Tourenwoche Sorapis vom 17. bis 21.07.2011
17. -21. Juli 2011
Tourenwoche Sorapis
Sonntag 17. Juli um 8:30 Uhr
starteten wir zu unserem Tagesziel San Vito di Candore, ein paar Kilometer nach
Cortina de Ampezzo. Hier suchten wir den Sessellift, der uns bequem zu unserem
Riffugio Scotta hinauf beförderte. Ein Glück, daß es grad nicht regnete. Das
Wetter war nicht so schön wie wir es im Südtirol gewohnt waren, es war sehr
durchwachsen. Unsere Hütte stellte sich als super Quartier heraus. Zimmer mit
Balkon und eine ausgezeichnetes Essen.
Montag früh um sechs hörten wir es
regnen, nein schütten. Naja, erst wurde gefrühstückt und bis um acht hatte sich
das Wetter wieder beruhigt. Rucksack auf den Buckel und wir marschierten los,
hinauf, am Rif. San Marco vorbei, zur Forcella Grande. Da pfiff ein kalter Wind. Es ging
ein Stück bergab, bis wir auf den Sentiere attrezzato Carlo Minazio kamen. Ein
spärlich gesicherter Weg, nicht schwierig, stellenweise ausgesetzt und durch
einige Anstiege ermüdend, durch Gras- und Latschenhänge, Rinnen und Bänder
stets auf und ab, bis zum Bivacco Comici. Nach einer kurzen Rast, machten wir
uns an den für heute letzten Anstieg. Doch dieser wollte einfach nicht enden.
Endlich erreichten wir, in Begleitung von zwei jungen Steinböcken, den Rücken,
der von der Croda del Fogo herab zieht. Weit unter uns lag das Rif. Vandelli,
unser Tagesziel. Das Radler lachte schon herauf, aber das dauerte noch ein
bisschen. Der Ausblick von dieser Stelle wo wir saßen machte alle Strapazen
wieder wett.
Ein Blick auf einen Teil der
Sorapis, hinüber zum Monte Cristallo, in die Sextener Dolomiten, zur Marmarole,
einfach gewaltig. Der Wettergott meinte es auch noch gut mit uns. Wolken und
Sonne hatten sich den ganzen Tag abgewechselt. Beim letzten Anstieg fing es
sogar kurz zu tropfen an, aber alles hatte sich wieder gegeben. Nun gings auf
der Feratta Alfonso Vandelli, ein mit Seilen und Leitern gesicherter Steig,
durch die Westwand der Croda del Fogo hinab. Noch ein kurzes letztes Stück und
wir erreichten durstig und hungrig das Rif. Vandelli, unser Nachtquartier.
Der nächste Morgen ließ die
Berggipfel erst im Nebel verschwinden. Wir machten uns auf den Weg, vorbei am
türkisfarbenen Lago de Sorapis. Hinauf an der großen Moräne des Sorapis
Gletschers, weiter in die Mulde Tonde de Sorapis. Am oberen Ende betraten wir
bald die lange, sehr luftige Terrasse unterhalb der Fopa di Mattia, mit herrlichem Blick auf den
Antelao. Über ausgesetzte Felsbänder, entlang an riesigen Felswänden und 1500 m
tiefen Abstürzen ins Boite Tal.
Eine Felsstufe, ca 50 m, mussten wir
absteigen, um dann eine stark Steinschlag gefährdete Rinne zu queren. Danach steil hinauf über Leitern und Seile der Ferrata
Francesco Berti zur Forcella del Bivacco, 2670 m , der höchsten Stelle der
ganzen Runde, mit dem etwas tiefer liegenden Bivacco Slataper.
Über große Felsplatten führte uns
der Weg hinab zur Forcella Grande, weiter zum Rif. San Marco, wo ein
Einkehrschwung mit Kaffee, Kuchen und einem Tröpflein Rotwein fällig war. Der
letzte Abstieg zu unserem Rif. Scotta war bald bewältigt. Während des
Abendessens hörten wir es plätschern. Es schüttete die ganze Nacht. Beim
Frühstück konnten wir in den Schnee hinauf schauen.
Statt eine Regen - Schnee Tour zu
machen, beschlossen wir die
Heimfahrt anzutreten. So ist der Antelao Gipfel wieder etwas weiter weggerückt,
aber er bleibt uns ganz sicher erhalten.
Es waren zwei schöne Tourentage.
Vielen herzlichen Dank den
Verantwortlichen.
P. Rief