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Bergsteigen in der Ortlergruppe - Ortler, Hohe Angelus, Vertrainspitze, 27. - 30. Juni 2010 (Bergsteigen in der Ortlergruppe - Ortler, Hohe Angelus, Vertrainspitze, 27. - 30. Juni 2010)

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"Aufstieg über den Hintergrat"

Bergsteigen in der Ortlergruppe - Ortler, Hohe Angelus, Vertrainspitze, 27. - 30. Juni 2010

Teilnehmer:Ferihumer Robert, Wolkerstorfer Klaus, Dunzinger Manfred, Falkner Reinhard, Gerhard Huemer

Tag 1:

Am Sonntag reisten wir nach Sulden an.  Aufgrund des schlechten Wetters der vorangegangenen Tage (viel Neuschnee) öffnete die Hintergrathütte erst an diesem Wochenende und so konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen, ob der Grat schon begangen wird bzw. überhaupt aufgrund des Neuschnees möglich ist.

Nach der Ankunft in Sulden stiegen wir in ca. 2 Std. zur Düsseldorfer Hütte (2.727 m) an. Diese sollte am nächsten Tag unser Ausgangspunkt für unsere Akklimatisierungstour sein.

Tag 2:

Um 6.40 Uhr brachen wir bei bereits sehr warmen Temperaturen auf. Unser Ziel für diesen Tag war eine Überschreitung vom Hohen Angelus (3.521 m) zur Vertainspitze  (3.554 m), um uns für den Ortler ordentlich zu akklimatisieren. Außerdem hat man von der Düsseldorfer Hütte bzw. von der Vertainspitze einen herrlichen Ausblick auf Königsspitze, Zebru und Ortler!

In ca. 2,5 Std. erreichten wir den Hohen Angelus und stiegen anschließend über die Angelusscharte in ca. 2 Std. auf die Vertainspitze. Nachdem uns einige Schneefelder in den Kletterpassagen bzw. bei der Wegfindung doch einiges abverlangten und wir daher auch eine gänzlich neue Route im Abstieg wählten, vergönnten wir uns für die letzen Höhenmeter nach einem köstlichen Weizen die Hilfe des Kanzelliftes.

Zudem beschlossen wir, einen "Ruhetag" einzulegen und nicht sofort zur Hintergrathütte aufzusteigen, um bereits am nächsten Tag den Hintergrat zu ersteigen.

Tag 3:

Nachdem wir uns in Sulden einquartiert hatten, wollten wir eigentlich mit der Seilbahn zur Schaubachhütte auffahren um anschließend die Eisseespitze zu ersteigen. Leider hatte diese Seilbahn im Gegensatz zu den anderen noch nicht geöffnet. Somit blieben uns herrliche Ausblicke auf den Hintergrat verwehrt und wir beschlossen, sofort zur Hintergrathütte (2.661 m) aufzusteigen. In ca. 2 Std. erreichten wird diese nach einer gemütlichen Wanderung und vergönnten uns einen entspannten Nachmittag.

Tag 4

Tagwache um 3.25 Uhr, Abmarsch um 4.10 Uhr. Im Lichte unserer Stirnlampen bzw. im Mondlicht marschierten wir los. Anfänglich über einen Weg, dann über Geröllfelder und Schneefelder führte uns die Route immer weiter empor, bis wir die ersten Kletterpassagen des Hintergrates erreichten. Wir genossen herrliche Gratkletterei (max. IV-), mehrmals durch Firnfelder unterbrochen und erreichten so in ca. 6 Std.  bei traumhaftem Wetter den Gipfel des Ortler (3.905 m)! Leider zogen genau in dem Moment Wolken auf, als wir den Gipfel erreichten. So stiegen wir bereits nach wenigen Minuten über den Normalweg wieder ab. Da auch der Normalanstieg auf den Ortler einige Kletterpassagen aufweist, verlangte uns der Abstieg noch einmal volle Konzentration ab und wir vergönnten uns erst bei der Payerhütte (3.026 m) eine kurze Rastpause. Weiter ging es abwärts zur Tabarettahütte (2.556 m), wo wir bei einem kühlen Weizen erfuhren, wer uns am Vortag auf der Hütte Gesellschaft leistete bzw. mit uns an diesem Tag den Hintergrat erstieg. Es waren die Südtiroler Skirennläuferinnen Denise Karbon und Johanna Schnarf! Um ca. 17.00 Uhr kamen wir beim Auto an und nachdem die Kiste "Forst", welche wir vor zwei Tagen im Bach eingekühlt hatten, noch immer da war, feierten wir unseren Gipfelsieg mit einem kühlen Bier, bevor wir die Heimreise antraten.