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Konzept Nachwuchstraining - Einleitung (Konzept Nachwuchstraining)

Konzept Nachwuchstraining - Einleitung

Österreich klettert im internationalen Vergleich seit Jahren an der Weltspitze mit.

Aber wie kommt es dazu? Warum ist ein Bundesland (Tirol) wettkampfmäßig besonders weit vorne? Wie machen die dass, bzw. was macht den idealen Wettkampfkletterer aus, oder wie soll wettkampfspezifisches Nachwuchstraining optimalerweise aussehen?

Was bedeutet „Nachwuchsarbeit“ generell für den Bereich Sportklettern???

Diese und andere Fragen beschäftigen das Betreuerteam der Sportkletterarena Klagenfurt schon seit längerem. Seit Eröffnung der Kletterhalle hat sich das Nachwuchstraining  erst langsam entwickelt und trägt heute bereits viele positive Früchte. Immer mehr Kinder wollen klettern und sind bereit “regelmäßig” zu trainieren. Dies erfordert ein Umdenken und eine Umstrukturierung bestehender Trainingsgruppen, ermöglicht aber auch gezielt einen langfristigen Trainingsprozess anzusteuern, mit dem Ziel den Sportler systematisch an seine/ihre persönliche Leistungsgrenze heranzuführen.      

Wir möchten hier kurz auf die Bedeutung des Themas “Nachwuchstraining” (langfristiger Trainingsprozeß, sensible Phasen) eingehen und dann die Einteilung der Trainingsgruppen und ihre Inhalte vorstellen.


Nachwuchstraining

Zusammengefasst stellt die Nachwuchsarbeit einen langfristig ausgerichteten, systematisch aufeinander aufgebauten, zielgerichteten Trainingsprozess dar, der in seinen Phasen auf die alters- und entwicklungsbedingten Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen abgestimmt sein sollte.

Die begleitenden Personen, also Trainer und Betreuer, sollten dem entsprechenden Entwicklungsstand, Niveau und Alter gerecht werden können.

Fakt ist auch, dass im Sportklettern, wie in jeder anderen Sportart, die Nachwuchsarbeit dazu dienen soll, Kinder und Jugendliche für die Sportart zu begeistern, zu motivieren, vorzubereiten und sie vor allem in ihrer Entwicklung zu fördern.  


Der langfristige Trainingsprozess

Wie erwähnt, stellt der langfristige Trainingsaufbau eine systematische, zielgerichtete Heranführung an die individuelle Leistungsgrenze des Sportlers dar. Die Trainingsjahre dorthin werden bestimmt vom Alter beim Einstieg des Athleten in die Sportart - wobei es für „Quereinsteiger“ immer schwieriger wird, die Sportart auf einem hohen Niveau auszuüben (Bachmann/Kandolf, 2001).

Um im leistungsfähigsten Alter auch seinen „Peak“ (Leistungshöhepunkt) zu erreichen, ist der Verlauf des Anfänger- und Fortgeschrittenentrainings so mit dem Höchstleistungsalter zu korrelieren, dass der allmähliche Leistungsanstieg seinen Höhepunkt im Moment des für die jeweilige Sportart typischen Leistungsmaximums hat. (vergleiche Weineck, 2004)

 

Das Höchstleistungsalter für den Bereich Sportklettern ist nicht genau definiert, wird aber im allgemeinen Rahmentrainingsplan (nach Messner 2001) mit 18 Jahren angegeben und richtet sich nach den sensiblen Phasen und dem in der Sportart geforderten Leistungsprofil.

                                              

Sensitive Phasen

Die Idee hinter den sensiblen Phasen ist, dass es Zeitabschnitte gibt, die besonders günstig sind, um bestimmte Fähigkeiten zu entwickeln.

Sensible Phasen sind begrenzte Zeiträume in der (motorischen) Entwicklung des Menschen (in seiner Ontogenese), in denen koordinative Fähigkeiten besonders schnell gelernt bzw. konditionelle Fähigkeiten besonders gut entwickelt werden können. In diesen Phasen angeeignete Fähigkeiten und Fertigkeiten zeigen zudem eine höhere Beständigkeit gegenüber Abbau und „Vergessen“, als wenn sie zu einem anderen Zeitpunkt erlernt worden wären (Bachmann/Kandolf 2001).

Auch wenn sie in ihrer Ausdehnung bzw. Auswirkung nicht unumstritten sind (siehe Weineck u.a.), so sollte doch speziell im Nachwuchstraining das Augenmerk auf die entwicklungsbedingten Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen gelegt werden.

Fazit: Kinder- und Jugendtraining ist kein reduziertes Erwachsenentraining. Jeder Altersabschnitt hat spezielle didaktische Aufgaben und entwicklungsspezifische Besonderheiten.           


Einteilung in Trainingsgruppen- Leistungsprofil

Wir unterteilen hier nach kalendarischem Alter in Kinder, Schüler und Jugend (Schüler2 + Jugend).

Hierdurch können am besten die Vorgaben eines langfristigen Trainingsprozesses mit den entwicklungsbedingten Besonderheiten, sowie dem Rahmentrainingsplan und den organisatorischen/örtlichen Gegebenheiten kombiniert werden. Die Übergänge sind fliesend und sollen den „Idealverlauf“ des Nachwuchstrainings darstellen. Die einzelnen Phasen können jederzeit nach biologischem Alter, Entwicklungsstand, Trainingszustand, etc. angepasst und neu adjustiert werden.