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Tuxer Alpen
Lizumer Hütte, 2.019 m Kategorie I , Ausgezeichnet mit dem Umweltgütesiegel
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Selbstversorger
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Zur KRITIK im Forum München-Venedig.de Liebe
München-Venedig-Kolleg/innen! Kritik sollte fair bleiben,
auch die Gegenseite hören, bei der Wahrheit bleiben – und konstruktiv sein,
„weil das Bessere der Feind des Guten ist“.
Diese Anmerkungen fallen
leider im Detail etwas länger aus, weil manches an Anschuldigungen,
Halbwahrheiten und Unterstellungen subjektiv ist und man auch die Kehrseite
hören bzw. kennen sollte. Wenn sich der Wirt im Ton vergriffen
hat, will er sich hiermit herzlich entschuldigen. Der Alpenverein will ganz
klar, dass der Gast „König“ ist, sofern er sich auch als Gast verhält. Aber
dazu gibt es von Seiten des Alpenvereins
nur sehr wenig Klagen, die sich meist nach einer gewissen
Aufenthaltsdauer gütlich klären. Das Hüttenteam arbeitet sehr gut und
freundlich und ist sehr bemüht, wie sonst könnte die Lizumerhütte von den
Mü-Ve- Begehern zu einer der drei besten Hütten auf diesem Trip tituliert
werden. Von einzelnen unqualifizierten
Generalbeschuldigungen, die nicht genau nachvollziehbar scheinen, lassen wir
uns den guten Ruf der Hütte nicht vermiesen. Verbesserungen steht der
Alpenverein nicht im Weg. Sperrgebiet Die Lizum "verdankt" ihren Truppenübungsplatz
TÜPl der Deutschen Wehrmacht, den Nazis, die unbedingt in der Lizum Krieg
trainieren mussten. Die Lizum ist heute kein übliches Kasernengelände. Die jetzigen
Soldatenunterkünfte (1983) sind örtlich traditionelle Steinbauten mit
Schindeln. Am meisten schießen heute die Gebirgsjäger aus Deutschland. Das
österr. Bundesheer ist sehr entgegenkommend gegenüber Bergwanderern, Tourismus
wie Almwirtschaft. Lizum ist kein Skiliftgebiet,
im Sommer ist kein Lift in Betrieb, sondern eines der wenigen kaum
erschlossenen Gebirgsgebiete. Es gibt keinen Sessellift, bei einem Schlepper
stehen nur die Stützen. Im Winter werden zwei kleine Schlepper fallweise
(selten) von Soldaten benützt. Hüttensanierung Die „alte Lizumerhütte“(bis
2006) war in vielerlei Hinsicht eine „unzeitgemäße Bude“, daher auch von den
Gästen nicht mehr gerne besucht. Falsch ist, dass es in der
Lizumerhütte im Schankraum zieht. Alle Fenster im Altbau wurden 2008/09 durch
modernste, dreiglasig isolierte Lawinenschutzfenster ausgetauscht. Die Hütte
ist wärmer denn je. Generalsanierung und
Erweiterung haben die Hütte zu einer der „Vorzeigehütten“ gemacht, wie das DAV
und OeAV durch das „Hüttengütesiegel“ bekundeten. Sie wird um ein Vielfaches
mehr aufgesucht, von den Gästen sehr gut angenommen, worüber sich der AV sehr
freut, aber auch bedankt. Allerdings gibt es auch
Leute, die eine AV-Schutzhütte mit ihren Gepflogenheiten und großen
Erschwernissen am Berg, mit einer „Herberge“ im Tal oder auch mit einem
Hotelbetrieb verwechseln. Und nicht erkennen bzw. anerkennen, was es heißt, das
ganze Jahr über, auf 2000 m und mehr, allen Gästen ein guter Gastgeber sein zu
wollen. Die „Musikberieselung“ auf
Hütten will die AV-Sektion Hall auch nur sehr gedämpft betrieben wissen. Wenn’s
mal zu laut sein sollte, kann man leiser drehen. Hüttentest Die Lizumerhütte ist laut
Hüttentest (JDAV) mit den allermeisten Testurteilen die siebtbeste aller
Hütten, im OeAV die am besten bewertete. So viele Hüttentester können wohl
schwer irren. Die Kommentare und die Testnote 1,37 sprechen für sich. Die Lizumerhütte beherbergt
jährlich mehrere tausend Skitourensportler, Bergwanderer und Trekkinggeher, aus
vielen Ländern, die die Hütte, den Aufenthalt und die Wirtsleute uneingeschränkt loben. Auch Stefan Lenz meint
unter - http://www.weitwandern.de/?p=115
- „er wisse nicht, was man besser machen könnte“. Lizum ist kein Campingplatz Faktum ist ferner, dass in
Tirol sowohl im Naturpark Karwendel als auch am TÜPl Lizum campieren nicht
erlaubt ist. Wer sich über diese Verordnungen hinwegsetzt, muss auch eine (gut
gemeinten) Hinweis, ansonsten einen Platzverweis hinnehmen, ohne sich darüber
zu beschweren. Selbstversorgung Dazu einige Gedanken zur
Bewusstseinsbildung, weil es auch unter AV-Mitgliedern kaum bekannt ist: Die Alpenvereine betreuen in
Tirol ca. 240 Hütten und 10.000 km alpine Wege und Steige und machen erst
dadurch das Gebirge für tausende begehbar. Dazu haben die Alpenvereine auch
Hüttenregeln gemeinsam beschlossen. Würden sich mehr als 25 Prozent der Hüttengäste
nur selbst versorgen, müssten 90 Prozent der Hütten in Tirol sofort von den
Sektionen gesperrt werden, weil sie wegen ihrer Minus-Ergebnisses nicht mehr zu
bewirtschaften und nicht mehr finanzierbar wären. Für das Finanzamt wären sie
kein Wirtschaftsbetrieb mehr, sondern nur noch Hobby. Es kann auch nicht so sein,
dass nur die eigenen Mitglieder einer
hüttenbesitzenden AV-Sektion für alle Leistungen für eine Hütte aufkommen, die
andere und die Allgemeinheit konsumieren. Der AV-Mitgliedsbeitrag deckt ja in keiner Weise die Unkosten, die den hüttenbesitzenden
Sektionen aus ihren Hütten entstehen, sondern berechtigt zum vergünstigten
Nächtigen. Der AV-Mitgliedsbeitrag ist kein Beitrag zum Hüttenbetrieb und zu
den Hüttenbetreiberkosten. Das ist keine Interpretation, sondern Stand der
Tiroler Hüttensektionen. Beispiel: Die
hüttenbesitzende Sektion Hall betreibt mit ihren 3000 Mitgliedern neben der
Lizumerhütte noch zwei weitere Hütten; also erhalten und finanzieren je tausend
Mitglieder je eine Hütte, die alle anderen benützen können. Wobei eine
Hüttensanierung 600.000 bis eine Mio Euro kostet (DAV-Taschachhaus war noch um
vieles teurer), die von den hüttenbesitzenden Sektionen zu berappen sind, wobei
sich Sektionen bzw. ihre Mitglieder große Schulden auflasten. Wer rechnen kann,
der rechne mal nach. Es ist weithin unter
AV-Mitgliedern unbekannt, dass die Einnahmen aus den Hüttennächtigungen an die
hüttenbesitzende Sektion fließen, wovon Investitionen, Hüttenerhaltung, teils
Betriebskosten und Schulden finanziert werden müssen; dem Hüttenpächter bleiben
die Einnahmen aus „Küche und Keller“. Daher ist es absolut im
Interesse der AV-Mitglieder der hüttenbesitzenden Sektionen wie auch der
Hüttenpächter, dass über die Konsumation in einer Hütte ein entsprechender Ertrag
erwirtschaftet wird. Daraus sollten, nach Abzug aller Aufwendungen, die
Hüttenpächter ein überlebensfähiges Einkommen für das ganze Jahr erwirtschaftet
haben. Dieser Grundsatz deckt sich übrigens vollkommen mit den AV-Statuten und
der Hüttenordnung von DAV und OeAV, wonach „Hütten nach wirtschaftlichen
Kriterien zu führen sind“ - also weder
als Hobby noch lediglich aus den Mitgliedsbeiträgen einer einzelnen
hüttenbesitzenden Sektion. Es scheint, so gesehen,
nachvollziehbarer oder verständlicher zu sein, wenn sich Hüttenwirte bemühen
(müssen) – gedeckt von den hüttenbesitzenden Sektionen – ihre Gäste aus ihrer
Küche gut bekochen oder „verwöhnen“ zu wollen, zu versuchen, die Hüttengäste
gastfreundlich zur Konsumation einzuladen. Daran ist nichts Verwerfliches und
Verbotenes zu erkennen. Und ist auch nicht im
Widerspruch zu den Selbstversorger-§§ in der Hüttenordnung. Eine WC-Spülung: 5 Euro Investitionen,
Hüttenerhaltung, Betriebskosten sind am Berg oft um das drei bis fünffache
höher als im Tal. Noch dazu haben sich diese Kosten in den letzten 15 Jahren um
40 Prozent erhöht. Ein Beispiel, nach einer
exakten Kostenberechnung des AV-Hüttenreferats: Eine einzige Klospülung auf
alpinen Hütten kostet (inkl. Wasser- u. Abwasserkosten, Trinkwasserleitung und
Abwasserleitung bzw. Kläranlage) bis zu fünf (!) Euro. Kosten für 1 KW/h Strom bis zu 4 Euro! Daran denkt wohl niemand,
muss er auch nicht, wenn er „Gast“ ist. Aber nachdenken darf man schon, was es
heißt, wenn ein Gast alles selbst mitbringt und verzehrt, im Zuge einer
Nächtigung mindestens dreimal das WC
benützt. Von der Müllentsorgung gar nicht zu reden, weil trotz aller
Beteuerungen viele Hüttengäste ihren Talmüll doch auf den Hütten unter den
Matratzen zurücklassen. Der „Infrastrukturbeitrag“
eines Selbstversorgers, um sich von der Konsumation zu befreien, ist mit 2.50 € (seit 2007 ohne Index)
geradezu lächerlich und nicht diskussionswürdig. Oder glaubt wirklich jemand,
dass eine Gruppe von sieben Selbstversorgern, die als einzigen Verzehr den
ganzen Hüttentag und Abend, eine einzige 7/10 li Flasche Wein gemeinsam
trinken, also pro Kopf ein Zehntel Wein (das es sonst in der Gastronomie gar
nicht gibt), sonst nichts, dass damit der Begriff von „Konsumation“ lt. §§ HüO
„erfüllt“ oder nicht doch provozierend „umgangen“ wird – was zwangsläufig zu
„Diskussionen“ mit dem Wirt führen muss. Kann man unter „Konsumation“ nicht
eher Suppe, Bergsteigeressen oder ähnliches meinen? Es kommt halt immer auf das
„Maß“ an. Suche nach Lösung Ich setzte mich stark in der
gemeinsamen DAV-OeAV-AVS Arbeitsgruppe Hütten dafür ein, diese Problematik zu
verbessern, zu entschärfen, vernünftig für Mitglieder und hüttenbesitzende
Sektionen zu lösen, auf dass alle Hütten-Gäste und -Beteiligten zufrieden sein
und ihre Hütte genießen können. In der Hoffnung, weiterhin
zufriedene Gäste auf unseren Alpenvereins-Schutzhütten begrüßen zu können Gerald Aichner Karwendel – Venediggeher OeAV Landesvorsitzender Tirol av-tirol@glungezer.at
Hallo Thorsten! Jeder darf seine Meinung haben, deine Behauptung zur Hütte ist höchst subjektiv und zeigt von großer Unkenntnis. Damit sich aber künftige Hüttengäste objektiv informieren können, hier einige Fakten: Du irrst, die Hütte ist weder riesig noch ein „Hotel“, sie hat nach der Sanierung nicht mehr Betten als vorher. Im alten Zustand wäre die Hütte ohne Sanierung behördlich gesperrt worden. Zimmerlager, Küche, Feuchtigkeit, Hygienevorschriften, Brandschutz, Lawinenschutz etc. entsprachen nicht mehr den Sicherheitsvorschriften, aber auch nicht mehr den Wünschen der Hüttengäste. Der Hüttenaltbestand hatte keinen Keller, daher waren die Mauern feucht. Nun gibt es einen Untergeschoss mit Vorratsräumen, einen Schuh- u. Trockenraum (bisher ein großes Manko) und zwei Zimmerlager. Weil ein Neubau neuen technischen Vorschriften unterliegt, mussten alle Fenster als neue Lawinenschutz-Sicherheitsfenster eingebaut werden. Auch wurden div. Wandstärken für die Betonmauer im Fundament und EG vorgeschrieben. Um das Hüttenbild zu erhalten, haben wir freiwillig die Mauer rund ums EG wieder als Natursteinmauerwerk aufgeführt, um das um das originale Hüttengesamtbild zu erhalten. Den Hüttengästewünschen nachkommend, gibt es nun kleinere Zimmer mit Waschbecken, kleinere Zimmerlager, Trockenraum, Duschen - kurz alles, was die Gäste stets urgiert haben und nun einfach auch auf einer einfachen Hütte verlangen und genießen. Übrigens wurden im Altbestand der fast 100-jährigen Hütte die alten Original-Gaststuben komplett erhalten, auch als Zeichen der Wertschätzung gegenüber Handwerkern und Bauleuten vor 100 Jahren! Im Altbestand gab es keine ordentliche Pächterwohneinheit und keine Zimmer für das Personal, keine WC und keine Duschen. Das wäre heute nicht nur behördlicherseits nicht mehr erlaubt, sondern haben wir selbst als den Hüttenleuten und dem Hüttenteam gegenüber als unzumutbar gefunden. Sie wohnen schließlich fast zehn Monate dort. Auch wurden Fluchtstiegenhaus, Brandschutztüren mit einer
gewissen Mindestbreite etc. vorgeschrieben. (Das wird allen Hütten nun
vorgeschrieben) Was die „Selbstversorgerei“ angeht, hab ich meine eigenen Erfahrungen, da ich laufend auf unseren Hütten in Tirol und Südtirol/Italien unterwegs bin und von vielen Hüttenwirten, von hüttenbesitzenden Sektionen, aber auch von AV-Mitgliedern darauf angesprochen werde, die diese §§ mit Infra-Beitrag als in der Praxis nicht für vernünftig und friktionsfrei zu handeln erachten. Es geht nicht darum, dass jemand, der wenig Geld hat, für sich sparsam mit seinem Geld umgehen muss. In solchen Fällen gibt’s von vielen Wirtsleuten gerne kostenlos eine Suppe. Ärgerlich ist vielmehr die organisierte Selbstversorgerei in Gruppen aus Gedankenlosigkeit, wo die einzelnen Leute rucksackweise Fressalien und Alkoholika mitschleppen oder sich gar vom Hüttenwirt mit der Seilbahn bringen lassen, gleich für mehre Tage Hüttenaufenthalt, im Endeffekt im Tal um nix billiger einkaufen als ein Bergsteigeressen oder ähnliches, aber dann auf den Hütten plötzlich „sparen“ müssen. Und auch noch in den Zimmern kochen und Alkoholika konsumieren und den Restmüll einfach irgendwo deponieren, sei es auch unter den Matrazen. Und auch zum Nulltarif sich heißes Wasser aus den Duschen besorgen, um zu kochen… All das sind unerfreuliche Auswüchse des Selbstversorgens, die einer „mitgliedergerechten, kundenfreundlichen Lösung“ bedürfen. Deinen Einzelfall soll der Hüttenwirt klären, es war sicher kein gutes handling. Auch von DAV-Hütten ist solches schon an mich schon herangetragen worden. Von Friesenberghaus und Tissihütte, die ich selbst kenne, hab ich auch schon anderes gehört. Weil es letztlich nicht klar geregelt ist, und die Alpenvereine die Regelung vor Ort dem Wirt überantwortet haben, was ein Unding ist. Das Regelwerk ist ungenau und reformbedürftig. Wenn es den großen Alpenvereinen die „Selbstversorgerei“ so ungemein wichtig ist, sollen sie die hüttenbesitzenden Sektionen mit einem Pauschalbetrag entlasten. Denn wie kommen einzelne Sektionen, die die Last einer Hütte aus Solidarität für die Gesamtvereine auf sich nehmen, dazu, den Bonus für einzelne Mitglieder oder die Mitgliedervorteile für alle, allein zu tragen, mitzufinanzieren? Das kann mir keiner glaubhaft erklären und kann mich niemand ausargumentieren. Mit herzlichem Alpenvereinsgruß Gerald |
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Gerhard Nesvadba, nessy EDV-Dienstleistungen
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