Wachau Volunteer 1 Wachau Volunteer 1

„WachauVolunteer“ ist ein dreijähriges internationales Freiwilligenprojekt (Laufzeit 2010-2012) für Jugendliche für Naturschutz und Landschaftspflege. Im Vorjahr gestartet, engagieren sich heuer mit den einheimische Helferinnen und Jugendlichen aus aller Welt (unter anderem aus Japan, USA, Mexiko, Korea) wieder etwa 40 junge Menschen für den Erhalt der wertvollen Wachauer Naturräume. Als erstes österreichisches Freiwilligenprojekt überhaupt wurde WachauVolunteer von der UNESCO in diesem Jahr ausgezeichnet und in die Kampagne „World Heritage Volunteers“ aufgenommen.


Im Rahmen einer Pressekonferenz im barocken Kellerschlössel in Dürnstein präsentierte die Niederösterreichische Landesrätin für Soziales und Familie Mag. Barbara Schwarz gemeinsam mit dem Projektträger Arbeitskreis Wachau, dem Projektpartner Österreichische Alpenvereinsjugend und der Österreichischen UNESCO-Kommission diese Auszeichnung für WachauVolunteer erstmals vor Medien. „WachauVolunteer“ ist ein Best-Practice-Beispiel für andere Welterbstätten und als erstes österreichisches Projekt bei der UNESCO Kampagne „World Heritage Volunteers“ dabei. Im September wird das Wachauer Projekt von der UNESCO vor Ort evaluiert und besucht.

 

Freiwilligenarbeit hat im alpinen Bereich Österreichs Tradition: Schon 1986 organisierte die Alpenvereinsjugend ihre erste Umweltbaustelle im Sonderschutzgebiet Gamsgrube am Großglockner – seitdem gab es 230 Projekte mit insgesamt 3.000 TeilnehmerInnen! Die erste Wachauer Umweltbaustelle fand 2009 statt und mit WachauVolunteer hat die Alpenvereinsjugend einen großen Schwerpunkt außerhalb der Alpen.

 

Landesrätin Mag. Barbara Schwarz zeigte sich äußerst dankbar für jede freiwillig geleistete Minute. Denn: "In Niederösterreich allein beträgt das Arbeitsvolumen aller NÖ Freiwilligen 3,4 Millionen Wochenstunden, das entspricht einem Volumen von 97.000 Vollzeiterwerbstätigen! Ganz besonders freut es mich immer, wenn junge Menschen das Bedürfnis haben, sich für etwas oder für jemanden einzusetzen. Und hier ist Nachbarschaftshilfe genauso wichtig wie das Engagement für unsere Gemeinden und Vereine oder ehrenamtliche Tätigkeit in sozialen oder karitativen Organisationen. Denn: Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt."

 

Gabriele Eschig, Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission stellte das Freiwilligenprogramm der UNESCO vor: Die Welterbe-Konvention zielt darauf ab, Kultur- und Naturstätten von außergewöhnlichem universellen Wert für die gesamte Menschheit für zukünftige Generationen zu erhalten. Bei der World Heritage Volunteers campaign, die die UNESCO 2008 gestartete hat,  arbeiten inzwischen Jugendliche bei Ausgrabungen in Zimbabwe und Tansania, in der Medina von Fez genauso wie am Great Barrier Riff in Australien. Dabei  geht es um “learning by doing”: Jugendliche sollen außerhalb von Bildungsinstitutionen das Welterbe verstehen und schätzen lernen. In der praktischen Pflege der Stätten wird auch die Expertise von erfahrenen Einheimischen an die jungen Menschen weitergegeben. Dazu arbeiten die Jugendlichen in internationalen Teams:  idealer kann Lernen nicht stattfinden.

 

Auch bei der Österreichischen Alpenvereinsjugend wird das freiwillige Engagement für die Natur gefördert: Luis Töchterle, Leiter der Österreichischen Alpenvereinsjugend sagt: „Die Alpenvereinsjugend lädt seit nunmehr 25 Jahren Jugendliche dazu ein sich ehrenamtlich für den Umweltschutz zu engagieren. Junge Leute zwischen 16 und 30 Jahren leisten wertvolle Arbeit in Schutzgebieten, befestigen Wege, pflanzen Bäume, begrünen Erosionsstellen oder unterstützen die Bergbauern. Uns ist es ein Anliegen dieses Potential an Freiwilligen auch in Zukunft zu fördern“

 

Andreas Nunzer, Vorsitzender Arbeitskreis Wachau, betont die Bedeutung der Naturräume und der Biodiversität für die Wachau: „Die Naturlandschaft ist für die Region genauso wichtig wie die Kulturdenkmäler, die Steinterrassen, Weinbau oder Burgen & Schlösser. Die Freiwilligen leisten einen unbezahlbaren Beitrag für den Erhalt des Landschaftsbildes, der Biodiversität und für Naturschutz und Kulturlandschaftspflege. Der Arbeitskreis Wachau arbeitet seit 10 Jahren intensiv an Naturschutzprojekten wie Donau-/Altarmrenaturierungen oder Schutzmaßnahmen für den Wald.“

 

Projektdetails WachauVolunteer

 

Erhalt einzigartiger Naturräume

Ziel von WachauVolunteer ist die Erhaltung der wertvollsten natürlichen Lebensräume und traditionellen Kulturlandschaften. Die Wachau gehört zu den wertvollsten natürlichen Lebensräumen in Europa und beherbergt eine hohe Anzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Die artenreichen Trockenrasen sind Lebensraum für Smaragdeidechsen, über 30 Orchideen, mehr als 100 verschiedene Schmetterlingsarten und das seltene Wachauer Federgras, das Namensgeber für die Wachauer Weinkategorie „Steinfeder“ ist. Im Zuge dieses Naturschutzprojektes werden jährlich ca. 8-10 ha Trockenrasenflächen und alte Hutweiden gepflegt. Zum Schutz der bedrohten Flora und Fauna werden die Jugendlichen Trockenrasen entbuschen und mähen, die traditionellen Steinterrassen ausbessern und standortfremde Pflanzen aus den Donauauen entfernen. Die Freiwilligen leisten auf den meist steilen und sonnenexponierten heißen Lagen Schwerstarbeit.

 

Teilnehmer aus nah & fern

Die 40 freiwilligen TeilnehmerInnen von WachauVolunteer 2011 kommen aus zehn verschiedenen Ländern und verbringen die Zeit von 10.-23. Juli und 21. August – 3. Sept. in der Wachau. Letztes und dieses Jahr waren alle Projektwochen ausgebucht. Die 20jährige Studentin aus Südkorea Seon ui Hong ist froh heuer dabei zu sein: „Es ist eine der wenigen Möglichkeiten für Jugendliche in Südkorea nach Europa zu kommen und bei einer sinnvollen Tätigkeit mitzuwirken. Besonders gut gefällt mir dabei, etwas für den Naturschutz zu tun und die Möglichkeit zu bekommen andere Kulturen kennen- und verstehen zu lernen.“ Der 20jährige Kremser Student Thomas Kaiserschatt meint: „Dieses Projekt ist eine tolle Möglichkeit die an der Universität erworbenen Theoriekenntnisse in der Praxis zu auszuprobieren. Ich bin seit dem Anfang von WachauVolunteer dabei und mir gefällt es besonders, selbst aktiv etwas für die heimische Biodiversität zu tun.“

 

Gemeinsam im Sinne des Naturschutzes

Die internationalen Freiwilligen werden in Zusammenarbeit mit dem Verein Service Civil International und dem Arbeitskreis Wachau betreut. Der Verein ist eine der ältesten Freiwilligenorganisationen weltweit, welche pro Jahr ca. 900 Workcamps auf allen Kontinenten organisiert. Die einheimischen TeilnehmerInnen werden von der Österreichischen Alpenvereinsjugend unter dem Sommerprogramm „Umweltbaustelle“ angeworben.

 

Budget für den Naturschutz

Bei den anfallenden Kosten wird die Anreise von den Freiwilligen selbst bezahlt, Kost und Logis werden über ein Projekt des Europäischen Programms „Ländliche Entwicklung/LEADER“ und vom Arbeitskreis Wachau finanziert. In den drei Projektjahren werden die Freiwilligen eine Arbeitsleistung von ca. EUR 80.000 erbringen und knappe 30 Hektar pflegen. An einer Weiterführung von WachauVolunteer über das Jahr 2012 hinaus wird gemeinsam mit dem Naturpark Jauerling-Wachau gemeinsam gearbeitet.