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Hochtouren Edelrauthütte

16.07.2017

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ 

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Wie geplant, wurden wir (Heidi & Andreas, Renate & Michael, Veronika, Ursula, Markus, Christine, Vroni, Rosi und Christa) vergangenen Juli an einem Donnerstagnachmittag von unseren beiden Tourenführern Peter und Franz am Nevestausee in den südlichen Zillertalter Alpen empfangen. Gemeinsam ging es schwer bepackt („Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“) die knapp 700 Höhenmeter zur Hütte hinauf. Trotz eines gesundheitlichen Zwischenfalls konnte die gesamte Gruppe unsere Unterkunft für die kommenden Nächte erreichen.

Der Wetterbericht verhieß für die darauffolgenden Tage nichts Gutes und somit stellte sich so mancher auf einen gemütlichen Hüttentag ein. Freitagmorgens ging ein verheißungsvoller Blick raus aus dem Fenster und uns war schnell klar, bei dem „tollen“ Wetter kann uns nichts aufhalten und so marschierten wir nach dem Frühstück gut gestärkt in Richtung Hoher Weißzint (3.371 m). Bis zum Anseilen am Gletscher konnten wir auch noch den ein oder anderen Blick auf das traumhafte Panorama rundherum werfen. Am Weg zum Gipfel veränderte sich das Wetter zunehmend und beim Gipfelkreuz hatte man aufgrund des Schneetreibens eher das Gefühl, dass Weihnachten vor der Tür stand. Nichtsdestotrotz ließen wir uns nicht die Zeit für ein gemeinsames Foto und eine kleine Stärkung nehmen. Am Weg zur Hütte wechselte der Schneefall kurzzeitig zu Regen über und endete glücklicherweise rasch wieder. Deshalb ging es am Nachmittag nach einer kurzen Regenerationsphase auf der Edelrauthütte für die besonders Motivierten auf den „Hausberg“ der Hütte, der Napfspitze (2.888 m). 

Für Samstag wurde deutlich besseres Wetter prognostiziert und somit wurde dieser Tag für unseren Hauptgipfel, dem Hochfeiler (3.510 m), eingeplant. Samstagmorgens begrüßte uns ähnliches Wetter wie tags zuvor, nur dass der Blick in die Ferne Neid aufkommen ließ, da so mancher weiter entfernte Gipfel von der Sonne begrüßt wurde. Frohen Mutes machten wir uns im Zwiebellook auf in Richtung Hochfeilerhütte. Begleitet von Wind, Regen, Schnee und letztendlich Graupelschauer legten wir auf der Hütte eine wärmende Pause ein. Für manche von uns war ein warmer und trockener Platz in der Hütte zu verlockend und so machten wir uns mit minimierter Gruppe auf in Richtung Gipfel, wobei aufgrund der Wettersituation primär nur mehr die 3.000er Marke als Tagesziel angepeilt wurde. Nachdem wir diese „unbemerkt“ hinter uns ließen und die verbliebene Gruppe nach wie vor voller Elan war, stapften wir im Schnee fröhlich weiter und trotzten den Entgegenkommenden, welche aufgrund der vorherrschenden Verhältnisse von einem unmöglichen Gipfelsieg für heute sprachen. Auf knapp 3.400m war der Punkt gekommen, an dem wir spätestens kehrt machen wollten, aber auch diese Marke wollten wir noch brechen und so keimte in jedem letzte Motivation auf, auch diesen Punkt zu knacken. Auf frisch beschneitem Fels ging es teilweise schon mit Steigeisen bestückt in Richtung „Wendeplatz“. Vor dem Firngrat, bei welchem es auch bei guten Verhältnissen im Sommer oftmals an Steigeisen bedarf, war der Entschluss gefasst, dass es zurück ins Tal geht. Just in dem Moment eröffnete uns der Himmel eine freie Sicht auf den Gipfel, der in etwa 50 Meter vor uns lag. Unsere Tourenführer erkannten die nach wie vor vorhandene Motivation und so kämpfte sich Peter mit Pickel und Steigeisen zum Gipfel und legte mit einem Fixseil eine Aufstiegshilfe für uns alle; somit war es geglückt, der Gipfelsieg am Hochfeiler trotz doch eher widriger, ja fast grausiger Wetterverhältnisse. Überraschenderweise hatten unsere Tourenführer eine Flasche Sekt mit und so konnten wir oben auf unseren zurückgelegten Weg und den Erfolg anstoßen. Am Rückweg nahmen wir noch die beiden Rastenden von der Hütte mit und dann ging es hungrig in unser Quartier zurück. 

Nach dem Abendessen wurden Pläne für Sonntag, unseren letzten gemeinsamen Tag, geschmiedet. Die Pläne hätten nicht unterschiedlicher sein können: direkter Abstieg, Abstieg über die Napfspitze und Abstieg über den Neveser Höhenweg. Ein wahres Gustostückerl war der Spezialplan von mir, den Sonnenaufgang auf der Napfspitze zu erleben. Somit ging es für mich am Sonntag noch vor Tagesanbruch im Schein der Stirnlampe auf in Richtung Gipfel um dort die ersten Sonnenstrahlen des Tages in Empfang zu nehmen. Mit diesen atemberaubenden Bildern im Kopf ging es zurück zum Frühstück in die Edelrauthütte - besser kann ein Tag nicht starten. Frisch gestärkt und aufgeteilt in mehrere Gruppen blieb nur mehr ein kleiner Kreis Auserwählter für den letzten Gipfel vom Programm, der Hohen Warte (3.045 m). Dieser, zum Schluss unmarkierte Aufstieg, war wie vom Hüttenwirt beschrieben ein „riesen Schotterhaufen“ und somit wohl nicht jedermanns Sache. Am Gipfel wurden wir zum allerersten Mal für diese Zeit mit Prachtwetter begrüßt und somit genossen wir oben ein ausgiebiges Sonnenbad bei dem wohl jeder für sich die letzten Tage Revue passieren ließ.

Danke Peter und Franz für die tolle Organisation der Tour und eurer Motivation, die ihr trotz eurer schon bestiegenen 3.000er in den Tagen zuvor nicht verloren habt.

 

Christa Zacharias

 
 
 

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