95 Jahre
Lizumerhütte 2007
Zu diesem
Jubiläum betont Gerald Aichner, Vorsitzender des Haller und Tiroler
Alpenvereins, im Hütten-Memorandum der OeAV Sektion Hall in Tirol:
„Die Lizumerhütte ist ein absolut unverzichtbarer Stützpunkt für den Tiroler
Alpintourismus im Winter wie im Sommer, für die Skitourengeher aus Nah und
Fern, für die Trekkinggeher von München nach Venedig, am Adlerweg ins
Zillertal, der Via Alpina von Triest nach Monaco, am Zentralalpenweg 02
Feldkirch-Hainburg und am Glungezer & Geierweg zur Glungezerhütte. Via Alpina und
Tiroler Adlerweg sind durch die Alpenkonvention bzw. die Tirolwerbung so fest
mit dem Land Tirol verankert wie der Bestand der Hütte durch einen Vertrag des
Alpenvereins mit der Republik Österreich und dem Land Tirol für immer
festgeschrieben ist, in guter Nachbarschaft mit dem Bundesheer!
Der Haller Alpenverein hat die Lizumerhütte in Absprache mit Land Tirol,
Verteidigungsministerium und Militärkommando Tirol in einen für alle
Bergwanderer, Skitourengeher und Urlauber zeitgemäßen Hüttenstandard versetzt
als Voraussetzung die Hütte durch Tages- und Nächtigungsgäste sowie Urlauber
deutlich stärker auszulasten, um so den Bestand der Hütte auch wirtschaftlich
durch die Alpenvereinsektion Hall abzusichern.“
1912 erbaut
Die Lizumerhütte wurde 1912 als kleiner Winterstützpunkt für Skifahrten von der
OeAV-Sektion Hall erbaut. 1932/33 erfolgten Zubau und Erweiterung, vor 45
Jahren wiederum eine Sanierung, mit Aufstockung, Sanitäranlagen und
Pächterwohnung - die letzte Renovierung. „Höchste Zeit für eine
Generalsanierung, nicht nur, um den überstrengen behördlichen Auflagen
hinsichtlich Brandschutz, Lawinenschutz und Hygiene nachzukommen, sondern um
den geänderten Anforderungen der Tages- und Nächtigungsgäste zu entsprechen und
Skitourengehern und Trekkinggästen bessern und längeren Aufenthalt in der Hütte
schmackhaft zu machen“, sagt AV-Vorsitzender Gerald Aichner.
„Hüttenerweiterung und Generalsanierung wurden mit Zustimmung des
Verteidigungsministeriums, der Heeresbauverwaltung und des Landes Tirol durchgeführt.
Der „Zahn der Zeit“ hat zwar an der Hütte genagt, trotzdem hat sie die 95 Jahre
unbeschadet, ohne Kriegsschäden, ohne Natureinwirkungen, ohne Schäden durch
Grund-, Staublawinen oder sonstige Behinderungen überstanden – und auch die
Enteignung durch die Nazis und die Nichtrückgabe durch die Republik bis heute
standhaft überlebt.“
In 130 Tagen Generalsanierung
der Lizumerhütte
Die Sanierung nach Plänen von Architekt DI Simon Unterberger (Gnadenwald)
umfasst einen Zubau mit Fluchtstiegen, kleineren Zimmern anstelle der
Massenlager, zwei neue schöne Lagerzimmer (78 Schlafplätze), die Haller
Stube (Seminarraum mit Beamer), die Geier-Stube, sowie Keller, Schuh- und
Trockenraum. „Wir wollen einen besseren Standard mit Vierbett-Zimmern, neuen
Zimmerlager und neuen Sanitäranlagen anbieten. Als besondere Highlights verfügt
die erneuerte Lizumerhütte innen und außen über eine Boulderwand, an der
Westseite wird noch eine Kletterwand errichtet werden. Der Hüttenbetrieb hat zu
Weihnachten 2006 wieder begonnen, die offizielle Eröffnung der
erneuerten Lizumerhütte wird 2007 gefeiert werden," betont Halls
AV-Vorsitzender Gerald Aichner.
Attraktionen: Boulderwand & KLetterwand
Attraktionen
für die Hütten- und Tagesgäste sind bei der erneuerten Lizumerhütte je eine
Boulderwand im EG innen und außen, sowie eine Vorstiegs-Kletterwand an der
Westfassade der Hütte.
Einvernehmen
mit dem Land Tirol
In den letzten
Jahren wurde konsequent die Sanierung angegangen. Eine Generalsanierung ist
jedoch heuer unerlässlich geworden, durch behördliche Vorschriften, strengere
EU-Richtlinien, wie Hygiene, Arbeitnehmerschutz, Brandschutz sogar
Lawinenschutz mit insgesamt 55 Auflagen. Das hat die OeAV-Sektion Hall
gezwungen, zu reagieren.
Das geschah im Einvernehmen mit dem Land Tirol - unter besonderem
Einsatz durch Landeshauptmann DDr. Herwig van Staa - der Heeresbauverwaltung West, dem Militärkommando und dem
Verteidigungsministerium, das der Erweiterung zugestimmt hat. Umfangreiche
Behördenverfahren und Eingaben waren erforderlich. Zum letztmöglichen Zeitpunkt ist
Mitte August der Baubeginn erfolgt, einen Monat lang gab es einen etwas
eingeschränkten Betrieb, dann war die Hütte für drei Monate geschlossen.
Am 6. Okt. 2006
konnte der Haller Alpenverein bei seiner Lizumerhütte bei prächtigem
Wetter bereits Firstfeier für den Erweiterungsbau im Zuge der Generalsanierung
der Hütte feiern. 50 Tage nach Baustelleneinrichtung fand die Firstfeier für
den Zu- und Erweiterungsbau und Generalsanierung der OeAV-Schutzhütte statt.
Für den Bauherren, die OeAV Sektion Hall, begrüßte 1. Vorsitzender Gerald
Aichner den Bürgermeister von Wattenberg Johann Geisler, Raiffeisen
Regionalbank Hall Dir. Karl Seiwald, Planer und Architekt Simon Unterberger,
die Baufirma Erwin Posch mit Baupolier und Mitarbeitern, die freiwilligen
Helfer, Vorstands- und Ausschussmitglieder OeAV Sektion Hall. Erwin Posch, Chef
der Baufirma Posch, brachte den Firstspruch dar.
"Wilde Lizum"
„Firstfeier ist
stets etwas Besonderes: Was Bauherren und Planer am Papier vorschwebt, ist nun
Realität. Der Plan hat äußere Gestalt angenommen. Der Bau steht
unverrückbar in der Landschaft, in der ‚Wilden Lizum’, einer schönen weitgehend
unberührten Landschaft“, betonte Gerald Aichner in seiner Firstrede. Architekt
Simon Unterberger hat daher sensibel, unter großer Bedachtnahme auf den Altbau
und die Landschaft, den Zubau entwickelt. Die Lizumerhütte ist neben dem
Militärdorf ein markantes Objekt, nach der Frequenz kein „unbekanntes Objekt“,
sondern sie wird gerne aufgesucht, im Winter für Skitouren, im Sommer von
Bergwanderern und Trekkinggeher auf ihren Roten „München - Venedig“, am
„Adlerweg”, der “Via Alpina" von Triest über die Lizum nach Monaco und am
Zentralalpenweg 302A.“
Finanzierung
Die
Finanzierung ist für Sektion ein „Riesenbrocken“. Unterstützung kommt vom
Verteidigungsministerium und der HBV-W. Bedeutende Mittel stellt das
Wirtschaftsministerium für die alpinen Schutzhütten bereit. Auch das Land
Tirol, der OeAV und OeAV Landesverband Tirol unterstützen die Sektion, auf die
der Löwenanteil entfällt. Tages- und Nächtigungsgäste tragen mit ihrem Besuch,
ihrer Übernachtung dazu bei, dass die Sektion Einnahmen zur Finanzierung dieser
hohen Investitionen erhält.
Der Haller
Alpenverein hat sich viel vorgenommen, um die Hütte für die Tagesgäste und
Nächtigungsgäste in einen zeitgemäßen Hüttenstandard zu versetzen. Die Sektion
hat einen Fünf-Jahresplan für die Sanierung erstellt, ein Hüttenprofil
erarbeitet, was sein muss und sein sollte als Basis für Planung. Wichtige
Vorarbeit leisteten DI Heidi und Ing. Hans Plank mit der “Hüttenaufnahme“ und
ersten Planungen. Architekt Simon Unterberger hat in kurzer Zeit bestens
geplant.
Bauarbeiten
Mit der
Baufirma bestand sehr gutes Einvernehmen ebenso mit der HBV-W und dem
TÜPl-Kommando unter Oberst Thomas Knoll. Gerald Aichner dankte den beiden
Ministerien für die finanziellen Mittel, der Raiffeisen Regionalbank, dem OeAV
für Betreuung und Mitfinanzierung. „Besonderer Dank aber unseren vielen
freiwilligen ehrenamtlichen Mithelfern unter dem Bauleiter und 2. Vorsitzenden
Walter Keil, mit „Chefarbeiter“ Roman Klingenschmid; danke den Bestbieterfirmen
Posch, Baumeister u. Zimmerer, und Fa. Freund, Heizung-Sanitäre Hall,
Dachdeckerei Giner, mit ihren Chefs, Planern und Mitarbeitern, die alle sehr
zügig, gut, schnell, gewissenhafte Arbeit geleistet haben.“ Der Alpenverein
Hall lud dann alle Mitwirkenden zur Firstjause mit Umtrunk ein.
„Haller Stube“
und "Geier Stube“
Die
Generalsanierung geschah im Interesse unserer Hüttengäste, aus
Sicherheitsgründen und war zur Verbesserung des Hüttenstandards höchst nötig.
Strenge Behördenauflagen schrieben Brandschutzabschnitte und ein
brandsicheres Stiegenhaus, eine Brandmeldeanlage, Entlüftungseinrichtungen und
vieles andere mehr vor.
Geplant und
errichtet wurde ein Anbau an die Hütte mit dem neuen Stiegenhaus, mit dem
Seminarraum "Haller-Stube", und der kleinen Geier-Stube neben
der Alpenvereinsstube. Die alten
Sanitäranlagen mussten erneuert werden, dazu kamen Duschen. Auch die
Lagerbetten und Zimmerlager waren dringend zu erneuern. Schließlich wurde auch
ein Trockenraum eingerichtet. Die Wasserversorgung musste erneuert und
verstärkt werden.