Zwei Metnitztaler und ihr Mountainbike Abenteuer zum Mount Everest
1.100 Kilometer, 11.500 Höhenmeteter, von Tibet nach Nepal quer über den Himalaya! Der Friesacher Jo Kraber und der Metznitzer Helmut Legat wagten im September die Bikeexpedition der Superlative: Mit dem Mountainbike über das Dach der Welt.
Die anspruchsvolle Tour führte die zwei Metnitztaler, die mit Gleichgesinnten aus der Schweiz unterwegs waren, in 26 Tagen und 15 Tagesetappen vom geheimnisvollen Tibet bis ins Königreich Nepal. Auf der sportlichen wie kulturellen Herausforderung von Lhasa nach Kathmandu über die fünf höchstgelegenen Pässe der Welt, war das Ziel der Extrembiker eindeutig: das Mount Everest Basis Lager, am Fuße des höchsten Berges der Welt!
Doch der Weg dorthin war alles andere als eine Spazierfahrt. “Zwei Wochen sind wir in Tibet auf rund 5000 Metern Seehöhe gefahren und übernachteten dort in Zelten. Schnee inklusive. Da kommt der Körper nie auf stand by”, sind Kraber und Legat froh darüber, dass ihnen die in diesen Lagen drohende Höhenkrankheit erspart geblieben ist. Vorbei an prunkvollen Klosteranlagen, durch die mondartige Kargheit des tibetischen Hochlandes, war der eigentliche Höhepunkt der Extremtour nach 17 Tagen und 8.000 Höhenmetern erreicht. “Nach der letzten großen Hürde, dem 5200 Meter hohen Pang La Pass, sind wir mit einem gigantischen Ausblick entschädigt worden - da steht der Mount Everest bei strahlendem Sonnenschein vor dir. Gänsehaut pur”, sind die Abenteurer stolz das Basis Lager in 5400 Metern erreicht zu haben. Nach einer Nacht beim Base Camp und der Bezwingung des Doppelpasse La Lung war die Himalayaüberquerung nach 21 Tagen geschafft. Was folgte war ein abenteuerlicher Downhill über 3000 Höhenmeter in Richtung Kathmandu, wo die letzten Tage der Abenteuerreise in der lieblichen Landschaft Nepals seinen Ausklang fanden.
Doch neben den sportlichen Strapazen forderte die Reise auch enorme psychische Belastungen von den zwei Mountainbikern ab. Die extremen Lebensumstände in einem der ärmsten Länder der Welt waren jeden Tag eine neue große Herausforderung für sich. Als luxusverwöhnter Europäer stößt man dort täglich an die Grenze des Unfassbaren. “Diese unglaubliche Armut mit der man rund um die Uhr konfrontiert ist macht einen so demütig. Kinder spielen mit Müll, die Menschen leben förmlich in und von Abfällen. Aber sie haben trotzdem so eine Lebensfreude in sich, soviel Lächeln ist mir noch nie entgegengebracht worden”, so Josef Kraber über das Leben in Tibet. Auch auf Buddhas Straßen regiert das Chaos, Dauerhupen jenseits der erträglichen Dezibelgrenze ist Tagesmusik. “Da gilt das Recht des Stärkern, Verkehrsregeln geschweige denn rote Ampeln kennt man nicht. Da streift schon mal ein LKW deinen Oberschenkel.”
Adrenalin pur auf 1.100 Kilometern Transhimalaya.

Bericht: Karin Kraber
Fotos: Jo Kraber und Helmut Legat