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Wir haben noch ganz viel vor... (Wir haben noch ganz viel vor: 10 Jahre Alpenverein Ortsgruppe Niederwaldkirchen)

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Wir haben noch ganz viel vor...

10 Jahre Alpenverein Ortsgruppe Niederwaldkirchen

Vorstand

Der Ortsgruppen-Vorstand aus dem Gründungsjahr 2009.

Plakat

Anlässlich des 10 jährigen Bestehens haben wir Thomas Huber mit seinem neuen Multimedia-Vortrag "STEINZEIT" eingeladen.


10 Jahre sind seit der Gründung der Ortgruppe Niederwaldkirchen des Alpenvereins vergangen. Im Dezimalsystem bedeutet das, dass die Anzahl der Jahre, die seit unserer Gründung vergangen ist, zweistellig wird. Würden wir Hexadezimal zählen, müssten wir auf unser Jubiläum noch 6 Jahre warten, im Binärsystem hätten wir den Ziffernsprung schon mehrmals geschafft. Stellt sich die Frage was für eine Bedeutung das Jubiläum dann hat: Die gleiche wie runde Geburtstage, also absolut gar keine. 


Jubiläen sind aber immer eine gute Gelegenheit, um das Vergangene Revue passieren zu lassen, Entwicklungen zu erkennen, sich als Organisation in Frage zu stellen, um sich Weiterzuentwickeln. Genau das möchten wir gemeinsam mit Euch auf den nächsten Zeilen machen.

Ist man ein Zahlenmensch könnte man eine positive Bilanz über die Entwicklung der Mitgliederzahlen der Ortsgruppe ziehen. Bei der Gründung im Jahr 2009 rechneten wir mit vielleicht 200. Heute schrammen wir an der 450er-Marke. Bemerkenswert für einen Verein in einer Gemeinde mit nicht mal 2.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Uns ist natürlich bewusst, dass viele Mitglieder der Ortsgruppe nicht aus Niederwaldkirchen sind. Leute aus anderen Orten sind nach wie vor sehr willkommen. 


Auch könnte man Bilanz über die Anzahl der veranstalteten Aktivitäten und Touren und deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer ziehen. Seit der Gründung geben wir zweimal im Jahr ein Programm heraus. Sommers wie Winters vergeht kaum eine Woche, in der keine Aktivität angeboten wird. Das Programm ist vielseitig, nahezu alle Spielarten des Alpinismus und der Outdooraktivitäten sind im Tourenprogramm enthalten. Das wurde über Jahre hinweg langsam aufgebaut und ist nur durch einen großen Pool von gut und vielseitig ausgebildeten Tourenführern und Tourenführerinnen möglich. 


Das ist zwar schön und eine Bestätigung unserer Arbeit, aber um all das geht es uns eigentlich nicht. Jeder Verein muss in seiner Satzung einen Vereinszweck angeben. Blickt man in die Statuten des Alpenvereines so ist dort unter anderem zu lesen: „Es ist Zweck des Vereines, das Bergsteigen, alpine Sportarten und das Wandern zu fördern und zu pflegen …“



Also, wie war das 2009 in Niederwaldkirchen? Im Prinzip waren wir ein paar Freunde in ihren 20ern die gerne den verschiedensten Outdoor-Aktivitäten nachgingen und auf Berge stiegen. Unser Ziel bei der Gründung war es nicht 450 Mitglieder zu haben und ein umfangreiches Touren-Programm anzubieten. Wir sind kein Dienstleistungsunternehmen, sondern ein gemeinnütziger Verein. 


Bei unserer Gründung war es nicht das Ziel eine Kletterwand zu bauen, die jährlich etwa 1.000 Eintritte zählt. Wir wollten nicht in zig Sitzungen an der Ausrichtung der Ortsgruppe feilen. Wir waren eine lose Gruppe von Freunden, die einfach gemeinsam bergsteigen wollte. Wir waren eine Gruppe von Freunden, die gemeinsam etwas in den Bergen unternehmen wollten und bereit waren, andere daran teilhaben zu lassen. 


Aber wir wollten uns weiterentwickeln. Wir wollten mehr Knowhow in der Führung, Leitung und in der Sicherheitstechnik erlangen. Wir wollten alpinistisch schwere Touren machen. Dafür brauchte es einen organisatorischen Überbau. Die Gründung einer Ortsgruppe war eine von mehreren Varianten. Sie stellte sich jedoch als die Zweckmäßigste heraus. 


10 Jahre sind vergangen. Vieles von dem was wir uns vorgenommen haben, haben wir erreicht. Auch Vieles, das wir uns nicht vorgenommen haben. Die Zusammenarbeit mit der Sektion Linz war ein Goldgriff. Der ehem. Präsident Peter Reinberg und sein Team rund um Gerti Gasselsberger haben uns bei all unseren Initiativen, Aktivitäten und Ausbildungsmaßnahmen immer nach Kräften und nach Möglichkeit unterstützt. 


Vieles ist gelungen. Selbstkritisch muss man jedoch feststellen, dass es uns nicht gelungen ist, organisatorisch eine zweite Reihe aufzubauen, die Funktionen im Vorstand der Ortsgruppe in absehbarer Zeit übernehmen könnte. Der Vorstand der Ortsgruppe veränderte sich über die Jahre hinweg kaum. Der engere Kreis ist von Anfang an mit dabei. Leider ist es auch nicht gelungen, eine effektive Nachwuchsarbeit in Form einer Jugendgruppe aufzubauen. Das ist die Königsaufgabe eines jeden Vereins, da nur dies ein nachhaltiges Bestehen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung sichert. Dafür braucht es engagierte Betreuerinnen und Betreuer, Eltern die mitspielen und vor allem ganz viel Zeit.


Trotzdem blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft. Denn wovon noch nicht die Rede war: Die Gründer-Freunde sind immer noch befreundet und werden es wohl auch bleiben. Dass ist gar nicht so selbstverständlich wie es scheint, gab es doch auch viele unangenehme Aufgaben zu verteilen und zu erledigen. Was unzählige Touren zusammengeschweißt haben, das ist eben schwer zu trennen. 


Trotz vieler gemeinsamer teils auch anspruchsvoller Aktivitäten und Abenteuer am Berg, im Fels und Eis kam es in 10 Jahren zu keinen nennenswerten Unfällen. Es sind immer alle wieder gut nach Hause gekommen. Das ist einerseits auf eine umsichtige Tourenplanung zurückzuführen, war aber sicher auch das eine oder andere mal Glück.


Passieren kann immer etwas, aber: Der vorherrschende Geist in der Ortsgruppe, der sich am schmalen Grat zwischen irrationaler Angst und berechtigter Vorsicht, zwischen Leichtsinn und kalkuliertem Risiko immer auf der sicheren Seite bewegt, stimmt. 

So geht es doch jedem Bergsteiger: ist ein Gipfel erreicht, tauchen am Horizont oder auch dahinter schon die nächsten Ziele auf. In diesem Sinn starten wir in die nächste Dekade und versichern euch: Wir haben noch ganz viel vor!