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Patscherkofelbahnen versus Patscherkofel - Schutzhaus

eine hoffentlich nicht unendliche Geschichte.

Das Schutzhaus als „Kulturdenkmal“
- Das Schutzhaus ist quasi ein Denkmal für alle Innsbrucker. In seiner einmaligen Bauart als Schutzhaus, alleinstehend,
für viele Innsbrucker und Gäste ein Wahrzeichen.
Es ist unverständlich, dass durch den Neubau der Seilbahnstation, die in 20 - 30 m Entfernung stehen wird, dieses Ambiente zerstört wird.
Wobei sich dieser Vorwurf nicht gegen den Neubau an sich richtet, sondern an den Standort.
- Leider wurde dieser Standort von den Projektvertretern nie richtig kommuniziert. So war immer die Rede von einem Standort 70m südöstlich, das wäre die Lage der bisherigen Bergstation.
- Sogar in der letzten Ausgabe von "Innsbruck informiert" ist der Standort zwar südwestlich, aber viel weiter weg
angegeben. In der Zwischenzeit haben wir in den Medien, mithilfe eines Modelles und einer Fotomontage, die tatsächliche Situierung kommunizieren können.

 Das Schutzhaus als Wirschaftsbetrieb
Das Patscherkofel-Schutzhaus, gehört der AV-Sektion Toristenklub Innsbruck und ist derzeit an die Herrn Weber verpachtet, die sich mit großer Freude um das Wohl der Touristen kümmern.

Die neue Bergstation wird in einer Höhe von 10 m, einer Länge von ca. 30 m und im Abstand von 20-30 m vor die Terrasse des Schutzhauses gebaut, wo die Gäste bislang die Sonne und das herrliche Panorama mit Blick auf die Berge des Stubaitales genie- ßen können. 

Die Patscherkofelbahnen werden ihrerseits einen Gastraum mit Terrasse genau vor das Schutzhaus mit eben dieser Aussicht bauen und damit dem Schutzhaus die beste Aussicht nehmen. 

Es entsteht für das Schutzhaus ein zweifacher Schaden, 
- zum einen wird die derzeitige Sonnenterrasse unbrauchbar,
- zum anderen entsteht mit öffentlichen Geldern ein Konkurrenzunternehmen mit einer Küche, die für 200 Personen ausgelegt ist. Es ist schon schwer zu verstehen, dass mit öffentlichen Geldern ein Konkurrenzunternehmen der feinsten Klasse aufgebaut wird und ein privates Unternehmen für alle Investitionen selbst aufkommen muss. Fair wäre, wenn man gleichzeitig das Schutzhaus auch mit öffentlichen Geldern gleichziehen würde, dann könnte man von gesunder Konkurrenz sprechen, der sich das Schutzhaus auch stellt.

 

Patscherkofel Schutzhaus

Historische Aufnahme des Schutzhauses

Als Innsbrucker, Staatsbürger und Steuerzahler der letztendlich die Kosten tragen muss:
Es stellt sich schon die Frage, ob eine Investition von 40 - 60 Mio. für ein derartiges Projekt gerechtfertigt ist, zumal es noch offene Fragen gibt:
  
- Wieso wurde nicht die alte Trasse verwendet bzw. die bisherige Bahn, vermutlich zu wesentlich geringeren Kosten, revitalisiert? Es gibt dazu keine veröffentlichte Studie. Nun soll alles, inklusive dem alten Restaurant, das übrigens nie wirklich in Betrieb war, abgerissen werden. Wer ist für diese Kosten verantwortlich?

- Wieso wird die Bergstation an der ungünstigsten Stelle gebaut (siehe Bilder)?

- Es gibt eine grundbücherlich eingetragene Dienstbarkeit zu Gunsten der Sektion TKI, das den Betrieb einer Gastronomie durch die Patscherkofelbahnen anzweifeln lässt. Kann es da im Gemeinderat einen Beschluss über das Gesamtprojekt geben, bevor diese Sachlage geklärt ist? Zumal die Projektleitung davon redet, dass ohne Gastronomie die neue Bergstation nicht wirtschaftlich zu führen sei. (In den ursprünglichen Projektunterlagen hat man noch von einem kleinen Selbstversorgerraum gesprochen.)

- Übrigens hat man von Seiten der Agrargemeinschaft, die Eigentümer des Grundes ist, diese Dienstbarkeit, ohne Einbindung der Sektion aus dem Grundbuch löschen lassen. Mit Einspruch des TKI durch RA Dr. Ermacora musste diese Löschung jedoch wieder rückgängig gemacht werden.

- Die Rodung der neuen Trasse noch im Herbst 2016 war eine wesentliche Voraussetzung, dass im Jahr 2017 mit dem Bau begonnen werden kann. Diese Rodung war aus Sicht des Alpenvereins rechtswidrig, da es zu diesem Zeitpunkt noch keinen gültigen Bescheid gab, dazu gibt es eine Strafanzeige. (Man wird sehen!?)

- Sind bei den derzeit diskutierten Kosten auch bereits die angekündigten Freizeitanlagen enthalten, oder ist damit zu rechnen, dass diese entweder nicht kommen, oder noch einmal zusätzliche Kosten anfallen werden?

Engagement des TKI:
Von Seiten der Stadt, bzw. der Projektbetreiber war immer von einer Situierung der Bergstation ca. 70 m südöstlich des Schutzhauses die Rede. Mit diesen Angaben wurden auch Gutachten eingeholt. Tatsächlich liegt die Station jetzt ca. 20 m südwestlich vom Schutzhaus, was später lapidar als Schreibfehler abgetan wurde. 

Mit diesem Plan wurde die Sektion 3 Tage vor der Bauverhandlung vor vollendete Tatsachen gestellt. Erst jetzt konnte der Vorstand tätig werden, was selbstverständlich umgehend auch passierte. Seit dieser Zeit laufen Verhandlungen und auch Gerichtsverfahren, die von Herrn Dr. Andreas Ermacora als Rechtsbeistand der Sektion mit großem Engagement und Fachwissen geführt werden. Große Unterstützung bekommen wir auch vom Hauptverein des ÖAV. 

In Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Ermacora versuchen wir alles, um eine bessere Situierung der neuen Bergstation zu erreichen und unsere grundbücherlich eingetragenen Dienstbarkeiten der „Verköstigung und Beherbergung“ und sonstige Rechte wie z.B. in Bezug auf die Wasserversorgung, sicherzustellen. 

Auf unsere Homepage www.Touristenklub.org werden wir weiter berichten. 
 

Schutzhaus02

Nachsatz:
Die ÖAV-Sektion Touristenklub Innsbruck und der ÖAV stehen hinter der „Attraktivierung“ des Patscherkofels, insbesondere als Naherholungsgebiet für die Innsbrucker mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten von Rodelbahn, Mountainbikestrecken, Skitourengebiet, Familiengebiet, Wandergebiet…, dazu gehört auch eine Patscherkofelbahn.

Wir sprechen uns jedoch, nach oben genannten Punkten:
- gegen den Standort,
- für eine faire Konkurrenzsituation der Gastronomie am Patscherkofel,
- gegen die sehr hohen Kosten für den Steuerzahler aus.

Text: Waldemar Lindner

 
 
 

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