Projekt 4002 hm „In frischer Luft“ Projekt 4002 hm „In frischer Luft“

Ein tolles Wochenende durften wir erleben


Bei den Vorbereitungen waren mit dabei:
Wolfram, Thomas, Hermann, Wolfgang, Michael.

Mit dabei waren, bei der Veranstaltung:
Hermann, Wolfgang, Michael.
Kurt & Georg vom AV

Leitung: Bruno & Christine.

Am Freitag, den 20.08.2010, gleich nach Mittag trafen wir uns im LiS – Büro und fuhren dann gemeinsam ins Laternsertal. Bei der Saluveralpe konnten wir das Gebäck auf die Materialseilbahn aufladen und konnten dann ohne schweren Rucksack bis zum Freschenhaus wandern. Wichtig ist mir, dass alle in Sicht- und Rufweite bleiben. Spiele zum Kennenlernen unterstreichen dies und fördern die Gemeinschaft. ZB. „Wer bin ich?“ und „Mein rechter Platz ist leer, da wünsche ich mir….. her.“ Die Hüttenchefs Zita und Martin heißen uns herzlich Willkommen und nachdem wir das Lager bezogen haben, dürfen wir uns beim Abendessen laben.
Hm, das duftet herrlich, sieht ganz liebevoll dekoriert aus und schmeckt auch noch köstlich! Den Abend verbringen wir mit Pläne schmieden für Samstag und Karten spielen. Relativ zeitig, etwa um 22 h ziehen wir uns ins Lager zurück. Georg ist froh um meine blauen Ohrenstöpsel, weil er wahre Schnarchorgien befürchtet. Und bevor er einschläft meint er noch: „Diese Ohrenstöpsel hat sicher einer Frau erfunden, anders kann das gar nicht sein, denn das hält ja keine Frau aus.“ Größtes Gelächter, das noch eine Weile in die Nacht hinein klingt.
Ich erwache um ca. 04:20 h weil es draußen stürmt. Es blitzt, donnert, kracht und schüttet wie aus Kübeln. Bin ich froh, dass wir in der Hütte übernachten dürfen und nicht im Freien sind, was einmal eine Idee war. Dank dem Alpenverein, der die Kosten für die Nächtigung übernimmt, sind wir aller bestens untergebracht. Danke auch an Zita für ihr Entgegenkommen, dass wir ein eigenes Lager für uns alleine benützen dürfen.

Am Samstag, 21.08.2010 um 06:30 h wecken uns die ersten Sonnenstrahlen. Blauer Himmel, als wenn in der Nacht nichts gewesen wäre. Duftender Kaffee und ein feines Frühstücksbuffet erwartet uns. Hm, das schmeckt allen. Bis 09:30 h ist dann auch der Rucksack gepackt. Wir starten mit einem WUP mit Luftballons in den wunderschönen Tag. (WUP = Warm-up = Aufwärmen). Etappenziel wird nochmal auf der Karte angesehen. Dann übernimmt Hermann und Georg die Wanderkarte. Um 10 h werden die Rucksäcke geschultert, Wanderstöcke verteilt und los geht’s. Langsam kommt der Gipfel näher, der uns schon am Morgen vom Fenster aus anlachte. Wir zielen die nordseitige Beschreitung der Matona an. Immer wieder wird auf der Karte verglichen, wo wir sind und wo wir hinwollen. Karte lesen will auch geübt werden und es ist lässig, wie schnell und erfinderisch die TN sind. Die Nacht hat Spuren hinterlassen. In jedem Loch ist noch ein Tümpel mit Wasser, oder Schlamm. Das macht die ganz Wanderung spannend. Werden wir den Gipfel schaffen? Zwischendurch ein bisschen verschnaufen, sich orientieren. Morgennebel steigt auf. Die letzten 70 hm werden schwierig. Nasse, glitschig, hohe Stufen und rechts eine steile Grasböschung erwarten uns. Trinkpause. Ich baue ein Seilgeländer zur Absicherung. Anweisungen im Falle eines Sturzes werden erteilt. Besprechen, wer mit wem geht und in welcher Reihenfolge. Alle sind hoch konzentriert. Schritt für Schritt und Stufe für Stufe kommen wir dem Gipfelkreuz näher. Informationen von oben tun gut. Hilfe von unten / hinten ebenfalls. – Siehe da, um 11:30 h stehen wir alle gemeinsam am Gipfel der Matona auf 1998 m. Berg Heil! Juhu, die ersten 1998°hm sind geschafft! Diese Jause und Pause haben wir uns alle verdient. Hinter uns hebt und senkt sich eine Nebelwand. Vor uns liegt uns das Freschenhaus zu Füßen und wir strahlen selber wie die Sonne – die manchmal durch blinkt. Hermann baut selbständig ein Seilgeländer, dass niemand beim Jausnen zu weit nach hinten geht. Fotos werden gemacht und vorsichtige Schritte, denn der Abgrund ist nahe. Herrlich, alle sind hellauf begeistert, auch wenn es zum Teil schon sehr anstrengend war.
Den Rückweg nehmen wir nun südseitig. Die Reihenfolge wird nun neu geordnet. Alle helfen fest zusammen und das ergibt ein wunderschönes Gefühl, dass wir zusammen gehören! Der Weg wird etwas leichter zum Meistern, da wird nun wieder erzählt. So geht es lustig und heiter den Berg wieder runter. Das Freschenhaus in Sichtweite – wir brauchen trotzdem eine Pause. Essen und trinken. Ein Aufmerksamkeitsspiel, wie führe, oder beschreibe ich jemand den Weg, der blind ist? Danach geht’s retour zum Freschenhaus. Georg verkürzt sich die Wartezeit auf uns mit dem Liegen im Gras, oder kleinen Versteckspielen. Hermann ist kreativ unterwegs und baut Landart – Skulpturen aus Stein und allem was er sonst noch findet. Alles Frosch küssen nützt nichts, er quakt kurz und hüpft gelassen weiter – doch kein Prinz, oder Prinzessin in Sicht.
Um 15 h am Freschenhaus – eine Runde gespritzter Apfelsaft – hm fein. Auch Zeit für einen Mittagsschlaf ist vorhanden. Ausgeruht und frisch gestärkt genießen wir um 17 h das feine Abendessen. Das schmeckt allen. Die Befindlichkeit der Teilnehmer ist hoch motiviert, sodass der Sonnenuntergangstour nichts im Wege steht.
Um 18:45 h sind alle gestärkt und die ersten Wirkungen vom Sauerkraut machen sich laut. Anfänglich verkneifen wir´s uns noch, oder entschuldigen uns für das Furzen. Doch je länger der Weg, desto lustiger finden wir es. Ganze Furz- Chöre sind zu hören. So können wir sagen, mit frischem Wind geht es dem Gipfel des Hohen Freschen zu. Die Pfützen vom Morgen sind meist verschwunden, doch Schlamm gibt es mehr als genug. Die Aussicht, dass mancher Schuh und besonders die Hose wohl hinterher alleine stehen wird, belustigt uns. Bis auf Michael, der geschickt allem Schlamm ausweicht, auch wenn er dafür etwas Umweg in Kauf nehmen muss. Ab dem „Joch vom Schusterstuhl“ nehmen wir nicht den stark verschlammten Originalweg. Sondern ich wähle etwas oberhalb einen alten Weg, der weniger ausgetreten ist. Eine leichte Herausforderung bedeuten die Latschen, die wir vor dem Zaunübertritt queren müssen. Doch alle meistern dies bravourös. Am Fuße des Gipfels angelangt, ist es weder schwierig, noch weit. So sind wir kurz vor 20 h am Gipfel zum Hohen Freschen, mit 2004 m. Damit haben wir die 4002 hm für den heutigen Tag erklommen. Berg heil – alle bestens geschafft! Ein feiner Apfelkuchen und etliche gute Sachen unterstreichen die Bezwingung des 2. Gipfels heute.
Ein wunderschönes Naturschauspiel wird uns geboten: der Himmel verfärbt sich in allerlei gelb/ rot/ blau Farben. Still ist es da her oben. Wir schweigen und genießen. Außer jemand entweicht ein Wind, das sorgt für Gelächter. Nach einer Weile dürfen wir noch drei weitere Gäste am Gipfel begrüßen. Wir fürchten schon, dass unsere Winde sie bald vertreiben werden. Doch bald stellt sicher heraus, dass sie ebenfalls zum Abendessen das köstliche Sauerkraut vom Martin genossen haben. Und so geht es ihnen nur gleich wie uns. Bis jemand aus der Runde feststellt: „Guat isch Krut gsi, ober wirka tuats ouh!“
Wir sehen den Bodensee im rötlichen Schein und allmählich versinkt die Sonne darin. Das bedeutet Aufbruch für uns. Geschwind werden die Stirnlampen zumindest griffbereit hergerichtet. Der Rucksack wird wieder zugeschnürt und im letzten Licht der Abendsonne drehen wir dem Gipfelkreuz den Rücken zu. Nach ca. 20 min sind wir beim Zaungatter. Diesmal entscheiden wir uns trotz Schlamm den offiziellen Steig zu nehmen. Konzentration ist trotzdem gefragt. Denn auch hier gibt es schmale Steige und ein klein wenig Kletterei. Mit der Zeit ist die Dämmerung so über uns hereingebrochen, dass wir die Stirnlampen aufsetzen und einschalten. So ist das Blickfeld stark eingeschränkt – bietet uns einen neue Herausforderung. Die Tritte im Gatsch werden hingenommen und langsam, aber sicher kommt unsere Lichterkette dem Freschenhaus näher. Das letzte Stück durch den Alpen- und Kräutergarten kennen wir schon recht gut und sind daher froh, alle wieder gesund und munter gelandet zu sein. Glückliche, zufriedene, müde und trotzdem strahlende Augen sind am Tisch zu sehen. 2 Runden „Dengaten“ (Kartenspiel) gehen sich aber dennoch aus. Lustig ist es und begleitet von Martin´s Gitarre heben wir es alle eine Weile aus. Es muss wohl schon Mitternacht gewesen sein, als uns das Nachlager wieder sah. ;-)

Sonntag, 22.Aug.2010: ich bin überrascht, alle sind schon zeitig auf. Sodass wir um 08 h zum gemeinsamen Frühstück gehen. Das letzte Mal. Alle Tische sind gerammelt voll mit Gästen. Wir bekommen trotzdem Platz für unsere Truppe. Und sind froh, dass wir ganz alleine unser Lager genießen konnten. Danke Zita. Das Frühstück schmeckt fein. Gemütlich wird der Tag begonnen. Dann heißt es allerdings doch, alles wieder einpacken. Pölster und Decken ordnen. Auch die Hausschuhe müssen wieder einen Platz im Rucksack finden. Jedoch können wir wieder den Gepäckstransport in Anspruch nehmen, was eine große Erleichterung bedeutet. Ein Wup zum den Tag begrüßen und eines um sich von Zita und Martin zu bedanken und verabschieden. Die letzten Gruppenfotos werden gemacht. Das Gepäck auf die Seilbahn aufgeladen und ab geht’s ins Tal. Auch wir machen uns langsam auf. Gesprächsstoff ist immer noch das Sauerkraut und die herrlichen Gipfel mit 4002 hm von gestern.
2/3 des Weges sind bereits geschafft, als es doch merklich heiß wird. Und Michael sein Knie spürt. Solche Anstrengungen ist es eben doch nicht gewohnt. Eine Pause wird eingelegt. Georg und Hermann vergnügen sich in den Bäumen. Die Anderen pausieren ebenfalls. Ein kühler Umschlag und die Pause tun gut. So können wir den Weg ins Tal fortsetzen. Beim Wegweiser, den die Kühe schon wieder umgeschmissen haben, gibt es nochmal eine kurze Rast mit Zwetschgen, den restlichen Kuchen und zum Abschluss „die Stone Music“. Beim Auto angekommen, wird alles verladen, bzw. aufgeteilt und wir bedanken und verabschieden uns voneinander, dass wir dann wieder in unterschiedliche Richtungen heim fahren.

Danke fürs mit dabei sein. Danke dass Du Dich eingebracht hast. Schön dass Du da warst. – Gilt für alle!
Danke auch an Bruno, der mich bestens unterstützt hat und es uns daher gelang ein super Projekt mit 4002 hm – In frischer Luft zu veranstalten.

Christine Tabernig