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Chronik der OeAV - Sektion Hermagor

er Österreichische Alpenverein war im Jahre 1862 in Wien gegründet worden,

1869 folgte (ebenfalls durch Initiative des Ötztaler Pfarrers Franz Senn) die Gründung des Deutschen Alpenvereins in München, 1874 wurden die beiden Vereine zum Deutschen und Österreichischen Alpenverein (DuOeAV) zusammengeschlossen.

Bereits 1884 ...

... fanden sich in Hermagor begeisterte Bergfreunde zusammen und gründeten die Sektion Gailtal. Erster Obmann war der damalige Bezirkshauptmann von Hermagor, Dr. Theodor Menninger von Lerchenthal.

Zu dieser Zeit gab es noch unerstiegene Gipfel, die Anreise war zeitraubend und mühsam und es gab noch keine Eisenbahn ins Gailtal. Wer auf seinen Bergfahrten eine Unterkunft brauchte, musste froh sein, auf einer Almhütte ein einfaches Heulager vorzufinden.

Erste Naßfeld-Erschließung durch Pioniergeist des Alpenvereins

Als ideales Betätigungsfeld für die junge Sektion bot sich das Gebiet rund um das Naßfeld an, welches von den schroffen Kalkwänden von Gartnerkofel (2195m), Roßkofel (2240m) und Trogkofel (2280m) umgeben nicht nur bergsteigerisch, sondern ebenso geologisch wie botanisch sehr interessant war. Und so wurde östlich der Passhöhe am Fuß des Auernig schon 1885/86 die 1. Naßfeldhütte erbaut.

Ausgehend vom Enziansteig auf die Egger Alm wurde mit der Erschließung der Garnitzenklamm begonnen, die 1891 schon bis oberhalb der Ida-Warte begehbar war (heute 1. Teil). 1901 war unter Einbeziehung des Mehlsteiges bereits die gesamte Klamm begehbar.

1912 war die Naßfeldhütte in schlechtem Zustand und nicht mehr benützbar, weshalb wenig unterhalb die 2. Naßfeldhütte errichtet und am 1.8.1914 eingeweiht wurde. Inzwischen war der 1. Weltkrieg ausgebrochen und ab Mai 1915 war auch das Naßfeld Frontgebiet.

Schwere Zeiten durch die Weltkriege

Rund um die Naßfeldhütte wurden Baracken gebaut und die alte Hütte diente als Munitionsdepot. Am 12.3.1916 zerstörte eine Lawine das Lager und die Schutzhütten, 42 Mann fanden den Tod.

Von den am Naßfeld stationierten Truppen war schon 1915 neben der Passhöhe eine Kapelle zum Gedenken an die Kämpfe und Opfer des Krieges errichtet und am 14.1.1916 feierlich eingeweiht worden.
Nach dem Lawinenunglück wurde die Holzkapelle bald durch einen massiven Steinbau ersetzt, nach Ende der Kämpfe im November 1917 jedoch vernachlässigt.

Zusammen mit dem Kanaltal fiel 1919 auch ein Teil des Naßfeldes an Italien, die Grenzziehung mitten durch die Gedächtniskapelle konnte knapp verhindert werden.

Wie allgemein um wirtschaftliche Belange war es nach dem 1. Weltkrieg auch um das Vereinsleben nicht gut bestellt. An einen Wiederaufbau der Naßfeldhütte war zunächst nicht zu denken, in einer ehemaligen Kriegsbaracke wurde eine Notunterkunft eingerichtet.
In dieser schwierigen Situation bot die Sektion Villach ihre Hilfe an, mit der die Sektion Gailtal am 31.3.1926 vereinigt wurde. Noch im gleichen Jahr wurde innerhalb der Sektion Villach der Gau Gailtal gebildet und von der Almgenossenschaft Treßdorf das Grundstück der Gedächtniskapelle sowie ein Grundstück zur Errichtung einer neuen Schutzhütte gekauft. Die 3. Naßfeldhütte konnte im Juni 1927 eingeweiht werden.

Der Steig durch die Garnitzenklamm konnte 1925 bis zum Kreuzgraben ausgebaut, und eine Verbindung hinauf zum Steinwenderweg geschaffen werden. Einen Rückschlag gab es, als in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges die 3. Naßfeldhütte von unbekannten Tätern niedergebrannt wurde.


Mutig in die neuen Zeiten ...

Doch schon bald ging es wieder bergauf: 1946 wurde unter dem tatkräftigen Obmann Uhrmachermeister Gustl Kury die nun wieder selbständige Sektion Hermagor neu gegündet. Die Grundstücke am Naßfeld wurden von der Sektion Villach zurückgekauft, und die 4. Naßfeldhütte wurde im Herbst 1948 von den Hüttenpächtern Toni und Josephine Krieber provisorisch in Betrieb genommen, aufgestockt und fertiggestellt wurde sie 1952.
In dieser Zeit wurde auch die Gedächtniskapelle renoviert und 1949 der erste Naßfeldkirchtag nach dem Krieg abgehalten. Der Naßfeldkirchtag findet seither alljärlich am ersten Sonntag im August statt.

Auf Betreiben von Obmann Kury wurde im November 1951 die Naßfeldstraße in die Landesverwaltung übernommen, und im Jahr darauf eine tägliche Postautolinie auf das Naßfeld eingerichtet.

Neben der Neugründung der Sektion Hermagor kam es 1946 durch Mitglieder der Sektion auch zur Gründung der Ortsstelle Hermagor des Österreichischen Bergrettungsdienstes, deren erster Obmann Toni Krieber war. Der Hermagorer Bergrettungsdienst und Alpenverein stehen seither in enger Verbindung und Zusammenarbeit, nicht nur bei Wegsanierungsarbeiten in der Garnitzenklamm, sondern auch bei gemeinsamen Veranstaltungen wie zum Beispiel der traditionellen Sonnwendfeier auf den Gipfeln unserer Hausberge.
In diesem Zusammenhang sei auch die Errichtung des Gipfelkreuzes am Gartnerkofel 1958 gemeinsam durch Alpenverein und Sportclub Hermagor erwähnt, die der Initiative von Sportclub-Obmann Dr. Zimek zu verdanken war.

In der Garnitzenklamm wurde in den Jahren 1962/63 durch den Bau von 6 Brücken und umfangreichen Sprengarbeiten auch der 3. und 4. Teil bis zur Kühweger Klause direkt begehbar gemacht, 1968 wurde am Ende des 2. Teils eine Unterstandshütte errichtet.

Am 15.1.1968 wurde auch die 4. Naßfeldhütte ein Raub der Flammen. Unter dem neuen Sektionsobmann Dr. Wolf Zimek, der auch Obmann des Sportclubs Hermagor war, wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Die 5. Naßfeldhütte wurde 1970 als großes, modernes Naßfeldhaus in Betrieb genommen, das den neuen Ansprüchen des inzwischen am Naßfeld entstandenen Wintersportgebietes gerecht wurde.

In die Zeit Dr. Zimeks fällt auch die Gründung der Ortsgruppe Weißbriach, die 1970/71 die bestehende Hütte auf der Napalalm von der Nachbarschaft Weißbriach auf 99 Jahre pachtete und in dieser die Weißbriacher Selbstversorgerhütte einrichtete. Diese brannte am 26.7.1982 ab, der Neubau wurde am 21.7.1985, bereits unter dem heutigen Obmann Dr. Hermann Verderber, feierlich eröffnet. Vor weiteren Brandereignissen ist die Sektion Hermagor seither verschont geblieben.

Durch die Errichtung der Schutzhütten leistete der Alpenverein Hermagor auch Pionierarbeit für den Schisport auf dem Naßfeld. So war es beispielsweise üblich, dass die Teilnehmer der ab 1947 vom Sportclub Hermagor durchgeführten Gartnerkofelrennen meist bereits am Vortag zu Fuß (mit Schi) auf das Naßfeld kamen.
1961 errichtete Hans Jenul wenig oberhalb der 4. Naßfeldhütte den ersten Schilift. Bald kamen weitere Lifte dazu (z.B. 1968 der Gartnerkofel-Sessellift) und besonders in den 1980er Jahren wurde dann das Schigebiet laufend erweitert.

"Naßfeld-Sorgen"

Als jedoch 1993/94 Pläne, auf dem Roßkofel eine Seilbahn und eine Schiabfahrt sowie eine Radarstation für die Zivilluftfahrt zu errichten, konkret wurden, konnte der Alpenverein dies nicht mehr gut heißen. Massiv wurde auf die drohende Zerstörung des kostbaren Naturraumes mit Karsthöhlen und Trinkwasserreserven im Inneren des Roßkofels aufmerksam gemacht, bis sich neben den Tageszeitungen und einigen wenigen Politikern auch große Teile der Kärntner Bevölkerung gegen das Projekt aussprachen und die Liftbetreiber ihre Pläne zurücksteckten. Inzwischen wurden andere, nicht nur aus Sicht des Naturschutzes sinnvollere, Projekte verwirklicht.

Mit dem Ausbau des Schigebietes war rund um das Naßfeldhaus auch ein Hoteldorf herangewachsen, mit dessen Standard der großzügige Schutzhüttenbau von 1970 trotz mehrerer kostenintensiver Umbaue nicht mehr mithalten konnte.
Nach ausgiebigen Beratungen gelangte der Vereinsausschuss zur Ansicht, dass es nicht Aufgabe einer Alpenvereinssektion ist, in einem durch Straßen und Hotels ausreichend erschlossenen Schigebiet selbst ein Hotel zu führen. Von der Vollversammlung wurde daher am 23.2.2000 der Verkauf des Naßfeldhauses beschlossen. Dieser brachte der Sektion eine beachtliche Geldsumme ein.

"Dauerbrenner" der Vereinsarbeit

Die Gedächtniskapelle auf dem Naßfeld, der der Sektionsausschuss das einzigartige Amt des "Kirchenwartes" (Hans Plattner sen.) verdankt, wurde 1994/95 mit Lärchenschindeln neu eingedeckt und auch der Turmknauf und das Kreuz erneuert.
Rechtzeitig zum Jubiläumskirchtag 1998 konnten auch neue Buntglas-Fenster eingesetzt werden.
Im gleichen Jahr wurde als Symbol der langjährigen Partnerschaft zwischen dem Alpenverein Hermagor und der Nachbarsektion Pontebba des Club Alpino Italiano (CAI) am Roßkofel ein Glockenturm errichtet.

Der Erlös aus dem Verkauf des Naßfeldhauses sollte vor allem den Vereinsmitgliedern, und hier besonders der in stark wachsender Anzahl vertretenen Jugend, zugute kommen. Die 1999 im Turnsaal der Hauptschule Hermagor eingerichtete Kletterwand wurde daher im Sommer 2003 durch einen Auf- und Umbau zu einer 14 Meter hohen Kletterhalle mit über 400m² Kletterfläche erweitert.
In der Hallenklettersaison 2003/04 fanden dann gleich vier Sportkletter-Bewerbe in Hermagor statt, darunter auch die Österreichischen Staatsmeisterschaften (diese sogar erstmals in Kärnten). Bei den Landesbewerben werden seither regelmäßig Spitzenplätze von Hermagorer Kindern und Jugendlichen belegt.

Fast ständig zu tun gibt es in der Garnitzenklamm. Neben alljährlichen laufenden Reparaturarbeiten an den teils versicherten Steiganlagen und Brücken mussten in den letzten 2 Jahrzehnten durch vermehrt aufgetretene Hochwasserereignisse einige Stege vollkommen neu errichtet werden, so z.B. in den Jahren 1983, 1985, 1996, und 2002.

Nachdem im Juni 2003 drei neue Brücken per Hubschrauber in die Garnitzenklamm gebracht wurden, kam es bereits Ende August desselben Jahres erneut zu einer Hochwasserkatastrophe, bei der diesmal 5 Brücken weggerissen und auch Teile der Steiganlagen schwer beschädigt wurden.
Neuerlich kam ein Hubschrauber zum Einsatz, der am 7. Juli 2004 nun 5 neue Brücken in die Garnitzenklamm transportierte. Nach vielen weiteren Arbeitsstunden durch die Bergrettung Hermagor war die Klamm Ende Juli bis zum Unterstand (2. Teil) begehbar, Ende August konnte dann die gesamte Garnitzenklamm bis zur Kühweger Klause wieder frei gegeben werden.

Neben der Gedächtniskapelle am Naßfeld, der Weißbriacher Selbstversorgerhütte, der Kletterhalle und dem Steig durch die Garnitzenklamm betreut die Sektion Hermagor durch den Wegwart und seine Helfer sämtliche Alpenvereinswege zwischen dem Reißkofel und der Windischen Höhe in den Gailtaler Alpen (83 km) und zwischen dem Hochwipfel und dem Oisternig in den Karnischen Alpen (55 km), sowie Abschnitte der Weitwanderwege Nr. 10 - Rupertiweg (28 km) und Nr. 03 - Südalpenweg (Karnischer Höhenweg, 38 km, seit 2003 auch Abschnitt der "Via Alpina").

Aktuell (Stand: April 2015) hat die Sektion Hermagor knapp über 1100 Mitglieder, davon ca. 350 Jugendliche und Kinder.

(Autoren: Dir. Arnold Ronacher / Dr. Hermann Verderber / Andreas Fink)

 Liste aller Vorsitzenden der OeAV - Sektion Hermagor

 
 
 

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