endlich die Luckerhütte! Uli und ich (Ulrike) steigen zur 5 min. entfernten Quelle auf. Die Beine brennen. Wieder auf der Hausbank sitzend, schreiben wir einen Info – Zettel und hängen ihn an einen Nagel an der Hüttentür. Wir wollen weitergehen. Da auf einmal von Ferne ein Rufen! Ein heiteres Rufen – das klingt gut! Und siehe da, sie stapfen an: Robert und Claus, die Verschollenen und Karin, Klaudia und Manfred. Erleichterung und Freude machen sich breit. Gott sei Dank alle vereint. Robert und Claus waren der frischen Wintermarkierung gefolgt und wussten nicht, wo wir gegangen waren...

Neu motiviert und voller Vorfreude auf den kommenden Abend marschieren wir dem Ziel entgegen. Nach weiteren zwei Stunden endet plötzlich der Wald und es bietet sich uns ein märchenhaftes Bild: blitzblauer Himmel, am grünen Hang das Linzerhaus, umsäumt von Bergen, davor der See mit dem Spiegelbild des Himmels und der Berge. Momente des Glücks.Alles geschafft,das Linzerhaus in seiner magischen Anziehungskraft vor uns – was will man mehr? Uli konstatiert mit einem Blick auf ihre überdimensionale Uhr: „10 Stunden 05 Minuten reine Gehzeit.“ Ein lauter, fast überschwänglicher Empfang einer herzlichen Hüttenwirtin, gegenseitige Gratulationen folgen. Gleich auf der noch sonnenüberfluteten Terrasse gibt`s ein Getränk. Die Zimmer werden bezogen und dann endlich! Eine Dusche! Vergnügt setzen wir uns zum Abendessen. Peter spendiert – im Hinblick auf seinen bevorstehenden Geburtstag – herrlichen Rotwein. Durch Gesang wollen wir unserer Hochstimmung Ausdruck verleihen. „Im Kellerstüberl könnts singa, do hert eich kana“, lacht die Wirtin. Unser Repertoire ist mangelhaft. In der Gaststube hatten wir einen Mann mit einem Gitarrenkasten entdeckt – wir bitten ihn an unseren Tisch. Tatsächlich folgt er unserer Einladung. „Wos woit`s denn singa?“ Musik auf Bestellung! Herrlich. Der Nachbartisch daneben füllt sich, Vorbeigehende gesellen sich dazu – ein Musikabend vom Feinsten. Unser Sänger entpuppt sich als Gitarrist der Gruppe „French Connection“ uns als ein ausgesprochen sympathischer Mensch.

Wer wann zu Bett ging, weiß man nicht so recht. Ist auch egal. Am Sonntag gibt’s keine Anstrengung mehr. Die Standseilbahn bringt uns ins Tal, ein Bus zum Bahnhof und der Zug nach Linz. Alles verläuft komplett reibungslos, sodass wir vom autolosen Reisen restlos überzeugt sind. Mit Sicherheit sind wir nächstes Jahr alle wieder mit dabei.

Ulrike Arnold

 
 
 

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