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Das Glocknerhaus im Rückblick (Glocknerhaus: Geschichte)

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Glocknerhaus

Das Glocknerhaus im Rückblick

Schon im Gründungsjahr wurde innerhalb des Vorstandes der Baubeschluß für ein Unterkunftshaus in unmittelbarer Nähe des Pasterzengletschers gefasst und von der Generalversammlung am 1. März 1873 einstimmig beschlossen.

Der Grundkauf für das Glocknerhaus erfolgte 1874. Als Standort wählte man den Bretterboden, der ab 1856, nach dem Besuch des Kaiserpaares im Glocknergebiet, den Namen Elisabethruhe bekam. Die Finanzierung des Baues nach dem Entwurf des Architekten Adolf Stipperger verursachte große Sorgen. Die vielen Einzelspenden, sogar vom Kaiserhaus reichten nicht aus. Erst die Veranstaltung einer Lotterie brachte die notwendigen Mittel.

Der Bau des Glocknerhauses begann am 16. Juni 1875 und wurde mit einem Gesamtaufwand von 16.000 Gulden beendet. Die feierliche Eröffnung des Glocknerhauses war am 17. August 1876, während am Gipfel des Großglockners eine mächtig Alpenvereinsfahne wehte. Erst nach Eröffnung des Glocknerhauses konnte man auf Kärntner Seite eine Belebung des Fremdenverkehrs feststellen.
Im Jahre 1879 kam es zu Streitigkeiten mit den Wiesenbesitzern bezüglich des Zugangs zum Glocknerhaus. Sie beanspruchten von den Touristen für das Blumenpflücken eine Taxe von 3 Kreuzern. Schließlich einigte man sich auf eine Gebühr für jedes zur Pasterze gehende Saum- oder Reitpferd.

Der Ausbau der Iselsbergstraße, den die Sektion unterstützt hatte, brachte eine Belebung im Glocknergebiet. Die Sektion sah sich veranlasst, den notwendig gewordenen Vergrößerungsbau des Glocknerhauses nach den Plänen von Oberbaurat Ing. Raimund Pierl durchzuführen. Der Zubau 1885 begonnen, konnte 1886 beendet werden. Es entstanden auch einige Nebenbauten, wie ein Unterkunftshaus für die Bergführer, ein Pferdestall nebst Heuboden und ein Schweinestall. Gleichzeitig wurde aber festgestellt, dass das Haus eher einem Hotel gleicht , mit Wasserleitung und Telefon versehen.

Ab 1887 konnte täglich Witterungstelegramme vom Glocknerhaus nach Klagenfurt kostenlos gesandt werden. Die steigenden Besucherzahlen am Glocknerhaus in den ersten 20 Jahren mit insgesamt 42.600 Gästen, erweckten den Wunsch der Sektion eine Fahrstraße bis zum Haus zu bauen. Gleichzeitig war auf Grund der Besucherzahlen ein Ausbau des Hauses erforderlich. Der Bau der Straße des Alpenverein Klagenfurt wurde 1893 beschlossen, der 1. Spatenstich erfolgte am 21.08.1900. (siehe Glocknerstraße des Alpenverein Klagenfurt - anschließend)

In den folgenden Jahren stiegen die Besucherzahlen weiter an. Durch den Straßenbau waren aber nur die nötigsten Instandhaltungen finanzierbar.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde das Haus schon 1914 zugesperrt und für militärische Übungszwecke benützt. Nach dem Krieg konnte es durch verwüstungen erst 1920 wieder bewirtschaftet werden. Die Straße war unbefahrbar, der Straßenbau begann im Frühjahr 1921. Erst zum 50jährigen Bestandsjubiläum des Hauses im Jahre 1926 war es finanziell möglich, den dringend notwendigen Erweiterungsbau durchzuführen. Nach Plänen von Oberbaurat Karl Gunzer beschloss die Sektion einen Anbau an der Ostseite, die Erweiterung des Speisesaals und den Aufbau eines zweiten Obergeschosses. Die Baukosten beliefen sich auf S 140.000.-. Zehn Jahre später weist die Statistik ein Rekordergebnis mit 11.173 Besuchern und 5.454 Nächtigungen am Glocknerhaus aus. Und am 15., 16. und 18. August 1936 gab es große Feierlichkeiten zu 60jährigen Bestand des Hauses.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Glocknerhaus von der englischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Es war Standort einer englischen Hochgebirgsschule für Offiziere. Erst 1948 von den Engländern freigegeben war das Haus in einem unbeschreiblichen Zustand. Das Inventar, soweit noch vorhanden, war unbrauchbar. Mit einer Dacherneuerung und notdürftigen Instandsetzungen konnte das Haus noch 1948 eröffnet werden. Im Jahre 1951 feierte das Glocknerhaus seinen 75. Geburtstag. Es hatte durch die neue Straße, die nun am Haus vorbei bis zur Franz-Josef-Höhe führte, seine herausragende Bedeutung verloren und auch die Feierlichkeiten waren nicht mehr so großartig wie früher.

Die Hauptversammlung 1954 erteilte dem Vorstand die Ermächtigung zum 3. Umbau des Glocknerhauses. Baureferent Ing. Sepp Pock erstellte die Pläne für einen großen Um- und Ausbau des Hauses und der Nebengebäude und führte aus finanziellen Gründen die erste Baustufe 1955/56 und die zweite Baustufe 1963/64 durch. Kosten insgesamt S 525.000.-. Nach diesem Umbau standen in 27 Zimmern 62 Betten und 43 Matratzenlager zur Verfügung. Die Gasträume reichten für mehr als 100 Gäste.

Das 100jährige Bestehen des Gocknerhauses wird im Jahre 1976 feierlich begangen. Trotz vieler anders lautenden Meinungen und Ratschläge wird der Beschluss gefasst, das Glocknerhaus als Traditionshaus im Eigentum der Sektion Klagenfurt zu behalten. In den achtziger Jahren muss die Sektion weiter Umsatzrückgänge hinnehmen. Als letztes der drei Häuser des Alpenverein Klagenfurt erhielt das Glocknerhaus 1995 durch den Anschluss an Kanalisationsanlage der Gemeinde Heiligenblut eine biologische Abwasserentsorgung. Unter Ausnutzung günstiger Förderungen erhielt das Haus 1998 eine neue Warmwasseraufbereitungsanlage über Solarpaneele. Erneuerung der bestehenden Waschräume und die erforderliche Trockenlegung der Ostseite des Hauses.

125 Jahre Glocknerhaus feierte die Sektion am 30.06. und 01.07.2001 mit einer Jubiläumsgala. Eine schon im Jahr 2000 geplante dringend notwendige Generalsanierung des Hauses konnte in den Jahren 2001 2003 verwirklicht werden. Der Baubeginn war am 15.09.2001 und die Eröffnung am 14. und 15.06.2003. An Kosten sind 1,2 Mio Euro erwachsen. Das Glocknerhaus hat wieder an Bedeutung gewonnen, durch die Straßenverlegung der GROHAG, die neue schöne Fassade, die Glasveranda mit Glocknerblick, die zweckmäßige Innenausstattung und tüchtige Gastronomen. 

Glocknerstraße des Alpenverein Klagenfurt

Im Jahre 1893 fasste die Sektion den wichtigen Beschluss, den bisherigen Saumweg von Heiligenblut zu Glocknerhaus durch eine Fahrstraße zu ersetzen. Die Trassierung nahm in den Jahren 1894 und 1895 Prof. Ing. Emil Teischinger aus Graz vor. Die Trasse führte in Kehren vom Hotel Post in Heiligenblut zum Guttal, über den Palik, in einer Länge von 11,4 km und einer Maximalsteigung von 10% zu Glocknerhaus. Vor dem ersten Spatenstich am 21.08. 1900 mussten von Oberbaurat Pierl noch langwierige Verhandlungen mit den Grundbesitzern geführt werden.

Im Jahre 1905 war die Fahrstraße zum Glocknerhaus in einer Länge von 8 km bis zum Palik fertig. Erst nach 1908 konnten einige Fahrzeuge diese Straße befahren. Für einen weiteren Ausbau fehlten die erforderlichen Mittel. Die Glocknerstraße wies im Jahre 1914 eine Befahrung durch 86 Autos, 7 Doppel- und 20 Einspänner aus. Im Jahre 1917 wurde ein beträchtlicher teil der Straße auf der Golmitzen ( 2 km) durch einen Erdrutsch völlig vernichtet. Ab 1922 nach Überwindung großer Schwierigkeiten, wie Wiederherstellung, Erhaltung, Mautfragen und Ausbaus der alten Glocknerstraße, konnte sie zum Mittelpunkt des gesamten Oberkärntner Fremdenverkehr werden und der Sektion größere Mauteinnahmen bringen. Als die Großglockner-Hochalpenstraße AG ihre Pläne einer Verbindungsstraße von Kärnten nach Salzburg verwirklichte, verkaufte die Sektion das oberste Drittel der Straße- vom Schobereck bis Glocknerhaus mit Vertrag vom 15.05.1931 um S 300.000.- an die GROHAG.