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Skitour Berner Oberland

Berner Oberland

Nein…..nicht schon wieder!
Jetzt hat es uns das Wetter diesen Ausflug in den letzten beiden Jahren schon vermasselt, und dieses Jahr sieht es nicht viel besser aus. Auch für dieses Jahr sind die Prognosen nicht gerade sehr erfreulich. Im Vorfeld jede Menge Neuschnee und für unseren Zeitraum ist auch nur unbeständiges, eher miserables Wetter gemeldet.
Spontan entschließen wir uns dann aber doch, die Fahrt durchziehen.
Am Dienstagnachmittag Abreise nach Blatten. Ankunft um ca. 23 Uhr. Wetter: stark bewölkt, dasselbe Bild auch morgens, aber der Himmel lichtet sich und das Wetter wird während der Auffahrt mit der Seilbahn immer besser. Beim Start - wolkenloser Himmel.

Beim Aufstieg zur Hütte macht man zwar nicht so viele Höhenmeter, aber der Weg zieht sich doch ganz schön in die Länge. Kurz nach dem Start geht auch schon eine Bindung „flöten“.
Für den weiteren Aufstieg geht’s aber noch mit dem defekten Teil und nach einem kurzen Telefonat mit dem Wirt, bietet uns dieser seine eigenen Schier an.
In dem großen Kessel des Oberaletschgletschers wird die Sonnenstrahlung dann doch so heftig, dass es sogar bei dem einen oder anderen Anzeichen eines Sonnenstiches gibt.
Ca. 200 Hm unterhalb der Hütte werden die Schier deponiert und dann geht‘s über Leitern, Stahlseile und Schneebänder zur Hütte. Dieses Stück Weg werden wir in den nächsten Tagen noch lieben lernen!

Die Hüttenwirte sind mir schon aus früheren Besuchen bekannt. Auch diese Mal werden wir freundlich empfangen und bestens bewirtet. Durch die Lage der Hütte und die schwierige Erreichbarkeit gehört für dieses Leben hier wohl sehr, sehr viel Idealismus dazu.
Neben der hervorragenden Verpflegung gibt’s vom Wirt auch immer professionelle Auskunft über Wetter, Verhältnisse, den besten Weg usw.

Laut Prognose ist der nächste Tag der einzige Tag mit brauchbarem Wetter.
Also um 3 Uhr aufstehen, kurzes Frühstück und schon starten wir von der Hütte über den Klettersteig hinunter zum Oberaletschgletscher zu unserem Skidepot. Noch bei Dunkelheit ziehen wir unsere Spur Richtung Aletschhorn (4193m). Spuren ist angesagt!


Bis zum Schidepot in ca. 3800m kommen wir gut voran. Die letzten 400 Hm sind zum großen Teil mit Steigeisen, kletternd zu überwinden. Wir sind so mit unserem Tun beschäftigt, dass uns der Wetterumschwung gar nicht so auffällt. Ca. 50 Hm unterhalb des Gipfels wird es aber so windig und saukalt, dass wir uns zum Umkehren entschließen.
Zurück zum Schidepot, Abfahrt bei Mal mehr und mal weniger Nebel. Aber es klappt ganz gut.
Kurz vor dem Ziel wieder unser Schidepot unterhalb der Oberaletsch-Hütte und dann wieder zu aller Freude: die letzten 200 Hm Klettersteig zu Hütte.
Gut Essen, gut Trinken und einfach Gut-gehen-lassen.


Für den nächsten Tag ist Schlechtwetter gemeldet, also Ausschlafen und erst um 7 Uhr aufstehen.
Um 4 Uhr musste ich kurz mal vor die Hütte, da war das Wetter noch schlecht mit leichtem Schneefall. Um 7 Uhr schaut Thomas aus dem Fenster und wir können es nicht fassen:
Strahlend blauer Himmel! Dieses Wetterfenster müssen wir ausnützen!


Also, frühstücken und dann schnell aufbrechen,wieder die 200Hm den Klettersteig hinunter. Unser Ziel ist das Sattelhorn (3745m). Erst schieben wir unsere Schier den eher flachen Oberaletschgletscher einige Kilometer bis auf eine Höhe von ca. 2900m. Nach einer kurzen Pause übernimmt Stefan die Spurarbeit. Mit eleganter Leichtigkeit zieht er Spitzkehre für Spitzkehre hinauf bis auf ca. 3600m. Leider hat inzwischen der Südwind jede Menge Wolken, Nebel und Niederschlag angeliefert. Der Weiterweg wäre eine ca. 45% Steile Flanke die uns bei der schlechten Sicht und dem Sauwetter aber doch zu gefährlich erscheint.
Durch den starken Wind und den Schneefall könnte sich die Lawinensituation schlagartig verändern. Wir sind uns alle einig, dass in dem Fall doch eher Verzicht angesagt ist.
Schade, aber auf alle Fälle ist das in dieser Situation die einzig vernünftige und auch sichere Variante.
Bei etwas „Plattenpulver“, auch Bruchharsch genannt, geht’s über die ansonsten schönen Hänge retour zu unserem Schidepot. Und wieder quälen wir uns den Klettersteig hinauf zur Hütte. Aber das war das letzte Mal!
Den Rest des Tages bis in die Nacht hinein gibt’s immer noch Nebel und leichten Schneefall.

An unserem letzten Tag aber zeigt sich der Wettergott noch einmal von seiner besten Seite. So können wir bei Traumwetter die geniale Tour über das Gredetschjoch (3508m) ins Gredetschtal durchführen.
Bei strahlend blauem Himmel geht’s erst kilometerweit bis ans Ende des Beichgletschers.
Dann sind wieder viele Spitzkehren und einige 100 Höhenmeter in ziemlich steilem Gelände bis zum Joch zu überwinden.
Kurze Pause auf dem Joch und dann wird’s noch einmal spannend!
Ein ca. 100 Meter hoher Abbruch hinab ins Gredetschtal ist noch zu überwinden.
Die Seile kommen wieder zum Einsatz. Abseilen ist die beste Lösung.
Spannend, aber doch ein bisschen zeitintensiv, bis alle 14 Leute die ca. 100m abgeseilt sind.


Aber heute ist es ja schön warm.
Von oben sehen wir ein riesiges Gletscherbecken und vor allem das imposante, tief eingeschnittene und lange Gredetschtal, durch das wir gleich abfahren werden.
Ca. 2000 Hm Abfahrt, bei diesem Wetter, einfach genial!
Während die einen abseilen, können die anderen noch Pause machen und einfach genießen und staunen.
Es folgt eine klasse Abfahrt bei fast durchgehend idealen Schneeverhältnissen.
Zum Abschluss – der Wirt hatte es genau beschrieben – befindet sich noch ein Tunnel, über den man wieder in die Zivilisation zurückkehrt.


Interessant ist noch, am Ausgang des Tunnels befindet sich das Dörfchen Mund.
Das ist der einzige Ort in der Schweiz, (oder vielleicht in Europa)in dem noch Safran geerntet wird.
Das ist doch ein schöner Eintritt in die Zivilisation, oder?

Ich, und bestimmt auch alle anderen sind froh, dass wir trotz der nicht optimalen Wetterprognosen aufgebrochen sind. Wir wurden mit tollen Touren belohnt.

Bedanken möchte ich mich bei den Teilnehmern für die tolle Stimmung und den Teamgeist.
Ebenfalls ein großes Dankeschön an die beiden „Spurteufel“ Stefan und Thomas, die einen sehr großen Teil zum Gelingen der Tour beigetragen haben.

Berg Heil

Georg Baumgartner

 

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