Oesterreichischer Alpenverein
Sektion
Hall in Tirol

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Lizumerhütte "neu": Südansicht
Lizumerhütte gegen die Tarntaler (oben) - die neuen Zwei- und Vierbettzimmer und Lagerzimmer (unten)
"Haller Stube (auch Seminarraum mit Beamer) oben - Große Alpenvereinsstube (unten)

Lizumerhütte gegen die Kalkwand


Blick in die Hütte mit der Steinmauer des Altbaues und dem neuen Hütten-Wegweisern - Steinmauer im OG zwischen Alt- und Neubau - darunter Bild vom Gangbereich mit Stiegenaufgang OG

Gegen Graue Wand (o) - Hütteneingang (u)
Die alte Lizumerhütte von 1933 bis Mitte Sept. 2006: Der hölzerne Windfang (Mitte) und der hölzerne WC-Anbau (re), sind abgerissen.
Unverzichtbarer Winter- & Sommer-Stützpunkt

95 Jahre Lizumerhütte 2007


Zu diesem Jubiläum betont Gerald Aichner, Vorsitzender des Haller und Tiroler Alpenvereins, im Hütten-Memorandum der OeAV Sektion Hall in Tirol:

„Die Lizumerhütte ist ein absolut unverzichtbarer Stützpunkt für den Tiroler Alpintourismus im Winter wie im Sommer, für die Skitourengeher aus Nah und Fern, für die Trekkinggeher von München nach Venedig, am Adlerweg ins Zillertal, der Via Alpina von Triest nach Monaco, am Zentralalpenweg 02 Feldkirch-Hainburg und am Glungezer & Geierweg zur Glungezerhütte. Via Alpina und Tiroler Adlerweg sind durch die Alpenkonvention bzw. die Tirolwerbung so fest mit dem Land Tirol verankert wie der Bestand der Hütte durch einen Vertrag des Alpenvereins mit der Republik Österreich und dem Land Tirol für immer festgeschrieben ist, in guter Nachbarschaft mit dem Bundesheer!

Der Haller Alpenverein hat die Lizumerhütte in Absprache mit Land Tirol, Verteidigungsministerium und Militärkommando Tirol in einen für alle Bergwanderer, Skitourengeher und Urlauber zeitgemäßen Hüttenstandard versetzt als Voraussetzung die Hütte durch Tages- und Nächtigungsgäste sowie Urlauber deutlich stärker auszulasten, um so den Bestand der Hütte auch wirtschaftlich durch die Alpenvereinsektion Hall abzusichern.“

1912 erbaut
Die Lizumerhütte wurde 1912 als kleiner Winterstützpunkt für Skifahrten von der OeAV-Sektion Hall erbaut. 1932/33 erfolgten Zubau und Erweiterung, vor 45 Jahren wiederum eine Sanierung, mit Aufstockung, Sanitäranlagen und Pächterwohnung - die letzte Renovierung. „Höchste Zeit für eine Generalsanierung, nicht nur, um den überstrengen behördlichen Auflagen hinsichtlich Brandschutz, Lawinenschutz und Hygiene nachzukommen, sondern um den geänderten Anforderungen der Tages- und Nächtigungsgäste zu entsprechen und Skitourengehern und Trekkinggästen bessern und längeren Aufenthalt in der Hütte schmackhaft zu machen“, sagt AV-Vorsitzender Gerald Aichner.

„Hüttenerweiterung und Generalsanierung wurden mit Zustimmung des Verteidigungsministeriums, der Heeresbauverwaltung und des Landes Tirol durchgeführt. Der „Zahn der Zeit“ hat zwar an der Hütte genagt, trotzdem hat sie die 95 Jahre unbeschadet, ohne Kriegsschäden, ohne Natureinwirkungen, ohne Schäden durch Grund-, Staublawinen oder sonstige Behinderungen überstanden – und auch die Enteignung durch die Nazis und die Nichtrückgabe durch die Republik bis heute standhaft überlebt.“


In 130 Tagen Generalsanierung der Lizumerhütte

Die Sanierung nach Plänen von Architekt DI Simon Unterberger (Gnadenwald) umfasst einen Zubau mit Fluchtstiegen, kleineren Zimmern anstelle der Massenlager, zwei neue schöne Lagerzimmer (78 Schlafplätze), die Haller Stube (Seminarraum mit Beamer), die Geier-Stube, sowie Keller, Schuh- und Trockenraum. „Wir wollen einen besseren Standard mit Vierbett-Zimmern, neuen Zimmerlager und neuen Sanitäranlagen anbieten. Als besondere Highlights verfügt die erneuerte Lizumerhütte innen und außen über eine Boulderwand, an der Westseite wird noch eine Kletterwand errichtet werden. Der Hüttenbetrieb hat zu Weihnachten 2006  wieder begonnen, die offizielle Eröffnung der erneuerten Lizumerhütte wird 2007 gefeiert werden," betont Halls AV-Vorsitzender Gerald Aichner.


Attraktionen: Boulderwand & KLetterwand

Attraktionen für die Hütten- und Tagesgäste sind bei der erneuerten Lizumerhütte je eine Boulderwand im EG innen und außen, sowie eine Vorstiegs-Kletterwand an der Westfassade der Hütte.

 

Einvernehmen mit dem Land Tirol

In den letzten Jahren wurde konsequent die Sanierung angegangen. Eine Generalsanierung ist jedoch heuer unerlässlich geworden, durch behördliche Vorschriften, strengere EU-Richtlinien, wie Hygiene, Arbeitnehmerschutz, Brandschutz sogar Lawinenschutz mit insgesamt 55 Auflagen. Das hat die OeAV-Sektion Hall gezwungen, zu reagieren.

Das geschah im Einvernehmen mit dem Land Tirol - unter besonderem Einsatz durch Landeshauptmann DDr. Herwig van Staa - der Heeresbauverwaltung West, dem Militärkommando und dem Verteidigungsministerium, das der Erweiterung zugestimmt hat. Umfangreiche Behördenverfahren und Eingaben waren erforderlich. Zum letztmöglichen Zeitpunkt ist Mitte August der Baubeginn erfolgt, einen Monat lang gab es einen etwas eingeschränkten Betrieb, dann war die Hütte für drei Monate geschlossen.

 

Am 6. Okt. 2006 konnte der Haller Alpenverein bei seiner Lizumerhütte bei prächtigem Wetter bereits Firstfeier für den Erweiterungsbau im Zuge der Generalsanierung der Hütte feiern. 50 Tage nach Baustelleneinrichtung fand die Firstfeier für den Zu- und Erweiterungsbau und Generalsanierung der OeAV-Schutzhütte statt. Für den Bauherren, die OeAV Sektion Hall, begrüßte 1. Vorsitzender Gerald Aichner den Bürgermeister von Wattenberg Johann Geisler, Raiffeisen Regionalbank Hall Dir. Karl Seiwald, Planer und Architekt Simon Unterberger, die Baufirma Erwin Posch mit Baupolier und Mitarbeitern, die freiwilligen Helfer, Vorstands- und Ausschussmitglieder OeAV Sektion Hall. Erwin Posch, Chef der Baufirma Posch, brachte den Firstspruch dar.


"Wilde Lizum"

„Firstfeier ist stets etwas Besonderes: Was Bauherren und Planer am Papier vorschwebt, ist nun Realität. Der Plan hat äußere Gestalt angenommen. Der  Bau steht unverrückbar in der Landschaft, in der ‚Wilden Lizum’, einer schönen weitgehend unberührten Landschaft“, betonte Gerald Aichner in seiner Firstrede. Architekt Simon Unterberger hat daher sensibel, unter großer Bedachtnahme auf den Altbau und die Landschaft, den Zubau entwickelt. Die Lizumerhütte ist neben dem Militärdorf ein markantes Objekt, nach der Frequenz kein „unbekanntes Objekt“, sondern sie wird gerne aufgesucht, im Winter für Skitouren, im Sommer von Bergwanderern und Trekkinggeher auf ihren Roten „München - Venedig“, am „Adlerweg”, der “Via Alpina" von Triest über die Lizum nach Monaco und am Zentralalpenweg 302A.“

 

Finanzierung

Die Finanzierung ist für Sektion ein „Riesenbrocken“. Unterstützung kommt vom Verteidigungsministerium und der HBV-W. Bedeutende Mittel stellt das Wirtschaftsministerium für die alpinen Schutzhütten bereit. Auch das Land Tirol, der OeAV und OeAV Landesverband Tirol unterstützen die Sektion, auf die der Löwenanteil entfällt. Tages- und Nächtigungsgäste tragen mit ihrem Besuch, ihrer Übernachtung dazu bei, dass die Sektion Einnahmen zur Finanzierung dieser hohen Investitionen erhält.

 

Der Haller Alpenverein hat sich viel vorgenommen, um die Hütte für die Tagesgäste und Nächtigungsgäste in einen zeitgemäßen Hüttenstandard zu versetzen. Die Sektion hat einen Fünf-Jahresplan für die Sanierung erstellt, ein Hüttenprofil erarbeitet, was sein muss und sein sollte als Basis für Planung. Wichtige Vorarbeit leisteten DI Heidi und Ing. Hans Plank mit der “Hüttenaufnahme“ und ersten Planungen. Architekt Simon Unterberger hat in kurzer Zeit bestens geplant.

 

Bauarbeiten

Mit der Baufirma bestand sehr gutes Einvernehmen ebenso mit der HBV-W und dem TÜPl-Kommando unter Oberst Thomas Knoll. Gerald Aichner dankte den beiden Ministerien für die finanziellen Mittel, der Raiffeisen Regionalbank, dem OeAV für Betreuung und Mitfinanzierung. „Besonderer Dank aber unseren vielen freiwilligen ehrenamtlichen Mithelfern unter dem Bauleiter und 2. Vorsitzenden Walter Keil, mit „Chefarbeiter“ Roman Klingenschmid; danke den Bestbieterfirmen Posch, Baumeister u. Zimmerer, und Fa. Freund, Heizung-Sanitäre Hall, Dachdeckerei Giner, mit ihren Chefs, Planern und Mitarbeitern, die alle sehr zügig, gut, schnell, gewissenhafte Arbeit geleistet haben.“ Der Alpenverein Hall lud dann alle Mitwirkenden zur Firstjause mit Umtrunk ein.

 

„Haller Stube“ und "Geier Stube“

Die Generalsanierung geschah im Interesse unserer Hüttengäste, aus Sicherheitsgründen und war zur Verbesserung des Hüttenstandards höchst nötig. Strenge Behördenauflagen schrieben Brandschutzabschnitte und ein brandsicheres Stiegenhaus, eine Brandmeldeanlage, Entlüftungseinrichtungen und vieles andere mehr vor.

 

Geplant und errichtet wurde ein Anbau an die Hütte mit dem neuen Stiegenhaus, mit dem Seminarraum "Haller-Stube", und der kleinen Geier-Stube neben der Alpenvereinsstube. Die alten Sanitäranlagen mussten erneuert werden, dazu kamen Duschen. Auch die Lagerbetten und Zimmerlager waren dringend zu erneuern. Schließlich wurde auch ein Trockenraum eingerichtet. Die Wasserversorgung musste erneuert und verstärkt werden.

 

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