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Schweizausflug März 2012

Teilnehmer:

 

Stöckl Alfred

Embacher Hans

Mayrhofer Sepp

Herzog Nicole

Eder Matthias

Hirschbichler Hannes

 

 

Wo in der Schweiz findet man mitten in der Schitourenhauptsaison interessante Berge, die man nicht mit hundert anderen hinaufstapft?

 

Diese Frage beschäftigte uns schon Wochen vor der Abfahrt zu unserem diesjährigen Gemeinschaftsausflug. Alles in Allem kein leichtes Unterfangen: der erste, bereits komplett durchdachte Plan scheiterte an der Erkenntnis, dass sich ein großer Teil unserer Tour mit der doch recht gutbesuchten Haute Route überschneidet.

 

Im zweiten Anlauf war gezielteres Vorgehen gefragt, so fiel die Entscheidung auf die Gegend rund um das Lauteraarhorn im Berner Oberland.

In der Nähe liegt die Oberaarjochhütte, bewirtschaftet und aus Gründen, die wir noch erfahren sollten, selten besucht. Also genau das Richtige für uns.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ca. um Mitternacht ging es dann los in Richtung Schweiz.

Logischerweise sind entlegene Gebiete meistens mit einer dementsprechenden Anreise verbunden. In unserem Fall bedeutete das eine 8-stündige Autofahrt (nebenbei vielen Dank an unseren im wahrsten Sinne des Wortes unermüdlichen Fahrer Mayrhofer Sepp) und nach einem kurzen Frühstück in einem kleinen Ort namens Münster einen ebenfalls 8-stündigen Hüttenzustieg bis auf etwa 3250m.

 

Nach etwa eineinhalb Stunden passierte das, was passieren muss, wenn man einen 90-Kilo-Mann samt 15-Kilo-Rucksack auf einen Ultraleichtschi einer namhaften Schweizer Bergsportfirma schnallt: ein leises Knacken, ein lautes Fluchen und für einen von uns (nennen wir ihn Hias), war die Schitour vorerst zu Ende.

Es bedurfte einiges an guten Zuredens und eines unbesetzten Bahnhofes, um seine sofortige Heimreise noch zu verhindern und ihn zum Nachkommen am nächsten Tag zu überreden.

 

Die Oberaarjochhütte erfüllte genau unsere Vorstellungen: eine kleine Hütte, wegen des Gletscherschwundes über eine Leiter erreichbar. Davor gibt es eine kleine Terrasse, die auf Säulen direkt in die Felswand gebaut wurde. In der Ecke sitzend drei oder vier andere Schitourengeher. Nachdem klar wurde, dass wir nicht ausschließlich zum Tourengehen hier waren, wurde der ohnehin schon sehr freundliche Hüttenwirt im Laufe der paar Tage immer unkomplizierter und entgegenkommender. Guate Gäscht, wie er immer wieder betonte

 

Der erste Tourentag (in Anbetracht des Zustieges eigentlich der zweite) führte uns auf das große Wannenhorn. Ein beinahe 4000er, wahrscheinlich darum und wegen dem gegenüberliegenden Finsteraarhorn ein nicht allzu oft begangener, relativ einfacher Schitourenberg. Der Aufstieg führt allerdings, wie bei den meisten Bergen hier, über Gletscher. Steigeisen und Seil sind also in jedem Fall mit dabei. Spätestens jetzt werden einem die Dimensionen bewusst, in denen man hier unterwegs ist. Zuerst 500 hm Abfahrt auf den Gletscher, danach ein paar Kilometer leicht steigend bis zum eigentlichen Beginn der Tour. Der schätzungsweise 5km lange Gegenanstieg zur Hütte am frühen Nachmittag lässt den Bierabsatz des Wirtes schon im Vorhinein zu einer gmahtn Wiesn werden.

 

Am darauffolgenden Tag war auch Hias samt Leihschi wieder zur Gruppe aufgeschlossen. Trotz kleinerer, hier nicht erwähnenswerter Komplikationen hatte er den weiten Weg von Münster allein hinter sich gebracht. Heute stand verständlicherweise nicht mehr die Länge der Tour im Vordergrund,

kurz und knackig sollte es werden. Die Wahl fiel auf das Grünerhorn mit Zustieg über eine steile Firnflanke, danach Abfahrt auf dessen Hinterseite und wenn es die Bedingungen zulassen, über das untere Studerjoch wieder retour. Theorethisch.

Die Aufstiegsbedingungen waren perfekt, allerdings war die geplante Runde wegen der Schneelage auf der Hinterseite nicht machbar.

Stattdessen erwartete uns eine steile Schiabfahrt in sehr gutem Firn und ein entspannter Nachmittag auf der Hüttenterrasse.

 

Am Abend dürfen wir dann erleben, was auf den meisten anderen Berghütten der Schweiz Alltag ist. Etwa 40 Gäste haben sich angemeldet, die im Laufe des Nachmittages eindrudeln. Danach stundenlanger Stau im  Waschraum (was sich, um ehrlich zu sein, sowieso nicht mit unseren Vorstellungen von Hygiene überschneidet),  um sich kurz vor 6 zum Warten auf das Abendessen zu versammeln. Schon um halb 9 sitzen wir wieder allein in der gemütlichen Stube, und sehen dem Feuer in dem kleinen Schmiedeeisenofen zu. Für morgen ist leichter Schneefall vorhergesagt, doch für den etwa 3 bis 4 stündigen Rückweg nach Münster gut genug

 

 
 
 

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